Der amerikanische Student Edward Olson untersucht in der Haard die Waldbrandgefahr

mlzWaldbrandgefahr

Mit einem Solariscope zieht Edward Olson durch die Haard und sammelt Daten für seine Masterarbeit. Die Ergebnisse dürften auch für die Forstwirtschaft interessant sein.

Haltern

, 11.09.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Warum die Haard? „Weil das der schönste Wald ist“, sagt Eward Olson und lacht. Der Student aus den USA forscht zurzeit mit seinem Team in den heimischen Wäldern. Er will ein Kataster der Waldbrandgefahr in den unterschiedlichen Bereichen der Haard erstellen.

Der 29-Jährige stammt aus Washington State. Dort hat er seinen Bachelor in Genforschung und Agrarwirtschaft gemacht. Anschließend arbeitete er in der Forstwirtschaft und auch bei der Brandbekämpfung im Wald. Jetzt zog es ihn für seine Masterarbeit nach Deutschland. „Meine Familie hat deutsche Wurzeln“, sagt er. Durch persönliche Kontakte zum RVR ergab sich schließlich die Haard als Untersuchungsgebiet.

Unterschiede in der Waldbrandgefährdung

Olson studiert zurzeit an der Universität Göttingen im Fachbereich Agrar-, Forst- und Geowissenschaften. Hier ist er im vierten Semester seines Masterstudienganges. Ein Semester lang hat er seine Studie vorbereitet, jetzt arbeitet er zwei Monate an der Datenerhebung mit einem vierköpfigen Team im Wald.

Der amerikanische Student Edward Olson untersucht in der Haard die Waldbrandgefahr

Mit dem Solariscope erstellen Edward Olson und Someila Chadery Charvadeh eine 360-Grad-Aufnahme des Lichteinfalls durch die Baumkrone einer Buche. © Jürgen Wolter

Er will untersuchen, ob es Unterschiede bei der Waldbrandgefährdung gibt, je nachdem, ob ein Bereich des Waldes naturnah aufgeforstet wird, wie es in der Haard durch Förster Harald Klingebiel seit Jahren betrieben wird, oder ob es sich um Flächen der klassischen „Kahlschlagwirtschaft“ handelt, bei der alle Bäume eines Feldes das gleiche Alter haben und gemeinsam gefällt werden.

Der amerikanische Student Edward Olson untersucht in der Haard die Waldbrandgefahr

So sieht eine Aufnahme aus, wenn sie mit dem Solariscope erstellt wurde. © Ted Olson

„Meine Hypothese ist, dass sowohl die Lage im Wald, die Neigung der Landschaft, die Lichtdurchlässigkeit der Baumkronen und die Beschaffenheit des Bodens die Faktoren sind, die für den Grad der Gefahr eines Waldbrandes verantwortlich sind“, erläutert Edward Olson seinen Absatz.

Bodenproben und Lichtmessungen

In den USA gibt es Untersuchungen zu diesen Aspekten. Edward Olson will auch in Deutschland den Nachweis dieser These führen. Er nimmt Bodenproben und misst mit dem Solariscope, wie viel Sonnenlicht eine Baumkrone durchlässt. „Damit erstelle ich ein 360-Grad-Bild“, sagt er. Im Boden wird untersucht, aus welchem Material er besteht, ob es lebendig, tot oder in der Verwesung ist. Drei Baumarten hat Edward Olson dabei vorrangig im Blick. Buche, Kiefer und Rotbuche.

Der amerikanische Student Edward Olson untersucht in der Haard die Waldbrandgefahr

Edward Olson nimmt auch Bodenproben in der Haard. © Jürgen Wolter

In Dorsten Rhade hat ihm der RVR zurzeit eine Jagdhütte zur Verfügung gestellt, die ihm und seinem Team als Anlaufstelle dient. Im Forsthof Haard wird er von Revierförster Harald Klingebiel und auch von Forsthofleiter Kersten Blaschczok unterstützt.

Edward Olson fühlt sich wohl in der Haard. „Ein wundervoller Arbeitsplatz“, findet er. Und er hofft, dass seine Studien dazu beitragen können, diesen Wald auch in Zukunft zu erhalten.

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