Ärger über blockierte Elektroauto-Parkplätze: Abschleppen plant die Stadt Haltern nicht

mlzElektroauto-Parkplätze

30 an Ladesäulen angeschlossene Elektroauto-Parkplätze haben die Stadtwerke Haltern im Juli freigegeben. Immer wieder blockieren „normale“ Autos die Stellplätze. Die Stadt sieht es gelassen.

Haltern

, 01.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mitte Juli können Elektroauto-Fahrer auf 30 neuen mit Ladesäulen versehenen Parkplätzen in Haltern parken. Und dort auch „tanken“. „Normale“ Autos haben hier kein Stellrecht. Trotzdem finden sich in Haltern immer wieder Autofahrer, die ihre „normalen“ Autos auf Elektro-Parkplätzen parken - und das, obwohl diese mit einer Markierung auf dem Boden, einem extra Schild und einer Ladesäule klar als E-Stellplätze erkennbar sind.

Erst am frühen Sonntagmorgen des 20. Oktober hat der Halterner Sebastian Bonheger ein herkömmliches Auto fotografiert, das auf einem der E-Parkplätze am Kärntner Platz parkte. Er selbst ist E-Auto-Besitzer, wollte am Kärntner Platz parken und musste in diesem Fall, in dem beide Parkplätze von normalen Autos belegt waren, notgedrungen weiterfahren.

„Ärgerlich, wenn andere Parkplätze frei sind, die Ladesäulen aber regelmäßig von Verbrennern zugeparkt sind“, schreibt der Halterner auf Facebook in der Gruppe „Du weißt, dass Du aus Haltern am See kommst, wenn...“. Verbrenner, so nennen E-Auto-Besitzer Diesel- und Benzin-Autos. Ihn habe diese wiederholte Situation so geärgert, dass er ein Foto gemacht und in die Gruppe gestellt habe, sagt Bonheger auf Anfrage.

E-Auto-Fahrer lüden bei jeder Gelegenheit ihr Auto auf, also immer, wenn sie parkten, sagt Bonheger. „Als klar wurde, dass die Säulen in Haltern installiert würden, zum selben Zeitpunkt, zu dem ich auch mein E-Auto gekauft habe, da war das eine riesen Erleichterung.“ Denn um sein Auto zu Hause zu laden, dafür habe der Halterner momentan noch keine Ladebox.

„In anderen Städten wird bereits abgeschleppt“

Am Hotel Seehof sind die zwei dort von den Stadtwerken ausgewiesenen E-Stellplätze mit einer Warnbake versehen, offenbar um normale Autofahrer hier vom Parken abzuhalten. „In anderen Städten wird bereits abgeschleppt“, schreibt der Halterner weiter in der Facebook-Gruppe. Und bittet eindringlich: „Bitte beide Stellplätze für Elektroautos freihalten, wir parken ja auch nicht vor der Zapfsäule.“

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Sind parkplatz-blockierende Verbrenner ein Problem in Haltern? „Diese nutzen die Stellplätze augenscheinlich trotz eindeutiger Beschilderung, soweit ansonsten kein freier Parkraum in direkter Zielnähe zur Verfügung steht“, schreibt Stadtsprecher Thomas Gerlach auf Anfrage der Halterner Zeitung. Auch wenn das laut Stadt nicht oft der Fall sei.

Diese Strafen drohen Falschparkern in Haltern

Als die E-Parkplätze im Juli freigegeben wurden, habe man Falschparkern für eine „Eingewöhnungsphase“ zunächst eine „freundliche Verwarnung“ ohne Bußgeld ausgesprochen. Das sei zwei Mal der Fall gewesen. Auch abgeschleppt worden sei bisher kein Falschparker. „Das würde mangels Gefahrenlage (bei gleichzeitig ausreichendem Parkraum für E-Autos) auch grundsätzlich nicht erfolgen“, so Gerlach.

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Dabei drohen den Falschparkern aber durchaus Bußgelder. Je nach Länge der Standzeit und „etwaigen Behinderungen“ könne das Verwarnungsgeld erhöht werden, heißt es seitens der Stadt. Das sind die Bußgelder im Einzelnen:

  • Falsches Parken auf einem ausgewiesenen E-Parkplatz: 10 Euro
  • Falsches Parken auf einem ausgewiesenen E-Parkplatz mit Behinderung anderer: 15 Euro
  • Falsches Parken auf einem ausgewiesenen E-Parkplatz länger als 3 Stunden: 20 Euro
  • Falsches Parken auf einem ausgewiesenen E-Parkplatz mit Behinderung anderer länger als 3 Stunden: 30 Euro

Werden die drei Stunden überschritten, erhöht sich hier im Zweifel das Bußgeld, so Gerlach.

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