Das sagen Menschen in der Halterner Fußgängerzone zur aktuellen Lage

mlzCorona-Maßnahmen

Ab Montag gelten in Deutschland wieder strengere Maßnahmen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Notwendig oder überzogen? Ein Stimmungsbild aus der Halterner Fußgängerzone.

Haltern

, 29.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Martin Ronig stöbert im Schaufenster eines Kleidungsgeschäftes in der Halterner Innenstadt. Einkaufen im Einzelhandel wird auch ab Montag weiterhin möglich sein - vieles andere aber nicht: Die Gastronomie, der Sport-, Tourismus- und der Freizeitbereich müssen ab dem 2. November wieder schließen. Dazu kommen stärkere Kontaktbeschränkungen. „Notgedrungen muss das jetzt mal sein“, sagt Martin Ronig. Die Maßnahmen seien aufgrund der stark angestiegenen Infektionszahlen einfach dringend notwendig, meint er.

Martin Ronig sorgt sich um die Krankenhauskapazitäten und findet strengere Maßnahmen deswegen richtig.

Martin Ronig sorgt sich um die Krankenhauskapazitäten und findet strengere Maßnahmen deswegen richtig. © Pia Stenner

„Wenn man die Bilder von überfüllten Krankenhäusern aus Belgien oder Spanien im Kopf hat, dann will man einfach, dass es hier nicht so weit kommt.“ Martin Ronig hat selbst im Frühjahr erlebt, welche Auswirkungen die Coronapandemie auf die Gesundheitsversorgung auch in Deutschland hatte. Seine 84-jährige Mutter sei in dieser Zeit verstorben. „Zwar nicht an Corona, aber man stellt sich natürlich die Frage, ob sie mit Behandlungen, die ausfallen mussten, heute vielleicht noch leben würde“, sagt er.

Seine Mutter habe in einem Pflegeheim gelebt, wo er sie nicht besuchen durfte. „Das ist für alte Menschen wirklich nicht schön.“ Deswegen findet Martin Ronig es richtig, dass unter den neuen Maßnahmen geregelte Besuche in Alten- und Pflegeheimen zulässig sein sollen.

„Anders geht‘s ja nicht“

Auch die Halternerin Margarete Stevermüer begrüßt die neuen Regelungen von Bund und Ländern. „Ich finde das absolut angemessen. Anders geht’s ja nicht“, sagt sie. Sie könne zwar den Unmut einiger Menschen verstehen. „Aber ich wünsche mir, dass da einfach mal mehr Ruhe reinkommt. Wenn sich jeder etwas zurücknehmen würde, sähe es ja auch ganz anders aus.“

Ihr persönlich falle es nicht schwer, für den begrenzten Zeitraum auf Kontakte zu verzichten. „Wenn wir vier Wochen weiter sind, müssen wir gucken wie die Lage ist. Es liegt ja an den Menschen selbst, ob wir es schaffen, dass die Infektionszahlen wieder runter gehen.“

Margarete Stevermüer hält die neuen Maßnahmen für „absolut angemessen“.

Margarete Stevermüer hält die neuen Maßnahmen für „absolut angemessen“. © Pia Stenner

So sieht es auch Christine Else. Sie findet es zwar schade, dass „alles von oben herab bestimmt werden muss“. Auf der anderen Seite sehe sie aber, dass sich die Menschen ohne Beschränkungen nicht an die einfachen Maßnahmen wie Abstand halten oder Maske tragen halten würden.

Christine Else lebt alleine. „Die Situation ist für mich belastend“, sagt sie. Die Gefahr, sich anzustecken, sei aber da und ohne Maßnahmen nicht aus der Welt zu schaffen.

Christine Else lebt alleine. Sie sagt, die Situation sei belastend.

Christine Else lebt alleine. Sie sagt, die Situation sei belastend. © Niklas Berkel

Der Lockdown-light findet in der Halterner Fußgängerzone viele Befürworter. Aber nicht alle Maßnahmen können die Halterner Bürger verstehen. Diana Göttig sieht das Verbot für die Gastronomie als „unfair“ an. „Die Gastronomen haben nichts mit der aktuellen Situation zu tun.“ Diese und die Menschen, die essen gingen, würden sich an alle Hygieneregeln halten, findet sie. „Dass nun die Gastronomie bestraft wird, ist einfach schade“, sagt sie.

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Auch ein junges Pärchen, das namentlich nicht genannt werden möchte, sagt, dass die Gastronomen ihnen leid tun. Die aktuellen Beschränkungen halten sie für vollkommen richtig. „Man sieht doch, was los ist und wie es in den anderen Ländern ausschaut.“ Aber ob es richtig sei, die Gastronomie zu schließen? Eher nicht. Sie hoffen, dass die von der Bundesregierung angekündigten Hilfen am Ende auch wirklich ankommen.

Hans-Jürgen Schaeffler kann die Maßnahmen, aber auch die Kritiker dieser verstehen.

Hans-Jürgen Schaeffler kann die Maßnahmen, aber auch die Kritiker dieser verstehen. © Niklas Berkel

Hans-Jürgen Schaeffler kann auch nicht verstehen, warum die Gastronomie schließen muss, „die Schulbusse aber weiterhin völlig überfüllt fahren dürfen“. Er kann verstehen, wenn sich Bürger dann fragen, was das solle.

Zusammenfassend jedoch antwortet er wie die übrigen Passanten: „Den Lockdown-light halte ich für völlig in Ordnung. Da musste etwas getan werden, damit es hier nicht wie in anderen Ländern wird.“

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