Der Halterner Vuc Mladzic (41) leitet ein Institut für Chinesische Medizin

mlzChinesische Medizin

Er wurde kürzlich mit einem „Gründergeist-Preis“ ausgezeichnet: Vuc Mladzic aus Haltern praktiziert in Borken chinesiche Medizin. Dabei wollte er ursprünglich etwas ganz anderes machen.

Haltern

, 03.02.2019, 05:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Mai 2018 leitet der Halterner Vuc Mladzic in Eigenverantwortung das Institut für Chinesische Medizin in Borken. Für sein Konzept wurde er kürzlich beim Gründergeist-Preis des Münsterland e.V. ausgezeichnet. Dabei wollte der gebürtige Serbe ursprünglich beruflich etwas ganz anderes machen.

„Nach der Schule wollte ich in den Bereich Radio oder Tontechnik gehen“, sagt Mladzic im Gespräch. „Ich habe auch zwei Praktika gemacht und dort schon mitgearbeitet.“

Bei einem Filmdreh war er als Tonmann eingesetzt. „Es war kalt in Belgrad und ich habe so zum Spaß in einer Pause den Kollegen die Schultern massiert“, erinnert er sich. „Darunter war eine Ärztin, die sagte zu mir: ‚Vergiss, was du bisher machen wolltest, das ist deine Berufung‘.“

„Ursprünglich hatte ich nicht vor, Serbien zu verlassen“

Vuc Mladzic folgte diesem Rat, besuchte die medizinische Fachhochschule in Belgrad, wurde Physiotherapeut und arbeitete unter anderem für den bekannten Sportclub Roter Stern Belgrad. Seine Wissensbegierde war geweckt. Mladzic versuchte sich weiterzubilden, über den Tellerrand zu schauen.

In Belgrad lernte er auch eine deutsche Partientin kennen und folgte ihr nach einigen Besuchen nach Deutschland. „Ich bin also der Liebe wegen nach Deutschland gekommmen, ursprünglich hatte ich nicht vor, Serbien zu verlassen“, sagt er.

Das war 2003. Vuc Mladzic arbeitete von 2003 bis 2016 als Therapeut in der Praxis Aqua Med im Jammertal-Resort in Datteln. Dort lernte er auch seine heutige Lebenspartnerin kennen.

Sein Interesse galt immer einem ganzheitlichen Ansatz. Er bildete sich weiter, machte am Europäischen Shiatsu-Institut in Münster eine Ausbildung zum Shiatsu-Praktiker, besuchte die Heilpraktiker-Intensivschule in Köln und absolvierte eine Ausbildung in traditioneller chinesischer Medizin.

„Daran fasziniert mich, dass versucht wird, die Ursachen von Beschwerden zu ergründen“, sagt Mladzic. „Wenn jemand Schulterschmerzen hat, dann kann es sein, dass Störungen der Leber dafür verantwortlich sind. Alle Organe sind Einwohner des Körpers und stehen miteinander in Verbindung.“

Die Therapie wird individuell mit dem Patienten abgestimmt

Vuc Mladzic wendet eine Puls- und eine Zungendiagnostik an. „Es gibt zum Beispiel 32 verschiedene Pulsarten, die ich unterscheide“, sagt er.

2017 übernahm er, zunächst als Angestellter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die Leitung des Institus für Chinesische Medizin, das in einer schönen Jugendstilvilla in Borken untergebracht ist. „Ein Jahr später zog sich das DRK zurück und ich arbeite seitdem selbstständig“, sagt Mladzic.

Zwei Schulmediziner sind in die Diagnostik einbezogen. Die Therapie wird individuell mit dem Patienten abgestimmt. Neben chinesischer Medizin arbeitet Vuc Mladzic unter anderem auch mit Dunkelfeld-Diagnostik und mit einer Blutegel-Therapie. Die Kosten werden von privaten Krankenkassen und privaten Zusatzversicherungen übernommen, gesetzliche Krankenkassen zahlen diese Leistungen nicht oder nur teilweise.

Vuc Mladzic hat auf der Hompage des Instituts viele Fotos der Räumlichkeiten der alten Villa veröffentlicht. Fotografieren ist sein Hobby, er ist immer wieder gern mit der Kamera unterwegs. Und seit 2015 hat er noch ein zweites Hobby. „Da bin ich in die 6. Kopmpanie der Schützengilde eingetreten. Das hat geholfen, viele neue Kontakte in Haltern zu knüpfen“, sagt er.

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