Coronavirus: Geringe Infektionszahlen in Haltern sind trügerisch

mlzBürgermeister zu Corona

Bürgermeister Bodo Klimpel begrüßt die Lockerungen im Freizeitbereich nach dem Corona-Lockdown. Er warnt aber auch davor, sich zu sicher zu fühlen.

Haltern

, 30.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Beginn der Coronakrise greift Bürgermeister Bodo Klimpel wöchentlich aktuelle Aspekte auf. Die Gefahr durch das Virus sei trotz geringer Infektionszahlen noch nicht gebannt, stellt er warnend fest.

Freibäder stehen vor der Eröffnung. Ist es überhaupt ratsam, schwimmen zu gehen? Wie sieht es dort mit der Ansteckungsgefahr aus?

Bodo Klimpel: Nach Informationen des Umweltbundesamtes ist es höchst unwahrscheinlich, sich im Wasser anzustecken. Denn das Wasser unterliegt ja ständig einer gründlichen Aufbereitung. Zudem bietet die eingesetzte Technik in Verbindung mit Filterung und Desinfektion des Wassers einen weitreichenden Schutz vor Viren und Bakterien. Wobei wir zwei entscheidende Aspekte mit berücksichtigen müssen: Es ist wichtig, auch beim Schwimmen den Abstand zu wahren, um die Tröpfcheninfektionen in der Luft zu vermeiden. Ebenso gilt der Mindestabstand auf der Liegewiese von 1,5 Meter, es sei denn, die Besucherinnen und Besucher stammen aus dem gleichen Haushalt. Es muss auch erfasst werden, wer zu welcher Zeit im Schwimmbad gewesen ist. Diesen kleinen Umstand müssen wir in diesen Zeiten in Kauf nehmen.

Muss ein körperbehinderter Mann, der in der Küche eines Restaurationsbetriebes arbeitet, dort eine Maske tragen?

Nein, das muss er nicht, denn bei ihm liegt ein medizinischer Grund vor, darauf verzichten zu können. Zudem arbeitet dieser Mann ja nicht in einem Bereich, in dem es Kundenkontakte gibt. Es lässt sich außerdem so organisieren, dass er auch genügend Abstand zu seinen Kolleginnen und Kollegen hat.

Wie verhält es sich nun mit Picknicken?

Das Picknicken ist seit dem 20. Mai in der Öffentlichkeit wieder erlaubt – unter Beachtung des Kontaktverbots und des Mindestabstands. Diese Regelung begrüße ich auch, denn es spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen, wenn zum Beispiel eine Familie sich auf eine Decke im Park setzt oder den Blick auf den See genießt. Dabei kann sie mitgebrachtes Essen und Trinken verzehren, das hat doch gerade bei uns in Haltern am See einen hohen Freizeitwert. Und wenn diese Familie dann auch noch keinen Müll hinterlässt, ist es noch besser.

Wir lesen, dass es in Haltern am See aktuell nur noch eine Corona-infizierte Person gibt (Stand 29. Mai). Ist aus Ihrer Sicht die Gefahr gebannt?

Nein, auf keinen Fall. Wir wissen doch spätestens seit der Restaurantgeschichte in Niedersachsen und dem Kirchbesuch in Frankfurt, wie schnell sich eine Reihe von Menschen infizieren kann. Daran wird deutlich, wie trügerisch die Situation ist: Da glauben wir angesichts der aktuell kleinen Zahl, dass wir alles im Griff haben und die Gefahr gebannt ist. Und plötzlich taucht die Frage auf, wo kommt das Virus auf einmal her? Für mich lautet die Antwort: Es war nie weg. Deshalb müssen wir alle weiterhin vorsichtig sein. Und das heißt für mich in erster Linie: Maske tragen in geschlossenen Räumen, in Geschäften, Zügen und Bussen sowie immer und überall Abstand halten. Natürlich freue ich mich darüber, dass es derzeit bei uns so wenige Infizierte gibt. Denn das zeigt auch, dass sich die meisten Bürgerinnen und Bürger sehr gut an die Vorgaben halten.

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