Der Halterner Thorsten Föcker entscheidet über die besten Backrezepte

mlzZuckerguss-Magazin

Thorsten Föcker vertritt Haltern in der Jury für das Backmagazin „Zuckerguss“. Er ist gespannt auf die Rezeptideen der Leser und steuert selbst ein Backwerk bei, das sich lange frisch hält.

Haltern

, 21.09.2018, 05:30 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bäcker Thorsten Föcker (38) aus Lavesum gehört zur Jury, die für das Magazin „Zuckerguss“ die Leserrezepte für die Weihnachtszeit bewertet. Natürlich geht der Meister mit gutem Beispiel voran und steuert das Rezept eines Mohnstollens für die nächste Magazinausgabe bei.

Hergestellt wird dieser nur mit guten Zutaten, deshalb rät der Bäcker dazu, auf keinen Fall auf Butter zu verzichten. Margarine sei vielleicht günstiger, aber bei ihrer Verwendung müsse man Abstriche beim Geschmack des Stollens machen. Ein weiteres Geheimnis seines Backwerks ist, dass es sich sehr lange frisch hält. Man könne es jetzt backen und erst Weihnachten genießen, verrät Thorsten Föcker. Somit sind wohl die zwei Stunden, die es dauert, bis der Mohnstollen duftend aus dem Herd kommt, gut investierte Zeit.

Thorsten Föcker selbst kann sich ein Leben ohne Teigrolle und heißen Ofen gar nicht vorstellen. Die Liebe zum Backen wurde dem 38-Jährigen durch seinen Großvater Erich Peters mit auf den Weg gegeben. Die Familie hatte ihren Bauernhof umstrukturiert, aus dem Kuhstall ein Restaurant und aus dem Schweinestall eine Backstube gemacht. Das waren die Anfänge von Peters Bauern- und Peters Backstube in Lavesum.

„Mit dem Opa, der für das Brot zuständig war, habe ich im Teig geknetet“, erinnert sich Thorsten Föcker an seine Kindheit. „Wir durften alles ausprobieren. Nur die schweren Mehlsäcke hat er selbst geschleppt.“ Oma Anni lässt es sich auch heute im stolzen Alter von 88 Jahren nicht nehmen, die Kellerkuchen für die Kunden herzustellen.

Nach der Schule stand für Thorsten Föcker fest: Ich werde Bäcker. Er absolvierte seine Ausbildung bei Albrecht an der Varusstraße in Haltern und schob später einen Meister in Olpe nach. Heute ist er Inhaber von „Peters Backstube“, die Kunden aus der gesamten Region anzieht. Zusätzlich beliefert der Betrieb Cafés und Restaurants in der Umgebung mit seinen Produkten.

Mit Qualität überzeugen

Als Jurymitglied bringt Thorsten Föcker also genügend Erfahrung mit, um ein Urteil über die erwarteten Leserbeiträge zu fällen. Auch in der Vorweihnachtszeit fürchtet er die Billigkonkurrenz in den Discountern nicht. „Wir müssen uns durch Qualität absetzen“, ist er überzeugt. Mit dieser hat er erfolgreich eine Nische besetzt, die ihm Kunden aus der gesamten Region beschert. Seine persönlichen Favoriten unter den eigenen Backwaren sind Schmandkuchen und Bienenstich. Wie das gesamte Backwerk aus der Lavesumer Produktion stammen viele Zutaten aus regionaler Herstellung. „Wir verwenden außerdem fast keine Zusatzstoffe“, sagt Thorsten Föcker. Die Rezepte für seine Kuchen und das Brot stammen überwiegend von der Oma. „Bei uns wird auch der Pudding für die Kuchen noch selbst hergestellt“, erklärt der Bäcker.

Mit dem Naschen aus eigener Produktion hat der schlanke Bäcker übrigens keine größeren Probleme. Wenn man jeden Tag Kuchen sieht, lasse die Anziehung der süßen Verführung nach, lässt er wissen. „Ich esse dann lieber etwas Herzhaftes“, fügt er lächelnd hinzu.

An seinem Traumberuf würde er nur die Arbeitszeiten manchmal gerne verändern, sagt der Familienvater. Es sei beispielsweise nicht immer einfach, immer dann zu arbeiten, wenn die anderen feiern. In der Woche beginnt sein Tag um 3 Uhr in der Nacht. Dann dauert die Arbeitszeit bis 12 Uhr. Montags und dienstags hat die Backstube allerdings geschlossen. Dann fällt „nur etwas Buchführung an“. Am Wochenende aber geht es zwischen Arbeitsplatte und Ofen so richtig hoch her. Dann arbeitet der Bäcker oft 12 bis 13 Stunden, um alle Wünsche der Kunden zu erfüllen.

Wetter steuert Nachfrage

Da sein Betrieb auf Ausflugsverkehr abgestimmt ist, wird die Nachfrage in der Backstube auch vom Wetter gesteuert. Bevor sich Thorsten Föcker die Zutaten für seine Rezepte zusammenstellt, schaut er deshalb in eine Wetter-App und fängt erst danach an zu backen.

In seiner knappen Freizeit genießt Thorsten Föcker Zeit mit der Familie. Auch die Kinder Emily (5) und Leonhard (4) rühren schon mal im Teig. Ansonsten gönnt sich der Papa ab und zu eine Auszeit in der Sauna sowie gesellige Stunden beim Doppelkopf und beim Kegeln.

Auf die Rezeptideen für das Zuckerguss-Magazin ist Thorsten Föcker schon sehr gespannt. Wer weiß, vielleicht kann auch der erfahrene Bäcker noch etwas lernen?

So gelingt der Stollen auf jeden Fall

Zutaten für den Mohnstollen:

  • 500 g Mehl
  • 30 g frische Hefe
  • 250 ml warme Milch
  • 1/2 TL Salz
  • 75 g Butter
  • 75 g Zucker

Füllung:

  • 250 g gemahlener Mohn
  • 250 ml heiße Milch
  • 150 g Zucker
  • 50 g Rosinen
  • abgeriebene Schale von 1 ungespritzten Zitrone
  • 2 EL Honig
  • 1 Vanillezucker
  • 1 TL Rum
  • 2 EL Puderzucker zum Bestäuben

Zubereitung:

1. Mehl in eine Schüssel geben und eine Vertiefung machen. Hefe hinein bröckeln und mit der Milch verrühren. 15 Minuten aufschäumen lassen.

2. Nach und nach das Mehl vom Rand mit der Hefe vermischen. Salz, Butter und Zucker dazugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. Abgedeckt eine Stunde an einem warmen Ort gehen lassen.

3. Teig ca. 0,5 cm dick auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck ausrollen.

4. Mohn mit der heißen Milch überbrühen. Mit den restlichen Zutaten für die Füllung vermischen und auf den Teig streichen.

5. Teig der Länge nach aufrollen. Entlang der Naht und an den Enden mit den Fingerspitzen zusammendrücken. Stollen umdrehen und auf ein gefettetes Backblech legen. 20 Minuten gehen lassen.

6. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Mohnstollen im Backofen 40 Minuten backen lassen. Dann auskühlen lassen und mit dem Puderzucker bestäuben.

Die Redaktion von „Zuckerguss“ sucht Ihr Lieblingsrezept für die Weihnachtszeit. Bis zum 7. Oktober können Sie sich bewerben. Laden Sie einfach Rezept und Fotos von Ihrem Backwerk und ein Porträtfoto unter www.zuckerguss-mitmachen.de hoch, oder schreiben Sie eine E-Mail an rezepte@zuckerguss-mitmachen.de oder einen Brief an Medienhaus Lensing, Stichwort „Zuckerguss“, Westenhellweg 86-88, 44137 Dortmund.
Lesen Sie jetzt