Für die Kleinsten kann die Stadt noch nicht genügend Kitaplätze anbieten. © dpa
Kindergartenplätze

Das neue Kindergartenjahr hat begonnen – noch sind Kinder unversorgt

Das neue Kindergartenjahr hat begonnen. 1401 Plätze kann die Stadt anbieten, davon 1079 für die über Dreijährigen und 322 für die unter Dreijährigen. Das sorgt nur bedingt für Zufriedenheit.

Den meisten Familien konnte die Stadt Betreuungsplätze in einer Kita oder in der Tagespflege bereitstellen. So sind in nahezu allen Kitas die im neuen Kindergartenjahr zur Verfügung stehenden Betreuungsplätze belegt. „Es sind aber auch noch Kinder unversorgt“, erklärt Jugendamtsleiter Gisbert Drees auf Nachfrage. Im Ü3-Bereich habe das Jugendamt mit allen Familien gesprochen, die individuelle Situation erörtert und in der Regel auch Plätze anbieten können.

Diese Plätze wurden dann aus verschiedenen Gründen (unpassender Zeitpunkt oder weil es nicht die Wunschkita war) teils nicht angenommen. „Bei den unter dreijährigen Kindern konnten wir aufgrund unserer sehr guten Angebotsquote von über 70 Prozent für die ein- und zweijährigen Kinder in Kitas und insbesondere in der Tagespflege viele, aber leider nicht alle Betreuungswünsche erfüllen“, erläutert Gisbert Drees. Auch hier stehe der Fachdienst im Austausch mit den Familien und versuche, Lösungen zu finden. Kurzfristige Betreuungswünsche, die zum Beispiel durch Zuzug nach Haltern entstünden, seien dabei natürlich schwieriger zu erfüllen.

„Situation in Haltern war schon deutlich kritischer“

Die Versorgungsquote für die Kinder unter drei Jahren liegt bei 71,6 Prozent. „Die Situation insgesamt war in Haltern schon deutlich kritischer, die Quoten sind tatsächlich gut, aber sie könnten auch besser sein“, sagt Jugendamtsleiter Gisbert Drees. „Was nutzt einer Familie eine im Vergleich mit anderen Städten gute Quote, wenn sie selbst keinen Platz für ihr Kind findet?“

Im Vergleich zur Situation vor einigen Jahren ist in Haltern am See aber eine deutliche Entspannung in der Betreuungslandschaft festzustellen. Sowohl die neuen Einrichtungen an der Lohausstraße oder in der ehemaligen Martin-Luther-Schule als auch Übergangslösungen – beides war nach Auskunft von Jugendamtsleiter Drees nur durch enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Trägern möglich – sowie die deutliche Ausweitung der in der Kindertagespflege angebotenen Plätze wirken sich inzwischen sehr positiv aus.

Große Hoffnungen ruhen auf den Katharinenhöfen

Im Lambertus-Kindergarten in Lippramsdorf werden Plätze für Familien reserviert, die im Laufe des Kindergartenjahres nach Haltern ziehen. Dass die Stadt bei den Ü-3-Kindern so gut dasteht (Versorgungsquote 100 Prozent) hängt mit befristeten Zusatzgruppen in St. Antonius Lavesum und der städtischen Kita Conzeallee zusammen. In Lavesum soll die aktuell im Mehrzweckraum untergebrachte dritte Gruppe durch eine Erweiterung des Hauses verstetigt werden. Dann entstehen dauerhaft 10 bis 20 Plätze – je nach Gruppenstruktur.

Große Hoffnungen ruhen auf dem neuen Kindergarten in den Bossendorfer Katharinenhöfen. Es ist in Haltern die erste Kita im Investorenmodell. Die Investoren geben jedoch inzwischen schon kein Terminversprechen für den Einzugstermin, die Bauarbeiten für den großen Wohn- und Gewerbekomplex am Kanal haben noch gar nicht begonnen. In den Katharinenhöfen wird eine Kita für 55 Jungen und Mädchen integriert, Träger wird die evangelische Kirchengemeinde sein.

Die Grünen und die SPD fordern den Bau eines weiteren Kindergartens. Ein Grundstück an der Krummen Meer ist dafür auf jeden Fall reserviert.

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Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief

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