Darum berichten wir über das Islamverständnis des Halterner Apothekers

mlzKommentar

Unser Artikel über den Apotheker und sein Islamverständnis hat für viele Diskussionen gesorgt. Wir haben uns aus klaren Gründen für eine Veröffentlichung entschieden.

Haltern

, 07.08.2019, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Über 180 Kommentare auf unserer Facebook-Seite, einige E-Mails und persönliche Gespräche zeigen, dass das Thema und unsere Berichterstattung rund um die Halterner Falken-Apotheke von Bernd Redemann polarisieren. Die einen kritisieren beispielsweise die Ansichten des Apothekers, andere wiederum sind nicht einverstanden damit, dass wir als Halterner Zeitung über sein Islamverständnis einen Artikel veröffentlichen und ihm „damit ein Forum bieten“.

Der Autor des Textes über Bernd Redemann ist selbst Moslem und kommt aus Essen. Er kennt unsere Seestadt wenig und wunderte sich über die arabischen Schriftzeichen an und in der Falken-Apotheke von Bernd Redemann. Er war neugierig, was es damit auf sich hat, und begann, mit dem Apotheker über dessen Glauben zu sprechen. So weit, so gut. In Deutschland herrscht Religionsfreiheit. Ein Grundrecht, das es zu verteidigen gilt. Jeder kann seine Religion frei ausüben. Auch Bernd Redemann. Somit wäre das für uns kein Anlass gewesen, einen Artikel zu verfassen.

Pierre Vogel als Vorbild genommen

Als sich im Gespräch aber zeigte, dass sich der Halterner Apotheker bei der Ausübung seines Glaubens unter anderem Pierre Vogel als Vorbild nimmt, änderte sich für uns die Nachrichtenlage. Denn Pierre Vogel gilt als einflussreicher salafistischer Prediger, der vom Verfassungsschutz Berlin als problematisch eingeschätzt wird.

Unter anderem, weil er mit seinen Parolen die Radikalisierung von Muslimen vorantreibe. Vogels Bild des Islam spiegelt also nicht den Glauben der Millionen friedlich in Deutschland lebenden Muslime.

Er weiß, wovon er redet

Wenn nun Bernd Redemann als Betreiber einer öffentlichen Apotheke in Kundengesprächen dessen Islamverständnis verbreitet, sehen wir es als Medium vor Ort als unsere Aufgabe an, darüber öffentlich zu berichten. Zumal der Apotheker sehr offensiv damit umgeht und genau weiß, worüber er da redet.

Ein unbedarfter Kunde, der sich mit dem Islam bisher nicht auseinandergesetzt hat, könnte jedoch falsche Rückschlüsse daraus ziehen und denken, der Islam sei das, was Bernd Redemann propagiert. Hier gilt es aufzuklären. Denn Muslime können und dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Es gibt in Deutschland 11.500 Salafisten wie Pierre Vogel. Und circa fünf Millionen Muslime. Das Gedankengut, auf dem das Islamverständnis von Bernd Redemann basiert, gehört also zu einer Minderheit.

Und das darf in unseren Augen nicht unkommentiert bleiben. Schon gar nicht in einer Zeit, in der die Vorbehalte gegen den Islam steigen – geschürt durch bestimmte Parteien oder Fake News im Netz. Dagegen stellen wir uns als Halterner Zeitung.

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