Betreuungsangebot für Schüler zieht um

Städtische Jugendhilfe

Seit 2006 ist das Haus des Lebens und Lernens (HaLeLe) fester Bestandteil der städtischen Jugendhilfe. „Das Projekt ist einzigartig in ganz Nordrhein-Westfalen“, sagt Falk Wildemann, Konrektor der Erich-Kästner-Schule. Umso wichtiger, dass jetzt feststeht: Auch wenn die Schule in zwei Jahren ausläuft, geht das Projekt weiter.

HALTERN

, 22.09.2015, 06:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Über ein Belohnungssystem können sich die Jugendlichen besondere Aktionen wie beispielsweise Kinobesuche verdienen, erklären Sozialpädagogin Anika Bäcker und Sozialarbeiter Gerald Kraus vom Projekt "Haus des Lebens und Lernens".

Über ein Belohnungssystem können sich die Jugendlichen besondere Aktionen wie beispielsweise Kinobesuche verdienen, erklären Sozialpädagogin Anika Bäcker und Sozialarbeiter Gerald Kraus vom Projekt "Haus des Lebens und Lernens".

Dann wird die Joseph-Hennewig-Hauptschule zur neuen Heimat des Angebotes für Schüler mit sozialpädagogischem Förderbedarf. Nachdem bisher ausschließlich Erich-Kästner-Schüler aufgenommen wurden, sind daher in diesem Schuljahr erstmals auch drei Teilnehmer der Hauptschule mit dabei.

„Der Umzug ist beschlossene Sache“, bestätigt Klaus-Jürgen Miegel, Leiter der städtischen Sozialen Dienste. „Wir wollten die Existenz des HaLeLe unbedingt auch nach Auslaufen der Förderschule sichern, weil es sich um ein bewährtes Projekt handelt.“

Im ersten Halbjahr 2016 sollen die entsprechenden Räumlichkeiten in der Hauptschule renoviert werden, ab dem Schuljahr 2016/17 werde das Projekt dann dort untergebracht sein.

Betreuung für zwölf Schüler

Maximal zwölf Schüler der Klassen sieben bis zehn werden im HaLeLe an fünf Nachmittagen pro Woche im Anschluss an die reguläre Schulzeit von Sozialpädagogin Anika Bäcker und Sozialarbeiter Gerald Kraus betreut. Die Teilnehmer, die zuvor in ihren Familien, in der Schule oder der Freizeit auffällig geworden sind, sollen hier lernen, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden, und auf ein eigenverantwortliches Lebens vorbereitet werden.

„Besonders wichtig ist dabei die enge Zusammenarbeit mit Schulen und Eltern. So können wir direkt reagieren, wenn etwas falsch läuft, aber auch positive Rückmeldungen geben“, so Anika Bäcker.

Das Projekt, das die Stadt Haltern in Kooperation mit den beiden Schulen und dem Caritasverband anbietet, soll den Schülern helfen, bevor später noch kostenintensivere Maßnahmen wie eine stationäre Betreuung notwendig werden.

Positive Rückmeldungen

19 Jugendliche absolvierten das Betreuungsprogramm seit 2006. In der vergangenen Woche fand erstmals ein Ehemaligentreffen statt, um zu überprüfen, wie sich das Projekt langfristig auf das Leben der Jugendlichen ausgewirkt hat.

„Das HaLeLe ist eine präventive Maßnahme, die ihre Wertigkeit erst später entfaltet“, erklärt Falk Wildemann. „Daher war das Ehemaligentreffen eine gute Möglichkeit mit einigen Jahren Abstand zu gucken: Welche Kompetenzen sind vermittelt worden und wofür haben die ausgereicht?“

Abgeschlossene Ausbildungen

Das Ergebnis fiel eindeutig aus: „Es war schön zu sehen, wie erstaunlich gut die Ehemaligen ihr Leben im Griff haben“, sagt Anika Bäcker. So haben 75 Prozent ihrer ehemaligen Schützlinge mittlerweile eine Berufsausbildung abgeschlossen.

„In den Fragebögen haben zudem viele angegeben, sie hätten durch das Projekt Freunde gefunden und gelernt, sich an Regeln zu halten“, so Anika Bäcker. Und eine Aussage, die sie in einem Fragebogen las, freute sie besonders. Dort hatte ein Mädchen geschrieben: „Ich bin netter zu anderen Menschen geworden.“

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