Botschafter aus Kampala hat eine ganz besondere Beziehung zu Haltern

Conze und Conze

Benno Schrief traf in Kampala, der Hauptstadt von Uganda, den dortigen deutschen Botschafter. Der hat eine ganz besondere Verbindung zu Haltern.

Haltern

, 08.03.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Benno Schrief (r.) traf den deutschen Botschafter in Uganda, Dr. Albrecht Conze, in Kampala.

Benno Schrief (r.) traf den deutschen Botschafter in Uganda, Dr. Albrecht Conze, in Kampala. © Privat

Vom 17. bis zum 21. Februar war Benno Schrief, der Vorsitzende des Vorstandes beim Bundesverband Verkehrssicherheitstechnik, mit einer Delegation des Bundeswirtschaftsministeriums in Afrika. Dort traf er in Kampala, der Hauptstadt Ugandas, bei einem Empfang den dortigen Deutschen Botschafter Dr. Albrecht Conze. Und der hat eine historisch begründete Verbindung zu Haltern.

Schrief ist in Haltern auch als Geschäftsführer der Bootshausgesellschaft Strandallee und Initiator der beliebten Konzertreihe Sommer am See bekannt. Als er in Kampala Botschafter Dr. Conze kennenlernte, machte es bei ihm klick: „Conze? Mir fiel ein, dass dieser Name doch in Haltern eine Bedeutung hat“, sagt Schrief. Er sprach den Botschafter darauf an und fand in der Tat eine Verbindung.

Conzeallee wurde nach dem renommierten Archäologen benannt

In Haltern gibt es die Conzeallee. Diese ist benannt nach dem Archäologen Professor Alexander Conze, der die Ausgrabungen des Halterner Römerlagers in der Anfangsphase des 20. Jahrhunderts begleitete. Conze (1831 -1914) war einer der renommiertesten Archäologen seiner Zeit. Und: Er ist der Urgroßvater des heutigen Botschafters in Kampala, Dr. Albrecht Conze.

Prof. Alexander Conze war unter anderem an den Ausgrabungen auf dem Burgberg von Pergamon beteiligt, wo die berühmten Altarfriese freigelegt wurden. „Als er von den ersten Ausgrabungserfolgen in Haltern hörte, machte er sich im August 1899 auf den Weg und besuchte (....) den „Hobby-Archäologen“ Dr. Alexander Conrads in Haltern“, schreibt der Sachbuchautor Josef Lehmkuhl in seinem Buch der Reihe „Die Schild-Bürger“, das sich mit Persönlichkeiten beschäftigt, nach denen in Haltern Straßen benannt worden sind.

„Bereits zuvor hatte Conze Finanzmittel zur Erforschung von römisch-germanischen Projekten entlang der Lippe genehmigt bekommen, die in Haltern ab 1900 für Ausgrabungen konzentriert verwendet wurden“, schreibt Lehmkuhl weiter. „Er zog außerdem in Berlin die Fäden für eine finanzielle Unterstützung des Baus eines Römisch-Germanischen Museums in Haltern.“

Einladung nach Haltern

Die Baumallee, die quer durch die Grabungsfelder verläuft, wurde deshalb nach Alexander Conze benannt. Im Dezember 2010 erhielt der Altertumsverein, der Conze 1901 zum Ehrenmitglied ernannt hatte, eine von den Nachfahren gestiftete Büste, die im Rathaus aufgestellt wurde.

„Da war sein Urenkel Dr. Albrecht Conze dabei“, sagt Benno Schrief. Er lud den Botschafter ein, Haltern zu besuchen, und auch das Römermuseum kennen zu lernen. Albrecht Conze, der aus Münster stammt, sagte zu. Dieser Einladung will er, wenn möglich, im Sommer folgen.

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