Meinung

Das Leid mit den Batterien: Und ewig flackert die Bequemlichkeit

Die LED-Grabkerzen leuchten wochenlang, halten Wind und Regen stand und sehen trotzdem natürlich aus. Doch die Entsorgung der Batterien sollte man nicht sorglos Anderen überlassen.
Auf dem Friedhof an der Hullerner Straße sind auf zahlreichen Grabstellen LED-Lichter aufgestellt. © Silvia Wiethoff

Für die Halterner Friedhöfe gibt es Satzungen, die alles bis ins Kleinste genau regeln. Da geht es nicht nur um die festen Größen von Grabmalen und Grabplatten, Kreuzen und Stelen, die nur aus Naturmaterialien bestehen dürfen. Da geht es ebenso um Trauergebinde, Kränze und Gestecke, die nur aus biologisch abbaubaren Materialien hergestellt sein dürfen.

Alles scheint geregelt. Fast. Denn auch auf den Friedhöfen hat technischer Fortschritt Einzug gehalten und sei er noch so klein wie eine Kerze. LED-Lichter sind in jüngster Zeit ein enormes Ärgernis geworden. Müssten sie nicht sein, wenn jeder seinen Müll, sprich leere Batterien, wieder mit nach Hause oder zur Entsorgungsstation nehmen würde.

Eine Friedhofsgärtnerin hat mitgedacht, weil die Friedhofsverwalter die Lage noch nicht erkannt haben: Sie hat Sammelbehälter an die Zäune gehängt; das Entsorgen hat sich ihr Arbeitgeber zur Aufgabe gemacht. Ein schönes Beispiel für umweltbewusstes Handeln.

Jeder, der ein LED-Licht aufs Grab stellt, könnte das auch selbst verantwortungsvoll erledigen statt aus Bequemlichkeit die grüne Tonne als Entsorgungsstätte zu entfremden. Vielleicht findet das Problem – regelfixiert wie wir sind – Einzug in die umfangreiche Friedhofssatzung. Dann doch bitte gleichzeitig ein anderes Übel lösen und am besten verbieten: die Verschotterung der Gräber!

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