Das Modegeschäft Ferno schließt, das Ferno-Center soll aber erhalten bleiben. © Jürgen Wolter
Modehaus Ferno

Corona gab nicht den Ausschlag: Modegeschäft Ferno vor dem Aus

Mit Ferno wird zum 31. Dezember dieses Jahres ein bekanntes Modehaus in Haltern geschlossen. Die Geschäftsführung äußerte sich am Mittwoch zu den Beweggründen und zu neuen Plänen.

„Ich habe lange über den irgendwann notwendigen Schritt nachgedacht“, sagt Peter Hovenjürgen. Der geschäftsführende Gesellschafter des Modehauses Ferno, zu dem auch die Filiale in Dülmen gehört, bedauert im Gespräch mit der Halterner Zeitung, keinen Nachfolger für das bekannte Modegeschäft gefunden zu haben. „Ich halte den jetzigen Zeitpunkt für den richtigen“, sagt der 63-Jährige, der zugleich Eigentümer der Ferno-Center-Immobilie ist. Zum 31. Dezember dieses Jahres will er seine Einzelhandelsaktivitäten beenden und die Ferno-Häuser in beiden Städten schließen.

Betriebsversammlung mit 28 Mitarbeitern

Insgesamt 28 Mitarbeiter sind von dem Geschäfts-Aus betroffen. Viele von ihnen sind seit vielen Jahren in dem Modehaus tätig. So lange, dass einzelne Arbeitsverhältnisse erst Ende Februar 2022 auslaufen. Am Montag seien alle Mitarbeiter bei einer Betriebsversammlung über seine Entscheidung informiert worden, erklärt Peter Hovenjürgen auf Anfrage. „Ich bin dabei größtenteils auf Verständnis gestoßen.“ Die meisten Mitarbeiter respektierten demnach seine Entscheidung.

Diese sei unvermeidbar gewesen, sagt der 63-Jährige. „Ich bin jetzt im rentenfähigen Alter.“ Er habe lange nach einem Nachfolger gesucht. Eigene Nachkommen gebe es nicht. Auch sein Patenkind sei leider nicht für die Fortführung des Modehauses in Frage gekommen.

„Nicht die Corona-Pandemie war der Auslöser“

Die Corona-Pandemie soll nach Hovenjürgens Angaben nicht Grund für die Aufgabe des Geschäfts, in dem Damen-, Herren- und Kindermode angeboten wird, gewesen sein. Natürlich habe diese zu Umsatzeinbußen geführt und Spuren hinterlassen, räumt der Geschäftsführer ein. Zumal der Betrieb in Haltern gegenüber der Filiale in Dülmen aufgrund der höheren Inzidenzwerte noch deutlich länger hätte ruhen müssen.

Allerdings sei Ferno wirtschaftlich gut aufgestellt, betont der Eigentümer ausdrücklich. Hovenjürgen: „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.“

Die Corona-Krise habe er ganz bewusst nicht zum Anlass genommen, die Schließung voranzutreiben. „Ich wollte meinen Mitarbeitern nicht zwei Probleme gleichzeitig zumuten“, sagt er. Die Sorge um die Gesundheit sei schließlich groß genug gewesen.

Neuausrichtung der Geschäftszentren geplant

Die Mieter des Ferno-Centers an der Lohausstraße wie Hammer, dm und Takko seien von der Schließung des Modehauses nicht betroffen, führt Hovenjürgen weiter aus. Allerdings wolle er sich künftig als Besitzer der Immobilie noch um die „Neuausrichtung der Geschäftszentren in Haltern und Dülmen“ kümmern. „Hier liegen schon konkrete Vorstellungen vor“, sagt er. Ausführlicher äußern wollte er sich allerdings noch nicht zu den Plänen.

Bei der Umsetzung und Neuausrichtung seien aber die Unterstützung und Mitwirkung sowie „das Wohlwollen“ der Stadtverwaltung erforderlich, „um die Pläne zügig umsetzen zu können“. Ein Nachmieter für die Ferno-Fläche indes werde bereits aktiv gesucht.

Peter Hovenjürgen wird nun zunächst Einzelgespräche mit seinen Mitarbeitern führen. Er stellt ihnen Bonuszahlungen in Aussicht. Zudem müsse nun der weitere Ablauf in den Modehäusern – „Abverkauf und Räumungsverkauf“ – noch besprochen werden. Der Geschäftsinhaber hofft auf die Unterstützung der Angestellten.

Peter Hovenjürgen hatte die Ferno-Modehäuser, bei denen sich zunächst alles um Strickwarenfabrikation drehte, nach seinem Studium vor mehr als 40 Jahren gegründet und ausgebaut. Bis zu seinem 13. Lebensjahr lebte Hovenjürgen in Haltern, danach zog er nach Dülmen um.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
Zur Autorenseite
Ingrid Wielens

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.