Die Betreiber von Corona-Testzentren in Haltern können nicht mehr so viel Geld pro durchgeführtem Test abrechnen wie bisher. © TestCov
Corona-Tests

Bundesweiter Testbetrug: Halterner Testanbieter verdienen weniger Geld

Teststationen bekommen seit dem 1. Juli deutlich weniger Geld für Schnelltests. Der Grund: deutschlandweiter Verdacht auf Betrug. Das sorgt bei den Halterner Betreibern für Unmut.

Seit Anfang Juli dürfen die Betreiber der Halterner Testzentren nicht mehr so viel Geld pro durchgeführtem Test abrechnen wie bisher. Weil ohnehin immer mehr Test-Muffel unterwegs sind, könnte das zu großen Problemen führen. „Das bedeutet für die kleineren Zentren womöglich das K. O.-Kriterium“, sagt Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck, Betreiber des Testzentrums an der Bären-Apotheke.

Mindestens vier Euro weniger pro Corona-Schnelltest

Für das Durchführen eines Corona-Tests kann ein Testzentrum zum einen die Kosten abrechnen, die zum Kauf der Schnelltests benötigt werden. Zum anderen kann es die Dienstleistung des Testens an sich in Rechnung stellen.

Bislang duften bis zu sechs Euro pro Test im Einkauf abgerechnet werden. Je nachdem, ob es sich um einen privaten oder ärztlichen Betreiber handelte, kamen noch mal 12 beziehungsweise 15 Euro für das Umsetzen der Tests hinzu.

„Mittlerweile sind es noch acht Euro für die Durchführung und pauschal 3,50 Euro für die Tests“, erklärt Philipp Schulte-Mecklenbeck. In Haltern gäbe es zwar größtenteils mittelgroße Testzentren, für alle kleineren könnte die Anpassung der Testverordnung aber zu wirtschaftlichen Problemen führen, glaubt der Halterner Apotheker.

DLRG musste viel Geld vorstrecken

Probleme, die sich beim einzigen ehrenamtlich geführten Anbieter in Haltern bereits bemerkbar machen. „Wir mussten mit mehreren tausend Euro in Vorleistung gehen. Dass wir anstatt 18 Euro nur noch 11, 50 pro Test abrechnen können, merken wir schon“, sagt der Sprecher der Deutschen Lebens-Rettung (DLRG) in Haltern, Markus Treder.

Unter anderem deswegen musste die Wasserrettung zuletzt auch Personal einsparen und die Öffnungszeiten an den Standorten im Freibad Sythen und dem Seebad anpassen.

Test-Infrastruktur an der Seestadthalle soll bestehen bleiben

Dem Betreiber des Test-Cov Drive-In-Testzentrum an der Seestadthalle stößt vor allem die Begründung der Regierung auf. „Die Rechtfertigung der Bundesregierung ist nicht nachvollziehbar und geht am Ende zu Lasten derer, die sauber arbeiten“, sagt Patrick Schürhoff.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte als Begründung für die Anpassung der Testverordnung zum 1. Juli vor allem Betrugsversuche genannt. Einige Inhaber in Deutschland hätten demnach mehr Tests abgerechnet, als pro Tag tatsächlich durchgeführt wurden. „Im Moment ist es nicht mehr lukrativ“, so Patrick Schürhoff.

Das Testzentrum an der Seestadthalle soll trotz rückläufiger Einnahmen bestehen bleiben.
Das Testzentrum an der Seestadthalle soll trotz rückläufiger Einnahmen bestehen bleiben. © TestCov © TestCov
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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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Janis Czymoch

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