Coronavirus: Neuer Fall in Haltern - 27 Personen im Kreis neu infiziert

Coronavirus

In Haltern gibt es wieder einen neuen Corona-Fall. Allerdings wurde ebenfalls eine Person als genesen erfasst. Im Vergleich zu Dienstag stieg die Zahl im Kreis um 27.

Haltern

, 12.08.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 4 min
86 Halterner wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet.

86 Halterner wurden bislang positiv auf das Coronavirus getestet. © picture alliance/dpa

Sieben Wochen war Haltern den Zahlen nach eine coronafreie Stadt. Seit Ende Juli gab es zwei Neu-Infizierte in der Seestadt. Davon ist eine Person wieder genesen. Am Mittwoch (12. August) kam ein neuer Fall hinzu. Somit stieg die Zahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen in Haltern auf 87. Davon sind 86 genesen.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen im Kreis Recklinghausen beläuft sich aktuell (Stand 12. August) auf 1657. Im Vergleich zu Dienstag sind 27 neue Fälle dazugekommen. Als genesen gelten inzwischen 1492 Menschen, 17 mehr als am Dienstag. 42 Menschen sind im Kreis an den Folgen der Corona-Erkrankung verstorben.

In den letzten sieben Tagen (Stand 12. August) hat es 89 Neuinfektionen gegeben. Am Montag waren es noch 69. Die kritische Marke von 50 Neuinfizierten pro Woche auf 100.000 Einwohner liegt umgerechnet auf die Einwohnerzahl im Kreis Recklinghausen bei 308 Neuinfektionen, wird also aktuell nicht erreicht.

Kreis stockt Team zur Kontaktverfolgung wieder auf

In Marl gibt es am Donnerstag (6. August) einen Fall weniger als gestern. Die Testung einer Person musste wiederholt werden und stellte sich dann als negativ heraus.

Weil die Zahlen der Neuinfektionen auch im Kreis Recklinghausen ansteigen, sieht sieht die Kreisverwaltung in den aktuellen Entwicklungen Handlungsbedarf. Das teilte der Kreis am Donnerstag (6. August) in einer Pressemitteilung mit.

Das betrifft vor allem den Bereich der Kontaktnachverfolgung. Die Kontaktnachverfolgung sei einer der wichtigsten Schlüsselbereiche im Kampf gegen die Pandemie. Nur durch die schnell Ermittlung und Verfolgung von Kontaktpersonen sei es möglich, Infektionsketten zu unterbrechen, heißt es vom Kreis.

Mitarbeiter fehlen in anderen Verwaltungsbereichen

Das Team, das zwischenzeitlich aus rund 100 Personen bestand, wurde durch die zunächst positiven Entwicklungen reduziert und muss nun wieder verstärkt werden. Dazu werden externe Kräfte, aber vor allem auch Verwaltungsmitarbeiter eingesetzt. Letzteres hat erneut zur Folge, dass diese in anderen Verwaltungsbereichen fehlen. Zusätzlich sind außerdem mehr Mitarbeiter beim Infotelefon eingesetzt, das ein deutlich erhöhtes Anrufaufkommen stemmen muss. Dort gehen nicht nur Fragen von Bürgern ein, sondern auch die Rückmeldungen der Reiserückkehrer, die verpflichtet sind, sich beim Gesundheitsamt zu melden.

Alle Bereiche der Kreisverwaltung sind weiter für die Bürger da, es kann aber zu einer Verringerung von angebotenen Terminen und längeren Bearbeitungszeiten kommen. Weiterhin gilt, dass der Besuch der Verwaltungsgebäude nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich ist.

Reiserückkehrer stellen große Herausforderung dar

Landrat Cay Süberkrüb: „Besonders Reiserückkehrer stellen für das Gesundheitsamt aktuell eine große Herausforderung dar. Leider zeigt sich, dass mehrere Bürger das Virus aus dem Urlaub mit nach Hause gebracht haben.“ Eine weitere Problematik könne mit der Rückkehr zum Regelbetrieb in den Schulen und Kitas entstehen.

Wegen steigender Zahlen wird nicht nur die Kontaktnachverfolgung und das Infotelefon personell gestärkt, auch der Krisenstab erhöht den Rhythmus seiner Sitzungen. „Bitte achten Sie auf sich und Ihre Mitmenschen. Halten Sie sich weiterhin an Hygieneregeln, Maskenpflicht und Mindestabstände“, appelliert Süberkrüb an die Solidarität der Bürger.

Insgesamt haben sich je nach Kreisstadt so viele Menschen angesteckt:

Am Wochenende und an Feiertagen werden vorerst keine Zahlen mehr veröffentlicht.

Erster Todesfall in Dorsten

Der erste Mensch, der im Kreis Recklinghausen am neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2 verstorben ist, war ein 70 Jahre alten Mann aus Dorsten mit Vorerkrankung, der zuletzt im Krankenhaus behandelt worden ist.

Coronavirus: Neuer Fall in Haltern - 27 Personen im Kreis neu infiziert

© BZgA

Die Kreisverwaltung in Recklinghausen hat einen Krisenstab einberufen, der die Entwicklung der Lage stets im Auge behalte „und jederzeit handlungsfähig ist“, teilte der Kreis mit.

Lehr- und Kitakräfte können sich ab sofort kostenlos testen lassen

Der Kreis wies am Samstag (1. August) darauf hin, dass Lehrkräfte, Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen und Kinderpflegeeinrichtungen sich ab sofort kostenlos und freiwillig alle zwei Wochen bei ihrem Hausarzt testen lassen können. Dem voraus ging eine Entscheidung auf Bundes- und Landesebene.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich unmittelbar nach ihrer Rückkehr in Quarantäne zu begeben und beim Gesundheitsamt zu melden. Darüber hinaus gilt gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes, dass sie sich außerdem auf das Corona-Virus testen lassen müssen.

Für die Tests gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Der Test wird vor der Einreise nach Deutschland durchgeführt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass er nicht älter als 48 Stunden sein darf, von einem zertifizierten Labor durchgeführt worden sein muss und das Ergebnis in deutscher oder englischer Sprache vorliegt.
  • Der Test wird direkt bei der Einreise am Flughafen vorgenommen. Diese Tests sind für die Einreisenden kostenlos. Wichtig zu berücksichtigen: Auch in diesen Fällen gilt die Quarantäne so lange, bis das schriftliche Testergebnis vorliegt. Die Nachricht auf dem Smartphone genügt nicht, da diese weder personalisiert ist noch Informationen zum Labor enthält, das den Test durchgeführt hat. Gemäß der aktuell gültigen Einreiseverordnung muss zur Quarantäne-Befreiung allerdings eine schriftliche Bestätigung vorliegen.
  • Der Test wird nach der Rückkehr vom Hausarzt durchgeführt. In diesem Fall ist vorher unbedingt telefonisch Kontakt zur Arztpraxis aufzunehmen und der Hinweis auf die Rückkehr aus einem Risikogebiet zu geben.

Reiserückkehrer aus Ländern, die vom RKI nicht als Risikogebiet ausgewiesen worden sind, können sich gemäß der neuen Einreiseverordnung des Bundes ebenfalls kostenlos bei ihrem Hausarzt auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen.

Alle oben genannten Testungen sind gemäß der aktuell gültigen Verordnungen durch die niedergelassenen Ärzte oder durch die von der Kassenärztlichen Vereinigung eingerichteten Testzentren durchzuführen. Sollte es dabei Schwierigkeiten geben, ist Kontakt zur Kassenärztlichen Vereinigung aufzunehmen.

Kreisverwaltung führt keine Tests mehr durch

Die Kreisverwaltung und das Deutsche Rote Kreuz weisen darauf hin, dass es in all diesen Fällen derzeit keine Möglichkeit mehr gibt, die oben genannten Tests durchzuführen. Grund dafür sind die neu getroffenen Vereinbarungen zwischen den Ministerien und der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der erneute Entzug der Betriebsstättennummer durch die Kassenärztliche Vereinigung zum 1. August 2020. Das Deutsche Rote Kreuz hat mit Unterstützung der anderen Hilfsorganisationen im Auftrag des Kreises seit März die Tests auf das Corona-Virus vorgenommen.

Die aktuellen Veränderungen betreffen auch das bisherige Verfahren für symptomatische Patienten. Bislang konnten niedergelassene Ärzte, die Patienten mit Verdacht auf Corona nicht selber testen wollten, diese zum Test durch die Hilfsorganisationen anmelden. Auch das ist ab sofort nicht mehr möglich.

Corona-Infotelefon passt Zeiten erneut an

Da zum Ferienende mit einem erhöhten Nachfrage-Aufkommen zu rechnen ist, hat der Krisenstab des Kreises beschlossen, dass das Corona-Infotelefon für allgemeine Fragen rund um das Thema Corona auch am Wochenende aktiviert wird. Das Corona-Infotelefon ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Am 8. und 9. August ist das Team vom Infotelefon jeweils von 10 bis 14 Uhr unter 02361-532626 erreichbar.

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Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern müssen laut Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums abgesagt werden. Bei Veranstaltungen mit weniger Personen sieht der Erlass vor, dass die örtlich zuständigen Gesundheitsämter eine Empfehlung an die Ordnungsämter der Städte aussprechen, ob die jeweiligen Veranstaltungen stattfinden sollten oder nicht.

„Die Empfehlung des Kreises richtet sich nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts, bei denen es um die Teilnehmer, Veranstaltungsart und Veranstaltungsort geht“, heißt es vom Kreis. Denn neben der Teilnehmerzahl sei auch Alter der Teilnehmer, Intensität und Dauer des Kontaktes, geschlossener oder offener Raum wichtige Kriterien.

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