Die Hebammen aus der Hebammenpraxis in Haltern: Von links: Manuela Grafe, Gudula Stenner-Klischies, Sabina Gajda, Claudia Müffler. © Hebammenpraxis in Haltern
Coronavirus

Das Coronavirus schenkt jungen Eltern Ruhe und Entspannung

Wegen der Corona-Pandemie ist die Nachrichtenlage gerade mehr negativ und trist. Für frisch gebackene Eltern haben die Einschränkungen der Krise aber auch ihr Gutes.

Wegen der Corona-Pandemie häufen sich auch in Haltern die negativen und pessimistischen Nachrichten. So sind alte Menschen isoliert, medizinische Einrichtungen überlastet und Gastronomie sowie Einzelhandel kämpfen ums Überleben. Gibt es denn überhaupt keine Neuigkeiten, die uns in eine positive Stimmung versetzen?

Doch, eine kommt von Hebamme Manuela Grafe und sie sollte uns nachdenklich stimmen. „Das Arbeiten war für uns Hebammen nie so schön“, erstaunt Manuela Grafe von der Halterner Hebammenpraxis mit einer Aussage zu den Folgen der Corona-Pandemie, die sich vor allem auf die Nachsorge von Müttern und ihren Familien bezieht.

Der Terminstress in den Familien fällt weg

Selbst Erstgebärende seien entspannt wie nie und das wirke sich auch beruhigend auf die Kinder aus. Woran das liegt? Aufgrund der Einschränkungen, die uns allen wegen der Corona-Krise auferlegt werden, fällt der Terminstress in den Familien weg. So können viele Besuche von Verwandten oder Freunden nicht stattfinden. Das wirke auf die Wöchnerinnen durchaus entlastend, berichtet Manuela Grafe.

Auch Frauen, die schon mehrfach entbunden hätten und über Erfahrung mit den Bedürfnissen eines Neugeborenen verfügten, profitierten von der verordneten Ruhepause in den Familien. So sei es bei diesen manchmal schwierig, ein Zeitfenster für einen Hebammenbesuch zu finden, weil die älteren Kinder eines Paares zu ihren Terminen gebracht werden müssten.

Aktuell fielen diese vom Musikunterricht bis zur Sportstunde aus, sodass die Familien viel mehr Zeit für sich hätten und das neue Baby in ihrer Mitte genießen könnten. Das gelte allerdings nicht für die Großeltern, schränkt Manuela Grafe ein. Besonders diejenigen, die das Wunder des Lebens zum ersten Mal aus dieser Perspektive erlebten, litten unter den Auflagen der Corona-Pandemie.

Werdende Väter sind verunsichert

Werdende Eltern machten sich erst einmal viele Gedanken rund um die Geburt in der Krise. Dabei seien vor allem die künftigen Väter verunsichert, erklärt Manuela Grafe. Im Dorstener Krankenhaus, wo viele Halterner entbinden, sei es bisher weiterhin möglich, dass die Väter die Geburt im Kreißsaal miterleben können. „Wir brauchen die Männer auch, beispielsweise zum Umarmen und Festhalten der Frauen“, sagt die erfahrene Hebamme.

Sie werden im Moment aber erst dazu geholt, wenn es wirklich zur Sache geht. Bisher habe es bis auf einen Fall immer geklappt, dass die Väter pünktlich zur Geburt zur Stelle waren, schildert Manuela Grafe ihre Erfahrungen. Wie sehr dort das Coronavirus für Verunsicherung sorge, zeige der Fall eines werdenden Vaters, der zwölf Stunden in der Nähe des Krankenhauses und im Auto verbracht habe, um es auf jeden Fall rechtzeitig in den Kreißsaal zu schaffen.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Jeder Mensch hat eine Geschichte zu erzählen und hinter jeder Zahl steckt eine ganze Welt. Das macht den Journalismus für mich so spannend. Mein Alltag im Lokalen ist voller Begegnungen und manchmal Überraschungen. Gibt es etwas Schöneres?
Zur Autorenseite
Silvia Wiethoff

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.