Der Original-DDR-Grenzpfahl bei Toddy Geldmann in Jupps Biergarten hat eine ganz besondere Geschichte. © Jürgen Wolter
DDR-Grenzpfahl

DDR-Grenzsäule aus Thüringen ist in Haltern ein beliebtes Fotomotiv

Gehen Spaziergänger bei Jupps Biergarten vorbei, dann blicken sie auf einen schwarz-rot-goldenen Pfahl. Welche Geschichte dahinter steckt, erzählt uns Jupp-Geschäftsführer Toddy Geldmann.

Der Erlebnisbiergarten Jupp am Stausee sticht nicht nur durch die schöne Lage ins Auge. Auf dem Gelände von Toddy Geldmann stehen etliche Relikte aus vergangenen Zeiten und verschiedensten Ländern. Egal ob englische Telefonzelle, französische Briefkästen oder übergroße Weinfässer zum Sitzen – bei Jupps Biergarten steht so einiges, was man woanders wohl kaum zu Gesicht bekommt.

An einem besonderen Stück Geschichte bleiben die Menschen oft stehen. Eine schwarz-rot-gold-lackierte, massive Betonsäule mit Reliefschild ziert das Gelände und sorgt bei Passanten für Gesprächsstoff.

Diese Betonsäule ist ein Relikt aus der jüngeren deutschen Geschichte. Sie erinnert an die Teilung Deutschlands bis 1989, den Fall der Berliner Mauer und die Wiedervereinigung. Der Original-DDR-Grenzpfahl steht seit 1990 in Jupps Biergarten.

Die Grenzsäulen dienten als Markierungen der Staatsgrenze der DDR. Sie wurden erstmals 1967 aufgestellt und tragen das Staatswappen der DDR sowie den Staatsnamen auf einem Reliefschild aus Aluminiumguss. Insgesamt standen an der innerdeutschen Grenze 2735 solcher Säulen.

Grenzpfahl war ein Geschenk aus Thüringen

Die fast eine halbe Tonne schwere Betonsäule kommt ursprünglich aus Thüringen. Sie stand in Unterbreizbach, einer Partnerstadt von Haltern am See, und wurde Geldmanns Vater als Geschenk überreicht. Zusätzlich erhielt er einen Trabbi, der lange Zeit ebenfalls bei Jupps Biergarten stand.

Als der Pfahl nach Haltern kam, gab es ein großes Fest, bei dem sogar Gelsenwasser dabei half, den Pfahl in die Erde zu bringen. Dies sei angesichts des hohen Gewichts und der Tiefe auch dringend nötig gewesen, berichtet Toddy Geldmann. Anfangs stand die Säule noch an anderer Stelle, vor guten 20 Jahren erhielt sie aber nach einer Grundstücks-Expansion ihren aktuellen Platz.

„Der Grenzpfahl dient als Zeichen für die Überwindung der Teilung Deutschlands“, erklärt Geldmann. Er rufe die Thematik ins Gedächtnis und sorge regelmäßig für Gespräche rund um das Thema DDR, so Geldmann weiter. Auch als beliebtes Fotomotiv dient der Pfahl. „Von dem Grenzpfahl werden jeden Tag bestimmt dutzendfach Fotos gemacht“, berichtet er.


Damit die Grenzsäule nicht verkommt, wird sie regelmäßig gepflegt. Um dem Abblättern des Lacks nach all der Zeit entgegenzuwirken, wird die Säule regelmäßig neu lackiert.

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