Auf dem Spielplatz einen Joint geraucht: Das gehört zum Chaos rund um den Silbersee

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Silbersee-Besucher parken die Straßen zu, hinterlassen ihren Müll und haben sich auch schon einen Joint auf dem Spielplatz geraucht. So beschreibt ein Lehmbrakener einen heißen Sommertag.

Sythen

, 09.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn die Besuchermassen gen Silbersee strömen und wie am 30. Juni (Sonntag) tausende Menschen das Badeparadies aufsuchen wollen, herrscht nicht nur Chaos auf den wichtigen Zufahrtsstraßen. Auch in den nahe gelegenen Wohngebieten kommt es immer wieder zum Ausnahmezustand.

Ein Familienvater aus dem Lehmbraken berichtete jetzt über seine Erlebnisse der letzten Wochen. Da gab es beispielsweise die vier jungen Leute, die es sich zum „Vorglühen“ auf dem Spielplatz an der Kämpchenheide gemütlich machten. Sie rauchten einen Joint und ließen ihre halbvollen Bierdosen auf dem Geländer als Abschiedsgruß zurück.

Silbersee-Besucher beschimpft Anwohner in Lehmbraken

Er erinnert sich auch noch gut an einen Fahrer mit Migrationshintergrund, der fragte, ob er sein Auto in der Kämpchenheide abstellen kann. „Hier wird kontrolliert“, habe einer seiner Nachbarn geantwortet, so der Lehmbrakener. Daraufhin wurde der Überbringer der schlechten Botschaft als „blöder Rassist“ beschimpft.

Der Fahrer suchte weiter vergeblich nach einem freien Parkplatz und habe bei der Rückkehr aus dem Wendehammer dermaßen aufs Gaspedal getreten, dass er auf der Spielstraße fast ein Kind angefahren hätte.

Auf dem Spielplatz einen Joint geraucht: Das gehört zum Chaos rund um den Silbersee

Mit eigenen Schildern versuchen einige Lehmbrakener, die Zufahrten zu Grundstücken freizuhalten. © Silvia Wiethoff

„Wir haben nichts gegen Besucher des Silbersees und sind bestimmt keine Rassisten“, sagte der junge Mann im Gespräch mit unserer Redaktion. Er selbst habe seinen eigenen Parkplatz schon ein paar Mal zur Verfügung gestellt.

“Die Leute haben nett gefragt und kamen doch auch von weit her. Es waren auch türkische Mitbürger darunter. Viele Silbersee-Besucher sind sehr nett“, erläutert der Lehmbrakener sein Parkplatz-Asyl.

Die Nachbarn im Lehmbraken sehen das Problem durchaus differenziert und wollen keine pauschalen Urteile über die Erholungssuchenden fällen oder diese rundweg ablehnen. Sie wünschen sich aber mehr Rücksicht im Umgang miteinander, dann seien alle Besucher in Haltern und in Lehmbraken willkommen.

Müll wird achtlos liegen gelassen

Der Müll, den mancher Gast achtlos an Ort und Stelle liegen lasse, stelle allerdings ein weiteres Problem dar. Regelmäßig müssten die Nachbarn im Lehmbraken hinter Besuchern des Silbersees aufräumen.

Am bisher heißesten Wochenende des Jahres hängte der Vater von zwei Kindern eigene Schilder mit der Aufschrift „Einfahrt freihalten“ am Spielplatz auf. „Das hilft ein bisschen“, erklärte er. Auch die Ausschilderung als Anliegerstraße durch die Stadt habe Entlastung gebracht.

Sobald aber ein Fahrzeug im Halteverbot abgestellt werde, kämen ruck-zuck die nächsten dazu, so seine Beobachtung. Kontrollen durch das Ordnungsamt hat der Mann in seiner Straße in diesem Jahr bisher vermisst.

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