Böller-Knallerei in Hullern: Hund braucht Beruhigungsmittel, weil er panisch reagiert

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Aus zwei Kilometern Entfernung knallt es seit knapp zwei Wochen in Hullern. Hundebesitzer in dem Ortsteil machen sich Sorgen um ihre Tiere. Nun hat sich die Politik eingeschaltet.

Hullern

, 16.12.2019, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Anfang Dezember sind die Gassirunden für Hullerner Hundebesitzer eine kleine Nervenprobe. Denn auf dem zwei Kilometer entfernten Gelände der Firma Keller Pyro GmbH - dort wo das ehemalige Munitionsdepot der Bundeswehr an der Grenze zu Olfen liegt - wird seit Anfang des Monats immer wieder geböllert.

„Gestern war erst alles ruhig. Ich habe mich angezogen, war mit Bella schon an der Grundstücksgrenze“, sagt Gregor Lampka über den vergangenen Mittwoch, der seit über 20 Jahren in seinem Haus in dem Halterner Ortsteil wohnt. Bis der erste Knall kommt. Die siebenjährige Mischlingshündin Bella zieht sich aus der Leine und rennt zurück ins Haus.

Es ist nicht das erste Mal in diesem Monat, dass Bella sich losreißt und nach Hause rennt. Auch auf dem halben Weg auf der Gassirunde. Denn sobald die Hündin Explosionen hört, wird sie panisch. In den heimischen Garten geht die Hündin am Donnerstagmorgen erst nach einigem Zögern und Überredungskunst. „Wir haben schon Medikamente vom Tierarzt geholt. Aber ich kann den Hund nicht den ganzen Monat ruhigstellen.“

Drei weitere Testtage hat Keller Pyro GmbH der Stadt Olfen gemeldet

Am 3. Dezember nahm die Böllerei in diesem Winter seinen Anfang - von 9.30 bis 12 Uhr. Und dann wieder von 17 bis 20 Uhr. Weiter ging es an den Vormittagen des 4., 10. und 11. Dezembers. Auch am 16., 17. und 18. Dezember hat das Unternehmen Keller Pyrotechnik-Qualitätstests bei der Stadt Olfen angekündigt.

Hinter der Böllerei steckt das Unternehmen Keller Pyro GmbH. Das vermietet in Olfen zum einen Lagerräume an andere Pyrotechnik-Unternehmen. Zum anderen können Unternehmen auf dem Gelände entweder selber ihre Technik testen oder diese Tests von der Keller Pyro GmbH durchführen lassen.

„Die Nachbarn beschweren sich alle“, sagt der Hullerner Gregor Lampka. Wenn er und Hündin Bella nach den Böller-Phasen vor die Tür gehen und andere Hundebesitzer treffen, nickt man sich wissend zu. „Na, auch die Böllerei abgewartet?“, fragt Lampka dann. Eine Nachbarin, sagt er, lasse jeden Tag den Fernseher oder das Radio laufen. Oder stelle die Spülmaschine vormittags an, um ihren Vierbeiner von den Feuerwerksgeräuschen abzulenken.

Die WGH hat die Bezirksregierung zu Stellungnahme aufgefordert

Die Nachbarn machen sich auch Sorgen um Tiere im Wald, die aufgeschreckt werden und auf die Straße laufen könnten. Zwar würden die Tests schon seit Jahren durchgeführt. „Aber man hat das Gefühl, dass das von Jahr zu Jahr schlimmer wird.“ Und Hündin Bella von Jahr zu Jahr älter und schreckhafter.

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Die Böller-Geräusche aus Olfen beschäftigen mittlerweile auch die Halterner Politik. Die Wählergemeinschaft Haltern (WGH) hat deshalb eine Beschwerde am Mittwoch im Namen der Bürger eine Beschwerde an die Bezirksregierung in Münster auf den Weg gebracht, in der sie von deutlich überschrittenen Lärmgrenzwerten in Hullern spricht. Die WGH hat die Bezirksregierung nun um eine Stellungnahme zu entsprechenden Genehmigungen und Überwachungsmaßnahmen aufgefordert.

Das Unternehmen Keller Pyro GmbH selbst hat nach anfänglicher Zurückhaltung Anfang des Monats nun angekündigt, sich in dieser Woche zu den Beschwerden aus Olfen und Haltern zu äußern.

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