Ahmad Hasan hält die Urkunde in der Hand, weil er für Gerrit und Helga Warsen ein echter Corona-Held ist. © Warsen
Corona-Held

Corona-Held aus Damaskus hilft Halternern seit Beginn der Pandemie

Für ein Ehepaar aus Haltern ist der 2014 nach Deutschland geflüchtete Syrer Ahmad Hasan ein Corona-Held, weil er ihnen seit über einem Jahr regelmäßig hilft. Der 36-Jährige hat einen Traum.

Wir haben unsere Leser aufgerufen, uns ihre ganz persönlichen Corona-Helden zu nennen – also Menschen, die während der Pandemie Außergewöhnliches geleistet und damit anderen geholfen haben.

Für Gerrit und Helga Warsen aus Haltern ist Ahmad Hasan so ein Mensch. Der 36-Jährige kontaktiert im März 2020 das Ehepaar und bietet von sich aus seine Hilfe an. „Damals war ja noch niemand geimpft und Ahmad hat angeboten, für uns einkaufen zu gehen“, erzählt Helga Warsen.

Corona-Held möchte an der Ruhr Universität Bochum studieren

Die beiden kennen sich durch einen Sprachkurs, den Ahmad Hasan 2016 bei Helga Warsen absolviert hat. „Sie war meine Lehrerin und auch ihr Mann hat mir viel geholfen, da wollte ich einfach etwas zurückgeben“, sagt der 36-Jährige.

Den Sprachkurs absolviert der aus Syrien stammende Mann, weil er ab 2022 an der Ruhr Universität in Bochum Soziale Arbeit studieren möchte. Zurzeit arbeitet der Corona-Held für das Bildungszentrum Recklinghausen an dem Sozialen-Projekt „Lebenswelten aktiv gestalten“ mit. Sein ursprünglicher Werdegang ist jedoch ein anderer.

„Ich habe einen Abschluss in Rechtswissenschaften von der Universität in Damaskus“, erzählt der 36-Jährige. Weil sich die Gesetzgebung seines Heimatlandes aber so stark von der in Deutschland unterscheidet, bringt ihm der Abschluss hierzulande kaum etwas, sagt Ahmad Hasan.

Also verfolgt der 36-Jährige nun das große Ziel, die Zulassung für das Studium an der Ruhr Universität zu erhalten – sein großer Traum ist allerdings ein anderer. „Ich schreibe Gedichte und möchte diese in Deutsch verfassen. Die Kunst bedeutet mir alles“, sagt Ahmad Hasan.

„Es ist zu einem richtigen Ritual geworden.“

Seinen Lebensmittelpunkt sieht Ahmad Hasan für die Zukunft eher nicht in Haltern. „Es ist ganz schwierig, wenn man aus einer großen Stadt wie Damaskus kommt, sich an kleinere Orte zu gewöhnen. Deswegen hoffe ich irgendwann nach Hamburg oder Köln ziehen zu können“, erklärt Ahmad Hasan.

Bis es so weit ist und die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden konnte, möchte der Syrer Familie Warsen weiterhin tatkräftig unterstützen. „Er kommt jeden Montag, ruft vorher kurz an und dann sprechen wir auch immer etwas länger. Natürlich mit dem richtigen Abstand“, erzählt Helga Warsen und ergänzt: „Es ist zu einem richtigen Ritual geworden.“

Wir suchen weiter echte Corona-Heldinnen und -Helden. Haben Sie Ihren Mitmenschen auf besondere Art und Weise durch die Krise geholfen? Oder gibt es jemanden, dem Sie für seine Unterstützung danken möchten? Dann melden Sie sich unter redaktion@halternerzeitung.de. Wir erzählen ab sofort kleine und große Helden-Geschichten.

Über den Autor
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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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Janis Czymoch
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