Corona-Krise: Ist es auf dem Halterner Wochenmarkt zu voll?

mlzWochenmarkt in der Corona-Krise

Es gab kritische Stimmen: Der Kundenandrang auf dem Halterner Wochenmarkt sei in Coronazeiten zu groß. Jetzt hat die Stadt reagiert, es gelten neue Abstandsregeln.

Haltern

, 03.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Freitagmorgen auf dem Halterner Wochenmarkt: Es ist gut zu tun an vielen Ständen, Kunden strömen von mehreren Seiten auf den Marktplatz. Es gab kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, dass hier häufig Mindestabstände nicht eingehalten würden. Jetzt gelten neue Abstandsregeln, um den Kundenandrang zu entzerren. Und einige Händler lassen sich etwas einfallen, um direkten Kundenkontakt zu unterbinden.

Rieke Lünenborg und Ludger Lehringfeld vom Olivenstand aus dem Münsterland reichen Geld und Ware mit einer Stange über die Theke, an der vorne ein kleines Gefäß angebracht ist. So halten sie mindestens zwei Meter Abstand von den Kunden, von denen sie sowieso schon durch ihre breite Warentheke getrennt sind.

Die Marktstände stehen jetzt auch in der Mersch- und in der Rekumer Straße.

Die Marktstände stehen jetzt auch in der Mersch- und in der Rekumer Straße. © Jürgen Wolter

Ware wird mit der Stange angereicht

Ihr Wagen steht jetzt an einem neuen Standort: direkt vor der Parfümerie Douglas an der Rekumer Straße. Der Nachbarstand ist mehrere Meter entfernt. „Das finden wir auch sinnvoll“, sagt Rieke Lünenborg. „Wir haben an unserem bisherigen Standort ein Schild aufgestellt, dass wir jetzt hier zu finden sind. Es kamen sogar schon ein paar Kunden, die uns wegen des neuen Standorts erst entdeckt haben.“ Der Gesamtumsatz sei allerdings um etwa 30 Prozent niedriger als vor der Corona-Krise.

Auch Kundin Kathrin Offermann findet es gut, dass die Marktstände mit großem Abstand zu einander auf dem Mark stehen. Insgesamt 23 Stände waren es am Freitag. „Sonst sind es um die 30“, berichtet Stadtsprecher Georg Bockey. „Durch die geringere Zahl hat sich die Enge reduziert, vier Textilhändler haben wir ausgeschlossen, weil sie nicht der Grundversorgung dienen. Die Stände müssen außerdem einen größeren Abstand einhalten.“

„Inzwischen funktioniert es auch mit dem Abstand zwischen den Kunden“, so Obst- und Gemüsehändler Jörg Hohmann. „Das war anfangs noch nicht so, spielt sich aber immer besser ein“, findet er. „Die Kunden achten auch schon untereinander darauf.“

Obst- und Gemüsehändler Jörg Hohmann verkauft sogar etwas mehr als vor der Krise, empfand die Stimmung auf dem Wochenmarkt aber zeitweise als bedrückend.

Obst- und Gemüsehändler Jörg Hohmann verkauft sogar etwas mehr als vor der Krise, empfand die Stimmung auf dem Wochenmarkt aber zeitweise als bedrückend. © Jürgen Wolter

Polizei lobt Halterner Bürger

Zu Beginn der Corona-Krise habe er die Stimmung auf dem Markt als sehr bedrückend empfunden. „Ich komme schon seit 30 Jahren auf den Halterner Markt, vor zwei Wochen hat mich das alles an die Zeit des Flugzeugabsturzes vor fünf Jahren erinnert“, sagt er. Inzwischen verkauft er aber sogar etwas mehr, als vor der Corona-Krise. „Viele Kunden kaufen wohl Obst und Gemüse lieber an der frischen Luft als im Supermarkt.“

Auch Polizei und Ordnungsamt haben ein Auge aufs Marktgeschehen. „Ich muss den Halterner Bürgern ein Kompliment machen“, sagt Polizeibeamter Andreas Staab von der Halterner Wache. „Sie verhalten sich äußerst diszipliniert.“

Lesen Sie jetzt