Die Rekumer Straße war am Freitagnachmittag ziemlich leer. Um den Geschäftsleuten in ihrer prekären Lage entgegen zu kommen, will die Stadt vorübergehend auf Gebühren für Aufsteller oder Ständer vor den Läden verzichten. © Berkel
Corona-Pandemie

Corona-Lage auch in Haltern ernst – Konsequenzen für Handel und Schulen

Freitag um 13.32 Uhr erhielten die Halterner Schulen die Mail des NRW-Schulministeriums, dass die Präsenzpflicht ab Montag aufgehoben ist. Da waren alle Schüler schon auf dem Heimweg.

Armin Laschet, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, will angesichts steigender Corona-Infektionen einen harten Lockdown. Geschäfte, die keine Waren des täglichen Bedarfs anbieten, sollen „schnellstmöglich“ bis zum 10. Januar schließen. Die Entscheidung wird am Sonntag auf dem nächsten Corona-Gipfel fallen. Verbindlich ist bereits eine Regelung des Schulbetriebs: Ab Montag ist die Präsenzpflicht an den Schulen aufgehoben. Was zunächst über die Medien verkündet wurde, erreichte die Halterner Schulen um 13.32 Uhr per Mail. Alle Schüler befanden sich bereits auf dem Weg ins Wochenende.

Wieder einmal war das Krisenmanagement der Schulleitung gefragt. Ulrich Wessel, Leiter des Joseph-König-Gymnasiums, und Frank Cremer, Leiter der Alexander-Lebenstein-Realschule, besprachen sich und werden alle Eltern detailliert digital informieren.

Die Klasse 1 bis 7 sind vom Präsenzunterricht befreit

Ab Montag, 14. Dezember, gilt, dass die Klassen 1 bis 7 vom Präsenzunterricht befreit werden können. Die Grundschulen bitten um Benachrichtigung seitens der Eltern. Für das Gymnasium und die Realschule gilt, dass sich die Eltern bis Sonntag (13. Dezember) 12 Uhr schriftlich über IServ oder I-Cloud bei der Klassenleitung melden müssen, ob ihre Kinder zur Schule kommen oder fernbleiben. Ein Hin- und Herwechseln zwischen Präsenzunterricht und Distanzlernen sei allerdings aus organisatorischen Gründen nicht möglich, sagt Ulrich Wessel. Wer einmal abgemeldet ist, bleibt auch zu Hause.

Schüler der Klassen 5 bis 7, die die Schule besuchen möchten, werden auf jeden Fall unterrichtet. Wie groß oder klein die Klassen dann sind, spielt keine Rolle. Alle anderen werden zu Hause mit Aufgaben versorgt.

Die Klassen 8 bis 12 beziehungsweise (an der Realschule) 8 bis 10 werden ausschließlich auf Distanz unterrichtet. Die Aufgaben werden digital übermittelt. Weil am Freitagmorgen zunächst noch Unklarheit über Absprachen in Düsseldorf herrschte, sind alle Schülerinnen und Schüler gebeten worden, Schulbücher und andere Unterrichtsmaterialien vorsorglich mit nach Hause zu nehmen.

Das sind nun keine vorgezogenen Ferien. Grundsätzlich fließen alle Leistungen in die Benotung ein, kündigte Wessel an. Ebenso teilte er mit, dass Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe dennoch für Klausuren kommen müssen. Klassenarbeiten hingegen werden an beiden Schulen verschoben.

Die versetzten Zeiten (späterer Schulbeginn) gelten weiterhin. Diese Regelung können Gymnasium und Realschule kurzfristig mit der Vestischen nicht mehr rückgängig machen. Am 18. Dezember beginnen dann vorzeitig die Weihnachtsferien, sie werden zusätzlich um zwei Tage (7./8. Januar) verlängert. Das sind vier außerplanmäßige freie Tage für die Schüler, aber nicht für die Lehrer. Sie haben Dienst.

Stegemann: „Erster Toter verdeutlicht ernsthafte Lage“

Bürgermeister Andreas Stegemann sieht einen Lockdown für den Einzelhandel gerade jetzt vor den Festtagen als problematisch an. „Aber der erste Corona-Tote in Haltern verdeutlicht auch uns die Ernsthaftigkeit der Lage“, sagte Stegemann im Gespräch mit der Halterner Zeitung. Mit einem Ansturm auf die Geschäfte rechnet er an diesem Samstag allerdings nicht. Aber die Stadtverwaltung sei auf alles vorbereitet. Wie gewohnt werden Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Freiwillige aus anderen Ämtern Kontrollgänge machen und bei Menschenansammlungen tätig werden, notfalls auch die Polizei rufen. Grundsätzlich bittet der Bürgermeister ein weiteres Mal darum, die Grundregeln – Abstand und Maske-Tragen – zu beachten.

„Die Situation ist für uns alle schwierig, so haben wir uns das nicht vorgestellt“, sagt Andreas Stegemann. „Aber wir müssen jetzt auf die Bremse treten.“ Weil die Anweisungen noch nicht deutlich sind, wollte sich der Halterner Einzelhandel noch nicht zu einem möglichen Lockdown äußern.

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Elisabeth Schrief

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