Corona: Stadt Haltern überschreitet erstmals kritischen Inzidenzwert

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Die Stadt Haltern hat am Mittwoch erstmals den kritischen Wert von 50 bei der 7-Tage-Inzidenz überschritten. Laut Gesundheitsamt lag der Wert bei 66,1. Was bedeutet das nun?

Haltern

, 21.10.2020, 17:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Zahl der Corona-Infizierten ist am Mittwoch in Haltern erneut gestiegen: Acht weitere Fälle kamen hinzu - damit wird die Seestadt nun mit insgesamt 165 bestätigten Fällen in der Statistik geführt (Stand: 21. Oktober). 133 Infizierte gelten als genesen, 32 Personen als akut infiziert. Der Inzidenzwert ist innerhalb von 24 Stunden von 44,9 (Dienstag) auf 66,1 (Mittwoch) gestiegen.

Die sogenannte Sieben-Tage Inzidenz gibt an, wie viele Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen aufgetreten sind. Damit die Daten vergleichbar sind, wird dabei auf die Anzahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern zurückgerechnet. Sie ist eine wichtige Kennzahl, nach der sich auch die angeordneten Corona-Maßnahmen richten.

Berechnung der 7-Tage Inzidenz

Am 14. Oktober (Mittwoch) lag die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Haltern bei 140. Nur eine Woche später, am 21. Oktober, meldete der Kreis bereits 165 bestätigte Fälle. Innerhalb einer Woche gab es also 25 Neuinfektionen in der Seestadt. Wenn man diese Zahl mit 100.000 multipliziert und die Summe durch 37850 (Einwohnerzahl) teilt, so ergibt das 66,05 aufgerundet 66,1 und beziffert Halterns Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner (Stand 21. Oktober).

Trotzdem müsse die Stadt nun keine verschärften Maßnahmen umsetzen, wie Kreissprecherin Lena Heimers gegenüber der Halterner Zeitung erklärt. Grund: Schon seit dem 10. Oktober gilt der Kreis Recklinghausen mit einer Wochen-Inzidenz von über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner als Risikogebiet. Heimers: „Damit gelten im Kreisgebiet gemäß § 15a der Coronaschutzverordnung bereits gesonderte Maßnahmen, die über die bereits bestehenden landesweiten Regelungen der Coronaschutzverordnung hinausgehen.“

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Der Kreis Recklinghausen hat in einer Allgemeinverfügung weitere ergänzende Schutzmaßnahmen angeordnet. Diese Allgemeinverfügung wurde nun in Abstimmung mit dem Land an die neue Coronaschutzverordnung angepasst und veröffentlicht. Darin ist unter anderem auch die Anordnung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung in Fußgängerzonen festgehalten. Für Haltern werden in diesem Zusammenhang folgende Straßen und Plätze genannt: Markt, Rekumer Straße, Merschstraße, Muttergottesstiege, Lippstraße, Mühlenstraße.

Außerdem gilt: Maximal fünf Personen dürfen in Gaststätten einschließlich der Außengastronomie an einem Tisch sitzen, wenn sie aus mehr als zwei Haushalten stammen. Mehr als fünf Personen dürfen dort nur zusammentreffen, wenn es sich ausschließlich um Verwandte in gerader Linie - Geschwister, Ehegatten, Lebenspartner - oder um Personen aus maximal zwei verschiedenen häuslichen Gemeinschaften handelt.

Kreisweit neun Personen auf Intensivstation

Wie ist der akute Anstieg der Fallzahlen in Haltern zu erklären? Gab es ein lokales Ausbruchsgeschehen in einem Betrieb oder aufgrund einer Feier? „Nein“, sagt Lena Heimers. „Es handelt sich in Haltern um Einzelfälle, die sich mit keinem konkreten Ereignis in Verbindung bringen lassen. Zum Teil sind aber mehrere Fälle innerhalb einer Familie bekannt.“

Im kreisweiten Vergleich steht Haltern weiterhin gut da. Nur Waltrop hatte am Mittwoch weniger akut Infizierte (28). Spitzenreiter ist Recklinghausen (177). Zudem ist Haltern weiterhin die einzige Stadt im Kreisgebiet, die bislang noch keinen Todesfall aufgrund einer Covid-19-Erkrankung zu beklagen hat.

Über den Gesundheitszustand der infizierten Personen in Haltern macht der Kreis keine Angaben. Allerdings nannte Lena Heimers am Mittwoch auf Anfrage unserer Redaktion interessante Zahlen mit Blick die Gesamtsituation im Kreis. Von 902 infizierten Personen (Stand 21. Oktober) wurden am Dienstag neun Personen intensivmedizinisch betreut. 75 Personen befanden sich an diesem Tag in stationärer Behandlung.

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