Corona-Verdacht im St. Anna sorgt für Aufregung am Osterwochenende

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Ausnahmezustand im Altenwohnhaus St. Anna und das ausgerechnet am Osterwochenende. Geschäftsführer Johannes Böcker erläutert die Maßnahmen, Schutzkleidung ist begehrt wie nie zuvor.

Haltern

, 15.04.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Corona-Verdachtsfälle im Altenwohnhaus St. Anna sorgten am Osterwochenende für Aufregung. Bis das Ergebnis der Proben vorlag, wurde über die Wohngruppe eine Quarantäne verhängt. Zum Glück stellte sich nach zwei Tagen heraus, dass sich das gefährliche Coronavirus nicht in die Einrichtung geschlichen hatte.

Bis das Ergebnis vorlag, wurde allerdings über die betreffende Wohngruppe eine Quarantäne verhängt. Die Bewohner durften die Räumlichkeiten nicht verlassen, zu denen immerhin noch eine Küche und ein Wohnraum gehören. „Seit Dienstag (14. April) läuft der hausinterne Verkehr wieder“, gab Johannes Böcker, Geschäftsführer der katholischen Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus, jetzt auf Anfrage Entwarnung.

Die Geschäftsleitung ist in Sorge

Bei Symptomen wie Fieber, trockenem Husten oder Erbrechen werde sofort reagiert, machte er klar, dass eine Ausbreitung des Coronavirus unter allen Umständen verhindert werden soll. Die Nachrichten über Pflegeeinrichtungen, in denen das Virus ausgebrochen ist und zahlreiche Todesopfer gefordert hat, bereiten der Halterner Geschäftsleitung große Sorgen.

„Wir tun alles dafür, dass wir das Virus nicht nach innen tragen“, sagte Johannes Böcker. Aufgrund der Verdachtsfälle sei an die Mitarbeiter sofort Schutzkleidung ausgeteilt worden. Es sei allerdings nicht einfach, an geeignetes Material zu kommen, führte der Geschäftsführer aus.

Material für Atemschutzmasken für viel Geld gekauft

Für sehr viel Geld habe man für die beiden Häuser St. Anna und St. Sixtus Grundmaterialien gekauft. Im Nähen kundige Mitarbeiterinnen hätten dann daraus 3-lagigen Mund-Nasenschutz selbst angefertigt. Die Masken seien kochbar und könnten mehrfach verwendet werden. Auch die gekauften Masken können gewaschen werden. „Das ist nicht optimal, aber unter der Voraussetzung, dass wir nicht genügend bekommen, eine Lösung“, erläuterte Johannes Böcker.

Zur Diskussion über eine Aufhebung des Besuchsverbots in Pflegeheimen sagte er: „Im Augenblick würden die Häuser nicht gerne öffnen.“ Aber das Besuchsverbot ließe sich auch nicht über drei Monate durchhalten. Hier sei eine Abwägung notwendig.

Kontakte bestimmen die Lebensqualität der Bewohner mit

Der Kontakt spiele für die Bewohner eine wichtige Rolle und sei mitbestimmend für ihre Lebensqualität. Es werde darüber nachgedacht, Besuche in Räumlichkeiten nahe an den Hauseingängen möglich zu machen. So ließen sich weite Wege durch die Einrichtungen vermeiden. Allerdings müsse auch bedacht werden, dass es auch Bewohner gibt, die nicht mobil sind. „Dafür haben wir noch keine Idee“, erklärte Johannes Böcker.

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