Meinung

Corona-Maßnahmen: Der Inzidenzwert darf nicht mehr unser Leben bestimmen

Die Halterner Gastronomen freuen sich: Die Inzidenzstufe 3 ist erst mal für einige Wochen ausgesetzt. Das ist auch richtig. Der Blick auf die Inzidenz kann nicht mehr ausschlaggebend sein.
Hätten die Fußballfans bei der EM nur eine Maske in den Stadien getragen. © Foto Blossey/Montage Klose

Die NRW-Landesregierung hat die Inzidenzstufe 3 vom 30. Juli bis zum 19. August vorläufig ausgesetzt. Das freut auch die Gastronomen. Denn so können sie sicher sein, dass die Innenräume ihrer Gaststätten zumindest in dieser Zeit für ihre Gäste geöffnet bleiben dürfen.

Doch das reicht nicht aus. Der Inzidenzwert darf nicht weiter wie ein Damokles-Schwert über den Gastronomen hängen. Wir brauchen jetzt – nach über anderthalb Jahren Pandemie – neue Werte, nach denen die Politik ihre Corona-Maßnahmen festlegt und den Halterner Betrieben eine zumindest mittelfristige Perspektive gibt.

Denken wir zurück, warum die Maßnahmen überhaupt eingeführt wurden: Wir durften unser Gesundheitssystem nicht überfordern. Wir mussten verhindern, dass Ärzte entscheiden müssen, welcher Corona-Patient noch behandelt wird und wer sterben muss (Stichwort: Triage). Das haben wir geschafft.

Aber: Das Coronavirus wird nicht wieder aus unserem Leben verschwinden. Inzidenzwerte werden immer wieder steigen. Doch dank der Impfungen werden die Krankheitsverläufe milder ausfallen. Deshalb kann nun die Anzahl der Menschen, die im Krankenhaus liegen und dort intensivmedizinisch betreut werden müssen, unsere neue Kennzahl werden. Denn erst wenn diese steigt, sind wieder schärfere Maßnahmen nötig.

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