Der Heimatverein Sythen und die Corona-Pandemie: „Es tut weh“

Coronavirus

Der Spielmannszug und die Blaukittel-Combo hätten zum Mühlentag an der Sythener Mühle aufgespielt. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Der Heimatverein Sythen trotzt der Corona-Pandemie.

Sythen

, 01.06.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Marlies Salewski und Ulrich Döbber vom Heimatverein Sythen hätten am Pfingstmontag gerne Gäste anlässlich des Mühlentages begrüßt.

Marlies Salewski und Ulrich Döbber vom Heimatverein Sythen hätten am Pfingstmontag gerne Gäste anlässlich des Mühlentages begrüßt. © Silvia Wiethoff

Eigentlich würde der Heimatverein Sythen am Pfingstmontag viele Gäste an der Sythener Mühle begrüßen und über das alte Müllerhandwerk sowie die Geschichte der Mühle informieren. Doch wegen der Corona-Pandemie herrscht geruhsame Stille statt Trubel an dem historischen Denkmal.

„Es tut weh“, beschreiben die Vorsitzende Marlies Salewski und der erste Kassierer Ulrich Döbber die Situation. Es fehle die Geselligkeit im Verein. Für das laufende Jahr sind schon viele geplante Veranstaltungen abgesagt. Darunter die Aufführungen der plattdeutschen Theatergruppe, die ihre Proben nach einem ersten Anlauf wieder eingestellt hat. Es sei nicht möglich gewesen, die erforderlichen Abstandsregeln einzuhalten.

Der Heimatverein denkt schon über den Nikolausumzug nach

„Am meisten schmerzt es, dass auch der Donnerstagstreff in der Mühle ausfallen muss“, berichtet Marlies Salewski. Es hätten sich sogar schon auswärtige Stammgäste erkundigt, wann es denn endlich wieder losgehen kann. Der Verein denkt schon bis in den Dezember und überlegt, ob und wie der Nikolausumzug stattfinden kann. Bis zu 1000 Personen nehmen normalerweise daran teil.

Die Naturschutzgruppe des Heimatvereins Sythen  hat für Blühstreifen am Hellweg in Sythen gesorgt.

Die Naturschutzgruppe des Heimatvereins Sythen hat für Blühstreifen am Hellweg in Sythen gesorgt. © Silvia Wiethoff

Dennoch geben sich die aktiven Mitglieder nicht der Resignation hin. Die Zeit des Lockdowns sei dafür genutzt worden, die Mühle etwas aufzuhübschen, so Marlies Salwski. Anstehende Reparaturen seien erledigt worden. „Unsere Gartenzwerge, die Helfer der ersten Kompanie des Sythener Schützenvereins, haben beispielsweise eine Sauberaktion gestartet“, führt sie aus.

Trotz der erschwerten Lage, die den Verein wegen wegbrechender Einnahmen wie etwa von der Bewirtung am Donnerstag trifft, will dieser auch in diesem Jahr nicht mit seinem Engagement für das Dorf nachlassen. Die Kindergärten, die Feuerwehr und die Jugendabteilung des Spielmannszuges Blau-Weiß Sythen haben unter anderem in den vergangenen Jahren von finanziellen Zuwendungen profitiert.

Nicht nur die Geschichte ist dem Heimatverein wichtig

„Es ist uns wichtig, die Kinder und Jugendlichen im Ortsteil zu fördern“, betonen Marlies Salwski und Ulrich Döbber. Nicht nur mit dieser Haltung beweist der Heimatverein Sythen, dass er mehr will, als die Geschichte bewahren. Die eigene Naturschutzgruppe, die Blühstreifen anlegt, die Westruper Heide pflegt oder sich um Korbweiden und eine Streuobstwiese in Sythen kümmert, sowie die Holzwürmer, die mit Kindern basteln und dafür bereits ausgezeichnet wurden, sind Beispiele dafür, wie sehr der Verein der Zukunft zugewandt ist.

Der Wahlspruch des Heimatvereins mit seinen über 700 Mitgliedern lautet übrigens „Wi haolt bineen“. Daran soll auch das Coronavirus nichts ändern.

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