Bundesverteidigungsminister ehrt Frank Herrmann-Sandkühler aus Haltern für Einsatz im Moor

mlzTechnisches Hilfswerk

Nach Raketen-Tests im Auftrag der Bundeswehr brannte im September 2018 das Moor in Meppen. Bei der Bekämpfung half auch Frank Herrmann-Sandkühler. Nun wurde ihm eine große Ehre zuteil.

Haltern

, 28.09.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf rund 1.000 Hektar militärischem Übungsgelände schwelte im September 2018 über einen Monat lang das Feuer. 31 Tage lang kämpften auf der acht Quadratkilometer großen Fläche nicht nur die Bundeswehr, sondern Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rotes Kreuz sowie zahlreiche freiwillige Helfer gegen Flammen und Glutnester. Auch THW-Einsätzkräfte aus dem Kreis Recklinghausen eilten nach Meppen ins ausgedörrte Moor. Einem Halterner fiel eine tragende Rolle zu: Frank Herrmann-Sandkühler leitete eine von sechs Stabsstellen.

Der 46-Jährige, von Beruf Museumshandwerker und Tischlermeister im LWL-Industriemuseum Dortmund, machte seine Arbeit so gut, dass ihn jetzt das Bundesverteidigungsministerium mit einer Medaille auszeichnete. Gleichzeitig erhielt sein THW-Ortsverband Haltern eine Urkunde des niedersächsischen Innenministeriums als Anerkennung für die besondere Leistung.

Höchste Geheimhaltung

Frank Herrmann-Sandkühler war nicht draußen im Übungsgelände, sondern saß in der Bundeswehr-Operationszentrale für Stabssicherheit. Der Halterner verantwortete eine Stabsstelle, die die Entwicklung des Moorbrandes und das Wetter im Blick behielt. Auf Karten wurde ständig die aktuelle Situation erfasst: Wo befinden sich die größten Brandherde oder wie verändern sich Wetter und Windrichtungen beispielsweise. Auch alle von Tornadoflugzeugen und Drohnen fotografierten Luftbilder landeten auf dem Schreibtisch des Halterners. „Es herrschte höchste Sicherheitsstufe. Kein Wort durfte nach außen dringen“, erzählt der 46-Jährige. „Ich habe ausschließlich Nachtdienste mit Schichten bis zu zwölf und mehr Stunden gemacht“, beschreibt er seinen Einsatz.

Der Zug- und Gruppenführer war mit rund 5000 THW-Kräften in Meppen. Die Arbeit sei schon eine große Herausforderung für alle gewesen, sagt der Halterner, inzwischen 20 Jahre THW-Mitglied. Dass das Bundesverteidigungsministerium ihn dafür ausgezeichnet, empfindet er schon als große Ehre. Er ist dankbar dafür, aber auch für einen großzügigen Arbeitgeber, der ihn selbstverständlich freistellt für Einsätze wie diese.

Berührende Momente

Meppen hält Frank Herrmann-Sandkühler gern in Erinnerung, nicht nur wegen der Medaille. „Mit nichts kann man die Anerkennung der Bevölkerung bezahlen.“ Dankbarkeit erlebte er ebenso bei seinen Einsätzen während des Elbe-Hochwassers 2002 und 2013. „Die Menschen haben für uns Laola-Wellen gemacht, haben Büfetts mit Speisen aufgebaut und tränenerfüllt für die Hilfe gedankt“, erinnert sich Frank Herrmann-Sandkühler an besondere Momente.

Für den 46-Jährigen ist Hilfe für Mitmenschen selbstverständlich. Deshalb engagiert er sich auch zusätzlich bei der Feuerwehr: Er ist THW-Fachberater der Kreisleitstelle. Und freut sich mit seinem Sohn, der ein begeisterter Feuerwehrmann ist.

31 aktive THW-Kräfte

Frank Herrmann-Sandkühler ist bisher der einzige Halterner, der vom Bundesverteidigungsministerium geehrt wurde. Aber andere Kräfte in Deutschland wurden ebenfalls bedacht. Der Halterner macht sich so seine Gedanken: „Vielleicht wäre es besser gewesen, das für die Fertigung von Auszeichnungen ausgegebene Geld den Geschädigten zu geben. Schließlich habe viele Menschen ihre Existenzen verloren.“

Das Technische Hilfswerk in Haltern konnte jedenfalls wieder einmal seine Leistungsstärke unter Beweis stellen. Derzeit gehören 102 Halterner dem THW an, hinzu kommt die Jugendabteilung. 31 Männer sind im aktiven Dienst tätig.

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