Landgericht Bochum

Betrugsfälle: Rechtsanwalt aus Haltern steht mit weiteren Männern vor Gericht

Fünf Männer stehen in Bochum vor Gericht, weil sie Autounfälle provoziert haben sollen, um Versicherungen zu betrügen. Auf der Anklagebank sitzt auch ein Rechtsanwalt aus Haltern am See.
Die Verhandlung gegen fünf Männer aus Haltern am See, Bochum, Datteln und aus Oberhausen findet am Landgericht Bochum statt.
Die Verhandlung gegen fünf Männer aus Haltern am See, Bochum, Datteln und aus Oberhausen findet am Landgericht Bochum statt. © picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Vor der Strafkammer des Landgerichtes Bochum wird am 10. August (Mittwoch) das Verfahren gegen fünf Männer aus Haltern am See, Bochum, Datteln und Oberhausen eröffnet. Der Vorwurf lautet auf gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung. Tatorte waren im Zeitraum von März 2016 bis März 2019 Bochum, Herne sowie Mülheim an der Ruhr. Die Männer sollen in betrügerischer Absicht Autounfälle provoziert haben.

Vor Gericht stehen ein 45-jähriger Halterner sowie Männer aus Bochum (39), aus Datteln (52) und aus Oberhausen (53 und 35 Jahre alt). Der Angeklagte aus Bochum soll in einer Vielzahl von Fällen mit zwei anderen Angeschuldigten Autounfälle abgesprochen haben, um so zu Unrecht Schäden bei den Versicherern geltend machen zu können.

Halterner wollte wohl Rechtsanwaltsgebühren generieren

In anderen Fällen soll er Unfälle durch Ausnutzung von Verkehrssituationen absichtlich herbeigeführt haben. In diesen Fällen soll er Personenschäden billigend in Kauf genommen haben, die in mindestens zwei Fällen auch tatsächlich eingetreten sind.

Der Dattelner soll als Gutachter regelmäßig falsche Angaben zu den Vorschäden der Fahrzeuge gemacht haben und auch solche Schäden mit aufgeführt haben, die nicht durch das jeweilige Schadensereignis verursacht worden sein konnten.

Der Halterner soll als Rechtsanwalt die Vertretung des Bochumers übernommen haben, obwohl ihm bewusst gewesen sein soll, dass die Unfälle abgesprochen oder absichtlich herbeigeführt worden waren. Hierbei soll es ihm um die Generierung von Rechtsanwaltsgebühren für die Geltendmachung tatsächlich nicht bestehender Schadensersatzansprüche gegangen sein.

Insgesamt geht es um 22 Verkehrsunfälle mit einer Gesamtschadenssumme von etwa 30.000 Euro. Der Prozess beginnt um 9 Uhr (Aktenzeichen II-1 KLs 48/21), es sind fünf Verhandlungstage angesetzt.

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