Deckenputz fiel von der Decke

Schrecken zum Mittag

Einen besonders wachsamen Schutzengel muss Margot Schipper am Samstag Mittag gehabt haben: Ein Teil des Deckenputzes löste sich, große Stücke landeten dort, wo die 89-Jährige zu dieser Zeit normalerweise zu Mittag isst. Hätte sie dort wie üblich gesessen, da ist sie sicher, wären schlimme Verletzungen die Folge gewesen.

HALTERN

19.04.2011, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Normalerweise isst Margot Schipper dort zu Mittag, wo große Teile des Deckenputzes herunter fielen.

Normalerweise isst Margot Schipper dort zu Mittag, wo große Teile des Deckenputzes herunter fielen.

Besonders ärgern sich die beiden jedoch über Hausverwalter Wolfgang Prohl. „Es gab keine Notrufnummer für das Wochenende. Erst Montagmorgen erreichten wir dort jemanden“, so Thewes. Eine Notrufnummer brauche es auch nicht, so Prohl. Denn da Margot Schippers Wohnung ihr Eigentum ist, sei sie selbst für die Beseitigung der Schäden verantwortlich. Die Hausverwaltung könne höchstens in ihrem Auftrag tätig werden. Dies tat sie inzwischen, in dem sie eine Architektin in die Wohnung schickte. „Der Hausverwalter hat in der Tat – sofern vertraglich nicht anders geregelt – keine Pflicht, sich um derartige Schäden zu kümmern“, informiert Rechtsanwalt Thomas Schwieren. „Der Eigentümer ist bei Schäden in seiner eigenen Wohnung selbst verantwortlich. Wie gesagt: Sofern kein Vertrag existiert, in der sich der Hausverwalter verpflichtet, solche Arbeiten zu übernehmen.“

Doch noch viele weitere Fragen bleiben für Margot Schipper offen: Wieso fiel der Putz so plötzlich herunter? Gibt es eine Verbindung zu den Renovierungsarbeiten der Nachbarn über der Rentnerin? Und welche Versicherung kommt für den Schaden auf? Momentan schieben sich die Gesellschaften noch untereinander den „schwarzen Peter“ zu. Unterdessen ist die 89-Jährige trotz allem nur froh, zur richtigen Zeit den falschen Ort gemieden zu haben.

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