Meinung

Buntes Wohnen Haltern: Warum die Initiative Unterstützung verdient

Die Diskussion über Wohnklötze in Haltern macht es dem Verein Buntes Wohnen Haltern schwer, Überzeugungsarbeit für sein Pilotprojekt zu leisten. Ein Kommentar zum Mehrgenerationenhaus.
Das Baugebiet Zum Nesberg, in dem das Mehrgenerationenprojekt entstehen könnte, liegt an der Sundernstraße vor dem Stadtforst. © Benjamin Glöckner

Bei vielen Halternern hat sich gewaltiger Ärger über die Wohnklötze angestaut, die überall in der Stadt wie übergroße Pilze aus dem Boden gewachsen sind. Besonders beim seniorengerechten Wohnkomplex im Sythener Elterbreischlag, der in Teilen rechtswidrig errichtet wurde, und bei Beispielen der Nachverdichtung zwischen Sundernstraße und Hennewiger Weg kochen die Emotionen hoch.

Es wäre jedoch jammerschade, wenn diese Entwicklungen als Totschlagsargument genutzt würden, um das Mehrgenerationenprojekt des Vereins Buntes Wohnen Haltern zu verhindern. Dazu könnte es kommen, wenn sich keine politische Mehrheit dafür findet, die dem Verkauf eines städtischen Grundstücks im Baugebiet Zum Nesberg zustimmt.

Die künftigen Genossenschaftler des Bunten Wohnens planen zwar auch ein großes Wohnprojekt, um ihren Traum vom Zusammenleben aller Generationen zu verwirklichen. Sie unterscheiden sich ansonsten aber in allen Belangen von den erwähnten Beispielen. So wollen die Investoren des geplanten Hauses mit 20 Wohneinheiten keine Rendite aus dem Objekt ziehen und selbst darin wohnen. Sie legen Wert auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie auf eine ästhetische und kommunikative Baukultur.

Ein großes Haus bliebe auch in Trägerschaft des Bunten Wohnens ein großes Haus. Aber es wäre in Haltern neben LiNa ein zweites Beispiel dafür, die Balance zwischen einem solidarischen Wohnmodell und dem nachhaltigen Umgang mit Platz, Raum und Ressourcen anzustreben. Das verdient Unterstützung.

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