Chemie-Lehrerin mit Halterner Wurzeln erhält Innovationspreis

mlzPapier aus Gras

Petra Wolthaus machte am Halterner Gymnasium ihr Abi. Jetzt wurde die Bio- und Chemielehrerin für ein innovatives Unterrichtsprojekt ausgezeichnet.

Haltern

, 20.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den Grundstein für ihren beruflichen Weg legte ihr damaliger Bio- und Chemielehrer am Halterner Gymnasium: „Herr Thalheim hat bei mir das Interesse an den Fächern geweckt“, sagt Petra Wolthaus. Die in Haltern aufgewachsene Chemie- und Biologielehrerin wurde jetzt von der Firma Merck und der Fachzeitschrift „Chemie in unserer Zeit“ mit dem mit 2000 Euro dotierten Innovationspreis ausgezeichnet.

Schüler forschen selbst und entwickeln Lösungen

Sie hat ein Lernprogramm für Schüler entwickelt, bei dem sie mit eigenen Experimenten, Lösungen für komplexe Probleme entwickeln. Petra Wolthaus arbeitet heute als Lehrerin einer Gesamtschule in Köln. Zwischenzeitlich hatte sie sich mit dem Mitmach-Experimentier-Programm „Mitmachlabor - Experimentieren mit Albert“ selbstständig gemacht, bei dem Kinder im Alter von 3 bis 12 Jahren eigene Naturwissenschaftliche Experimente durchführen können.

Petra Wolthaus hatte nach ihrem Abi Chemie und Biologie auf Diplom in Bonn studiert und anschließend auch ein Lehramtsstudium abgeschlossen. An ihrer Schule in Köln führte sie mit Oberstufenschülern ein spannendes Projekt durch: Ausgehend von der zunehmenden Umweltzerstörung (Rodung von Wäldern, Mikroplastik im Meer, Monokulturen) suchten die Jungen und Mädchen nach Lösungen für neue Entwicklungsprozesse.

Textilfasern aus Brennnesseln, Papier aus Gras

Sie stellten beispielsweise Papier aus Gras oder Bananenschalen her, Textilfasern aus Brennnesseln oder Kunststofffolien aus Stärke. Mithilfe eines 3D-Druckers stellten sie eigene Objekte her wie zum Beispiel Handy-Halter oder Eierbecher. Bei den Schülern löste diese Arbeitsweise große Begeisterung aus.

Petra Wolthaus geht es darum, den Unterrichtsstoff nicht nur theoretisch trocken zu vermitteln, sondern über praktische Anwendungswege die Schüler dafür zu begeistern. „Wenn sie wissen, wofür kann ich das gebrauchen, dann motiviert sie das“, sagt sie.

Dieser kreative und auf den Umweltschutz bezogene Ansatz wurde jetzt von der Firma Merck und der Fachzeitschrift „Chemie in unserer Zeit“ mit einem Innovationspreis in Höhe von 2000 Euro ausgezeichnet - für Petra Wolthaus Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.

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