Corona: Halterner Stefan Leifert reiste für ZDF-Reportage durch Europa

mlzCoronavirus

Die ZDF-Korrespondenten in Brüssel, Anne Gellinek und der Halterner Stefan Leifert, sind durch Europa gereist, um in Erfahrung zu bringen, „wie das Virus unseren Kontinent verändert“.

Haltern

, 09.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie hat die EU in ihre bisher tiefste Krise gestürzt, und nun stehen die 27 Mitgliedsstaaten vor der entscheidenden Frage: Rückt Europa zusammen oder beginnt ein Erosionsprozess? Die ZDF-Korrespondenten in Brüssel, Anne Gellinek und Stefan Leifert aus Haltern, haben sich auf eine Reise durch Europa begeben, um herauszufinden, „wie das Virus unseren Kontinent verändert“. Die spannenden Ergebnisse ihrer Recherchen werden am Mittwoch, 11. November (22:45 Uhr; ZDFzoom), im ZDF ausgestrahlt.

Die ZDF-Korrespondenten in Brüssel, Anne Gellinek und Stefan Leifert aus Haltern, sind durch Europa gereist.

Die ZDF-Korrespondenten in Brüssel, Anne Gellinek und Stefan Leifert aus Haltern, sind durch Europa gereist, um in Erfahrung zu bringen, „wie das Virus unseren Kontinent verändert“. Das Ergebnis ihrer Recherchen wird am 11. November (22:45 Uhr; ZDFzoom) im ZDF ausgestrahlt. © Screenshot ZDFzoom

„Die Corona-Pandemie ist zu einem Stresstest für Europa geworden. Politiker müssen neue Ziele definieren, damit die Bürger nicht das Vertrauen in die europäische Gemeinschaft verlieren. Es geht um nichts weniger als um das Schicksal Europas“, heißt es in einer Ankündigung zu der Reportage.

„Die Bilder der Krise zeigen eine EU, die durch die größte Prüfung ihrer Geschichte taumelt“, sagt der Halterner Stefan Leifert zu Beginn des Beitrags. „Von Brüssel aus reisen wir den Schlüsselbildern der Krise nach, kreuz und quer durch Europa, durch Hauptstädte und Provinz. Von Coronahelden und Opfern, von Mächtigen und Ohnmächtigen, wollen wir wissen, warum hat das Virus die EU überfordert.“

Interviews mit namhaften Politikern

Für die Reportage besuchten die beiden ZDF-Mitarbeiter unter anderem ein Krankenhaus in der Lombardei. Sie sprachen mit einer jungen Frau aus Bergamo, die ihren Vater aufgrund einer Corona-Erkrankung verlor. Die Reise führte nach Polen, wo das Virus im Frühjahr das Europa der offenen Grenzen lahmlegte; nach Madrid, wo sichtbar wird, wie Corona zum Trauma eines ganzen Landes wurde; nach Ungarn, wo Viktor Orban im Schatten der Pandemie an den Grundfesten der Demokratie sägt.

Jetzt lesen

Außerdem interviewten sie namhafte Politiker wie Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz, den niederländischen Premierminister Mark Rutte und den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker. Leifert: „Wir wollten wissen, was die Pandemie mit der EU macht und haben quer durch Europa gesehen, wie Corona die Konstruktionsfehler der EU wie im Brennglas offenlegt.“

Bei seiner Reise durch Europa traf der Halterner auch den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Bei seiner Reise durch Europa traf der Halterner auch den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz. © Screenshot ZDFzoom

Zwischenzeitlich habe das ganze Projekt auf der Kippe gestanden, weil die zweite Welle begann und das Reisen extrem kompliziert und gesundheitlich riskant machte. „Aber durch ständiges Testen vor und nach jeder Drehreise und unter Einhaltung aller Regeln hat es zum Glück geklappt“, so der gebürtige Halterner.

Ganz persönlich habe er vieles vor Ort erfahren, worüber in Brüssel oft aus der Ferne diskutiert wird. „Der viertägige Marathon-Gipfel vom Juli hat Hilfen von fast zwei Billionen Euro beschlossen. Die Reise an die Corona-Hotspots hat gezeigt, wo das Geld landen muss.“

  • Stefan Leifert ist 1977 in Haltern am See geboren.
  • Er besuchte das Städtische Gymnasium, war Messdiener in der Sixtus-Gemeinde und engagierte sich auch für die Katholische junge Gemeinde.
  • Der 43-Jährige studierte Philosophie, Theologie und Kommunikationswissenschaften an der Hochschule für Philosophie in München und University College in Dublin.
  • Seine Journalistenausbildung absolvierte er am Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses in München.
  • Von 2006 bis 2014 war er Parlamentskorrespondent im Hauptstadtstudio des ZDF in Berlin.
  • Seit 2014 ist er im ZDF-Studio Brüssel. Dort berichtet er über alle Themen der Europapolitik, NATO und Benelux-Staaten.

Einen Film von 45 Minuten mache er im schnellen Nachrichtengeschäft selten, so Leifert. Es sei nun eine wohltuende Erfahrung gewesen, „Dinge auch mal im größeren Zusammenhang erzählen zu können. Wenn man mal gesehen hat, was Corona bei unseren Nachbarn wie Spanien und Italien, oder auch meinem Lebensmittelpunkt Belgien angerichtet hat, blickt man anders auf Deutschland. In der aufgeheizten Debatte in Deutschland wird oft vergessen, wie viel schlechter es anderen geht.“

Vielen Herausforderungen

Insgesamt sei die EU zerstritten wie lange nicht mehr, und die Corona-Krise stürze die Staatengemeinschaft in eine schwere Rezession. Die geplante Ausgestaltung eines beispiellosen Krisenprogramms von bis zu 750 Milliarden Euro für den Wiederaufbau der Wirtschaft sei nur eine von vielen Herausforderungen, die bevorstehen.

„ZDFzoom“ bietet mittwochs um 22.45 Uhr – in der Regel im Anschluss an das „auslandsjournal“ – investigative Recherchen zu gesellschaftlich relevanten und alltagsnahen innen- wie außenpolitischen Themen. Seit dem 11. Mai 2011 bereitet das Dokumentations- und Reportageformat komplexe Sachverhalte mit einer wiedererkennbaren Grafik- und Kameraarbeit verständlich auf. Je nach Länge (30 oder 45 Minuten) liegen die Kosten der zirka 35 Produktionen pro Jahr zwischen 90.000 Euro und 130.000 Euro pro Ausgabe. Die „ZDFzoom“-Redaktion leitet seit Oktober 2017 Markus Wenniges.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt