Coronavirus sorgt für Boom beim Fahrradhandel in Haltern

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Das Frühjahr ist immer die Hauptgeschäftszeit für Fahrradhändler. Aber in diesem Jahr ist der Run wegen des Coronavirus noch größer - gleichzeitig gibt es Lieferengpässe.

Haltern

, 31.05.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fahrradfahren liegt im Trend - schon seit Jahren. Das Coronavirus und die Einschränkungen im Freizeitbereich haben dazu geführt, dass die Nachfrage nach Rädern in diesem Frühjahr fast explodiert ist. Das stellen auch Halterner Fahrradhändler fest.

„Wir kommen mit der Arbeit kaum nach“, sagt Hubert Bienst, Inhaber des Zweiradgeschäftes Marwitz an der Lippstraße in der Halterner Innenstadt. „Die Leute hatten außer Fahrradfahren nicht viel zu tun. Viele andere Freizeitmöglichkeiten waren ja weggefallen. Es gibt eine riesige Nachfrage, die wir so sonst noch nicht hatten.“ Insbesondere E-Bikes und Pedelecs seien gefragt, sagt Hubert Bienst. „Manchmal könnte man meinen, es wird nur noch E-Bike gefahren“.

Lieferengpässe bei einigen Herstellern

Gleichzeitig gibt es aber bei einigen Herstellern Lieferengpässe. „Durch das Coronavirus war auch die Herstellung betroffen, viele Werke waren geschlossen. Dadurch bekommen wir jetzt nicht mehr die komplette Ware, die wir bestellen. Wir haben zwar viele Räder auf Lager, aber nicht immer die, die die Kunden wollen, wenn sie spezielle Vorstellungen haben.“

„Land unter“ meldet auch Claudia Wachowiak, Inhaberin von MCW-Trend Bikes im Gewerbegebiet Prozessionsweg. „Das Geschäft ist ständig voll, die Nachfrage ist riesengroß.“ Nachgefragt werden insbesondere E-Bikes, der Trend zu den Rädern mit elektrischer Unterstützung hat sich durch die Corona-Krise noch gesteigert. „Schon immer ist das Frühjahr unsere umsatzstärkste Zeit“, sagt Claudia Wachowiak. „Aber dieses Jahr toppt alles bisher Dagewesene. Das ist teilweise schon extrem.“

Auch die Werkstatt ist komplett ausgelastet

Nicht nur der Verkauf, auch die Werkstatt ist komplett ausgelastet. „Das begann schon während des Corona-Lockdown, denn die Werkstatt durften wir ja öffnen, auch als der Verkauf noch geschlossen war“, so Claudia Wachowiak. Schon da kamen sehr viele Kunden, die ihre Räder wieder flottmachen wollten. „Radfahren war eben eine der wenigen Freizeittätigkeiten, die man noch ausüben konnte. Man kann von einem regelrechten Boom sprechen“, so Claudia Wachowiak.

Auch in der Werkstatt ist bei MCW Bikes jede Menge zu tun. Hier justiert Arne Nieper einen Lenker.

Auch in der Werkstatt ist bei MCW Bikes jede Menge zu tun. Hier justiert Arne Nieper einen Lenker. © Jürgen Wolter

Inzwischen hat MCW-Bikes drei Aushilfen zusätzlich eingestellt, um den Andrang zu bewältigen., „Ich könnte noch mehr Mitarbeiter einstellen, so viel ist im Augenblick zu tun“, sagt die Inhaberin. Auch sie hat mit Lieferengpässen zu kämpfen. „Das betrifft nicht nur Neuräder, sondern auch Zubehörteile.“

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