St.-Sixtus-Hospital © Kevin Kindel (Archiv)
Coronavirus

Coronavirus: So viele Mitarbeiter in den KKRN-Kliniken sind infiziert

Im Marler Marien-Hospital werden ab sofort geplante Operationen verschoben. So weit ist man in den Kliniken in Haltern und Dorsten noch nicht. Aber auch hier ist die Arbeit kräftezehrend.

Die Haltung von Guido Bunten zu den Bürgern, die sich mitten in der Corona-Pandemie ohne Masken zu Demonstrationen für die Freiheit treffen wie beispielsweise gerade in Dorsten geschehen, ist eindeutig. „Von ihnen arbeitet wohl keiner in einem Krankenhaus und versorgt Corona-Patienten“, sagt der Prokurist des Krankenhausverbundes Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord (KKRN) mit Standorten in Haltern, Dorsten, Marl und Westerholt.

Die Pflege dieser Patientengruppe sei ein „hartes Geschäft“, das unter anderem durch das notwendige Tragen von Schutzausrüstung inklusive Atemmasken erschwert werde. Die Lage an allen vier Klinikstandorten des Verbundes sei angespannt. Guido Bunten betonte allerdings auch, dass man die Lage nach wie vor im Griff habe.

Große Anstrengungen notwendig

Dies ist aber nur aufgrund von großen Anstrengungen möglich. Dazu gehören nicht nur Maßnahmen von der Schaffung von Corona-Stationen bis hin zu Hygieneregeln, sondern auch die Tatsache, dass schon Mitarbeiter aus dem Urlaub geholt werden mussten, um den Betrieb aufrecht zu halten.

Wie viel emotionale Belastungen für alle Beteiligten mit der aktuellen Krisensituation verbunden sind, kann man angesichts der nackten Zahlen vom Donnerstag (3. Dezember) nur erahnen.

  • Haltern: Von 340 Mitarbeitern im Sixtus-Hospital sind zwei mit Corona infiziert. es werden zwei Corona-Patienten versorgt, einer davon auf der Intensivstation.
  • Dorsten: Von 650 Mitarbeitern im Elisabeth-Krankenhaus sind sechs mit Corona infiziert. 19 Corona-Patienten liegen werden betreut, vier befinden sich auf der Intensivstation.
  • Marl: Von 750 Mitarbeitern im Marien-Hospital sind 39 positiv auf Corona getestet. 18 Corona-Patienten liegen in diesem Krankenhaus, drei auf der Intensivstation.
  • Westerholt: Von 220 Mitarbeitern im Gertrudis-Hospital sind acht positiv getestet. 13 Corona-Patienten werden betreut. Bisher musste von ihnen keiner auf die Intensivstation umgelegt werden.

In Marl werden Operationen verschoben

Aufgrund der verschärften Infektionslage sieht sich das Marler Marien-Hospital in Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises Recklinghausen gezwungen, alle geplanten Operationen abzusagen und auch das Notfallprogramm einzuschränken. Absolute Notfälle wie beispielweise Herzinfarkte oder auch die Versorgung der Dialysepatienten seien von dieser Maßnahme nicht betroffen.

„Wir hoffen, dass der Impfstoff jetzt schnell kommt“, sagt Guido Bunten. Dreimal pro Woche trifft sich der Krisenstab des KKRN, um flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren. Mit einiger Sorge sieht man hier der Zeit um Weihnachten und dem Jahreswechsel entgegen. „Wir sind vorbereitet“, sagt Guido Bunten.

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Redaktion Haltern
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Silvia Wiethoff

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