Der 1. Mai: Viel Müll, wenig Ärger

Bilanz des Feiertages

Katerstimmung nach der Maiparty: Mitarbeiter des Baubetriebshofes kehrten am Donnerstag im Westuferpark 14 Kubikmeter Müll zusammen. "Die einen haben den Spaß, wir die Arbeit", angesichts der Hinterlassenschaften kommt Jürgen Onnebrink die gute Laune abhanden.

Haltern

von Von Elisabeth Schrief

, 02.05.2013, 17:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Rechen durchkämmten er und sein Team gestern ab 7 Uhr den Wup. Die Arbeit eines Tages lag vor ihren Füßen. Flaschen, Dosen, Becher, Essensreste, Verpackungen, Kronkorken - alles verteilte sich wild über die Wiesen.

Und dennoch, sagt Polizeisprecher Michael Franz, war der Maifeiertag am See nicht so wüst wie in manchen Jahren zuvor. "Wir haben schon ganz andere Erfahrungen gemacht bis hin zu Angriffen auf unsere Beamten." Der 1. Mai 2013 in Haltern war laut Polizei-Protokoll sogar relativ moderat. Die Bilanz: Eine undramatische Körperverletzung, zwei durch Alkohol matt gesetzte Jugendliche, eine durch Glassplitter verletzte Person, wenig Beschwerden. Soweit die polizeilichen Aufzeichnungen.Stress in der Ambulanz

Abseits davon herrschte im Sixtus-Hospital erwartungsgemäß Stress in der Ambulanz. Nach Auskunft von Oberarzt Dr. Claus-Martin Titgemeyer gab es "richtig viel zu tun." Nasenbeinfrakturen, Schnittwunden und maßloser Alkoholkonsum waren die häufigsten Gründe für ein Aufsuchen des Krankenhauses. Aber nicht nur die Jugend brauchte Hilfe. Bei Radfahrunfällen verletzten sich hauptsächlich Ältere, einige gingen mit Gips wieder nach Hause. "Ansonsten war es schwierig, die Visite abzuhalten. Die Musik, die zu den Patientenzimmern schallte, war schon beeindruckend laut", kommentierte Dr. Titgemeyer eine andere Begleiterscheinung des Festivals.Was früh begann, endete diszipliniert um 23 Uhr. Eine Stunde vorher musste die Musik abgedreht werden, Uneinsichtige hörten nachdrückliche Worte von Polizei, Ordnungs- und Jugendamt. Das Trio kontrollierte im Rahmen der Ordnungspartnerschaft gemeinsam mit einer privaten Security ab mittags den Wup. "Mit zunehmender Dauer wurde es bunter", vermittelten die Ordnungskräfte ihren Eindruck. Eine Handvoll Schlägereien hätten mit Erfolg geschlichtet werden können.

Jugendlichen von den Bahngleisen geholt Auch für eine Erstversorgung bei kleineren Verletzungen waren die "Aufseher" mit Kühlpads und Verbandsmaterial gewappnet. Partygänger statteten sie zudem mit Mülltüten aus, der erwünschte Erfolg blieb jedoch aus. Weshalb die Männer vom Baubetriebshof ordentlich schuften mussten. Sie vergaßen jedoch nicht, Positives zu erwähnen. Diesmal entdeckten sie nur eine Feuerstelle im Wup und keine Sachbeschädigungen.

Trotz aller Vorsicht wäre der 1. Mai allerdings fast von einer Katastrophe überschattet worden. Die Ordnungskräfte holten einen Maigänger von den Bahngleisen. Der saß mitten auf den Schienen und telefonierte.

 

 

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