Corona-Krise: König Heino I. blickt auf ein Jahr voller Absagen zurück

mlzHalterner Schützengilde

Heino Albrink hat sich als König der Schützengilde Haltern einen Lebenstraum erfüllt. Das Jahr 2020 sei aufgrund der Corona-Pandemie allerdings enttäuschend gewesen.

Haltern

, 19.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Das Hauptsächliche konnte nicht stattfinden, das war natürlich nicht so toll.“ Heino Albrink hat als König der Halterner Schützengilde ein schwieriges Jahr hinter sich. Viele Veranstaltungen, mit denen sein Amt als Schützenkönig sonst - in Zeiten außerhalb von Corona - verbunden ist, sind ausgefallen. „Nun gut, so ist das Spiel“, sagt er. Doch schade ist es für ihn allemal. Mit kreativen Ideen hat König Heino versucht, das Beste aus seiner Situation zu machen.

Drei Wochen Urlaub nahmen sich Heino Albrink und seine Frau im Februar. Nach Sri Lanka ging‘s. „Danach hätten wir beinahe jede Woche Veranstaltungen oder Schützenfeste gehabt“, sagt Albrink. Beim Zwischenstopp in Dubai hatte er schon die ersten Vorahnungen. Als er in Dubai überall Menschen mit Maske rumlaufen sah, habe ihn bereits ein ungutes Gefühl beschlichen.

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In Dubai traf das Ehepaar auch auf den Flaesheimer Königsthron. Zusammen ging es nach Hause. Anfang März folgte das letzte große Highlight vor dem endgültigen Lockdown. Beim großen Vergleichsschießen mit allen umliegenden Schützenvereinen, „hatten wir alle viel Spaß, da war richtig tolle Stimmung“, erinnert sich Albrink.

Bereits beim Neujahrsempfang am 12. Januar verabredeten sich König Heino I. Albrink nebst Prinzgemahlin Acii mit dem amtierenden Königs- und Prinzenpaar aus Flaesheim zum Fototermin in den Vereinigten arabischen Emiraten: vor der beeindruckenden Kulisse von Dubai entstand dieses gemeinsame Bild mit König Willi IV. und Annette Tönnis sowie Königin Ursula I. und Bernd Schniederjann. Immer im Gepäck: die Haltern-Fahne. (v.l.n.r.: Annette Tönnis, Bernd u. Ursula Schniederjann, Heino u. Acii Albrink, Willi Tönnis).

Bereits beim Neujahrsempfang am 12. Januar verabredeten sich König Heino I. Albrink nebst Prinzgemahlin Acii mit dem amtierenden Königs- und Prinzenpaar aus Flaesheim zum Fototermin in den Vereinigten arabischen Emiraten: vor der beeindruckenden Kulisse von Dubai entstand dieses gemeinsame Bild mit König Willi IV. und Annette Tönnis sowie Königin Ursula I. und Bernd Schniederjann. Immer im Gepäck: die Haltern-Fahne. (v.l.n.r.: Annette Tönnis, Bernd u. Ursula Schniederjann, Heino u. Acii Albrink, Willi Tönnis). © Privat

Im Laufe der folgenden Monate sank das Stimmungsbarometer aber. Es fielen nicht nur viele geplante Veranstaltungen für den König aus, sondern auch sein fest zum 50. Geburtstag fiel der Pandemie zum Opfer. „Im Gildehaus wollte ich meinen 50. Geburtstag groß feiern. 200 Einladungen hatte ich rausgeschickt. Da sollte unter anderem die Band Straight On! kommen mit Stephan Münsch vom Rockbüro. Aber das ging alles nicht, wir konnten das alles canceln.“ Genau wie die Schützenfeste, Versammlungen und sonstigen Termine, an denen er so gerne teilgenommen hätte.

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Seit 1987 ist Heino Albrink Mitglied der Halterner Schützengilde. „Mit dem Königsschuss habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt“, sagt er. „Da verbindet man so viele Eindrücke und Feste mit, Kompanie- und Dörfer-übergreifend.“ Dass nun so viel davon ausgefallen ist, sei eine große Enttäuschung.

König freute sich über ein Geburtstagspräsent

Aber der König und sein Volk haben sich nicht kleinkriegen lassen. Mit viel Kreativität veranstalteten sie zusammen die eine oder andere kleinere Fete - mit Abstandsregeln natürlich, wie der König erzählt.

Über ein Präsent hat sich der König zu seinem Geburtstag riesig gefreut. Das Straßenschild mit der Aufschrift „König-Heino-Straße“ hinge nun in seiner Einfahrt. Für das zweite Geburtstagsgeschenk der Schützengilde hatte er im August zudem zum kleinen Richtfest eingeladen: Die Königsfahne wurde feierlich gehisst. „Dazu haben wir sogar die Straßen sperren lassen, um alle Abstände einhalten zu können.“

Grillfest lief gut, Weihnachtszauber steht vor der Absage

Ein weiteres, stimmungsmäßiges Event sei auch das Grillfest mit den Fanfaren bei der Königin gewesen. Ein ähnliches Fest plant auch der König für Ende November. Dann aber mit dem Hauptspielmannszug als „Winterzauber“ bei sich zu Hause. Abgesagt ist es noch nicht, doch aufgrund der veränderten Pandemie-Lage wird es vermutlich eher nicht stattfinden können.

Für das Schützenfest im kommenden Juni seien die Planungen allerdings in vollem Gange, sagt Albrink. Außerdem werde kräftig am Königsehrenabend getüftelt. Allerdings ist auch hier noch offen, ob er am 10. April überhaupt gefeiert werden kann. „Das soll im Dezember entschieden werden“, erklärt die Majestät.

Was aber ist, wenn der Königsehrenabend nicht stattfinden kann? Kann König Heino I. dann überhaupt bei einem möglichen Schützenfest im nächsten Jahr abdanken?

Heute ein König – und morgen ein Kaiser?

„Ja. Aber meine Frau und meine Königin haben schon gesagt, dass ich nächstes Jahr beim Kaiserschießen mitmachen soll. Dann müsste ich schauen, ob ich auch da ein glückliches Händchen habe“, schmunzelt Heino Albrink. Und vielleicht wäre dann ja tatsächlich in seiner Kaiseramtszeit so einiges dabei, auf das er in seiner Zeit als Schützenkönig verzichten musste.

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