CDU-Politiker fordert nächtliche Besetzung der Wachen

Wutbrief an Polizeipräsidentin

Die Polizeiwache in Haltern soll wieder täglich 24 Stunden besetzt sein. Das fordert zumindest der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Hovenjürgen. Mit einem Schreiben hat er sich gestern an das NRW-Innenministerium und die für Haltern zuständige Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen gewandt.

HALTERN

, 26.01.2016, 18:47 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Halterner Wache Winkelkotte

Die Halterner Wache Winkelkotte

Der CDU-Politiker kritisiert, dass die Polizeiwachen in Haltern sowie Herten, Oer-Erkenschwick, Waltrop und Wulfen nachts geschlossen sind. "Zu den Zeiten, in denen das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung am größten ist, stehen die Bürger dort vor verschlossenen Türen", so Hovenjürgen. "Gerade in der aktuellen Situation nach den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln, Düsseldorf, Bielefeld und anderswo fragen sich die Menschen mehr denn je, ob die Polizei noch in der Lage ist, sie zu schützen."

"Verunsicherte" Bürger

Die Dringlichkeit ergebe sich aus den Polizeiberichten der jeweiligen Städte, so Hovenjürgen. "Die Einbruchserien, Straßenkriminalität und Brutalität der Täter nehmen zu." Die Bürger, so schreibt der 53-Jährige weiter, seien "im höchsten Maße verunsichert". Der Staat dürfe "den öffentlichen Raum nicht aufgeben und privaten Bürgerwehren oder gekaufter Security überlassen, die sich nur die Reichen leisten können", so der Lavesumer. Die Wachen müssten zur Sicherstellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung und im Interesse des Sicherheitsbedürfnisses der Menschen wieder 24 Stunden besetzt sein.

Bei der Kreispolizeibehörde Recklinghausen wollte man die Forderung des Landtagsabgeordneten gestern nicht kommentieren. "Das Schreiben ist bei uns eingegangen. Es wird geprüft und anschließend beantwortet." Mehr wollte sich Polizeisprecher Michael Franz nicht entlocken lassen.

Dünne Personaldecke

Dass viele Wachen nachts verwaist sind, sei der Personalknappheit geschuldet. Die Verantwortung dafür liege in einer seit vielen Jahren verfehlten Personalpolitik der rot-grünen, aber auch schon der vorherigen schwarz-gelben Landesregierung, sagt Norbert Sperling, Vorsitzender der Kreisgruppe der Polizeigewerkschaft. „Die Polizei muss langfristig personell wie sachlich verstärkt werden. Die Bürger haben Anspruch auf Polizeischutz in der Fläche.“

Das Innenministerium steuere mittlerweile nach. Das sei ein „richtiger Schritt“. Mit 250 zusätzlichen Stellen sollen 2016 insgesamt rund  900 Polizeianwärter in NRW eingestellt werden – so viele wie seit Jahrzehnten nicht.

Eine Rund-um-die-Uhr-Besetzung aller Wachen im Kreis und mehr regelmäßige nächtliche Streifenfahrten wären zwar wünschenswert, „angesichts der dünnen Personaldecke ist das aber nicht zu realisieren“, so Sperling.

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