Bis Weihnachten dürfen Holtwicker Gänse täglich auf die Weide

Gänsebraten

Heinz Bernd Gerding züchtet auf seinem Hof in Holtwick Geflügel auf Bestellung von privaten Kunden. Das Geschäft läuft, denn wann wir wieder in ein Restaurant dürfen, steht noch nicht fest.

Haltern

, 11.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Gänseschar darf täglich auf die Weide.

Die Gänseschar darf täglich auf die Weide. © Silvia Wiethoff

Die Stalltür öffnet sich und macht den Weg frei für eine schnatternde Gänseschar, die aufgeregt Richtung Wiese watschelt. Seit rund 30 Jahren züchtet Landwirt Heinz Bernd Gerding auf seinem Hof in Holtwick das beliebte Geflügel, das in der Winterzeit in einem heimischen Bräter landet und zusammen mit traditionellen Beilagen ein deutsches Kulturgut darstellt.

Bis es diesmal so weit ist, haben die zwölf Tiere noch einige Ausflüge auf ihrem Weidegrund vor sich. Alle sind bestellt, aber erst für Weihnachten. Nur ein Direktkunde habe nach einer Martinsgans gefragt. „Dafür fange ich gar nicht erst an“, erklärt Heinz Bruno Gerding.

Die Gänse werden kurz vor dem Fest geschlachtet

Das Coronavirus habe seinem Geschäft aber bisher nicht geschadet. Im Gegenteil. „Die Leute wissen ja nicht, ob sie an den Feiertagen eine Gaststätte besuchen dürfen“, sagt der 57-jährige Züchter. Deshalb sicherten sie sich ihren Braten für das Festessen in den eigenen vier Wänden. Den könne man zur Not immer noch einfrieren.

Landwirt Heinz Bernd Gerding züchtet seit 30 Jahren Geflügel.

Landwirt Heinz Bernd Gerding züchtet seit 30 Jahren Geflügel. © Silvia Wiethoff

Die Gänse in Holtwick bringen zwischen 3,5 und 7 Kilogramm auf die Waage. „7 Kilo sind schon ein Hammer“, schmunzelt Heinz Bernd Gerding. Dafür brauche man einen ordentlichen Bräter und genügend Esser am Tisch. Bei Familie Gerding kommt übrigens bisweilen auch eine Gans auf den Tisch. „Die wird dann von meiner Mutter Maria zubereitet“, verrät der Sohn. Allerdings ist das nur der Fall, wenn eines Tiere keinen Abnehmer findet.

Bis es den Gänsen an den Kragen geht, dürfen sie täglich auf die Wiese. „Von Natur sind es Weidetiere. Warum soll ich sie drinnen lassen?“, meint der Landwirt. So denkt er auch über seine Milchkühe, die sich den Platz im Freien mit den Gänsen teilen und friedlich nebeneinander leben.

Die Enten sind ebenfalls fast alle gebucht.

Die Enten sind ebenfalls fast alle gebucht. © Silvia Wiethoff

Die Stammkunden des Betriebs, den Heinz Bernd Gerding mit seiner Frau Andrea in der vierten Generation führt, schätzen diese Rahmenbedingungen. Die Holtwicker Gänse erhalten kein Fertigfutter, sondern Weizen vom Hof und Maiskörner. Als Leckerbissen gibt es altes Brot von einem Bäcker, das in Wasser eingeweicht wird.

Ähnliches Futter erhalten auch die 25 Enten, die Heinz Bernd Gerding ebenfalls für Direktabnehmer züchtet. Die männlichen Tiere mit einem durchschnittlichen Gewicht von 2 Kilogramm sind ebenfalls bereits gebucht. Von den weiblichen, etwa halb so schweren Enten, sind noch einige zu haben.

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