Der Monat Juni 2020: Das waren die Highlights in Haltern © Grafik: Nina Dittgen
Jahresrückblick

Der Juni 2020 in Haltern: Kanal-Schädel, Seerettung und Schulabschluss

Es wird heiß in Haltern. Der Sommer ist da. Und mit ihm die Gefahren des Wassers. Ein Lehrer musste einen Jungen reanimieren. Außerdem haben Jugendliche einen Schädel aus dem Kanal gezogen.

Es ist Sommer in Haltern. Im Juni 2020 öffnen nach der corona-bedingten, längeren Winterpause die Freibäder wieder. Generell hat sich diesen Monat vieles um das Thema Wasser gedreht.

Jugendliche machten einen erstaunlichen Fund im Kanal, das digitale Musikfestival ist ins Wasser gefallen und die DLRG ist mit modernster Technik für den Sommer am See ausgerüstet.

Top 1: Jugendliche finden Schädel in Haltener Kanal

Sechs Jugendliche aus Haltern wollten sich am 3. Juni 2020 bei strahlendem Sonnenschein an der Hammer Brücke einen schönen Tag am Wesel-Datteln-Kanal machen. Doch der entspannte Badetag wurde zu einem echten Abenteuer: Denn beim Tauchen entdeckten sie mitten in der Fahrrinne einen menschlichen Schädel.

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Polizeiaktion am Wesel-Datteln-Kanal

Daraufhin schickte die Polizei am folgenden Tag Taucher, um nach weiteren Hinweisen zu suchen. Sie fanden aber nichts, was auf einen Zusammenhang mit dem Knochenfund schließen ließ. Der Schädel wurde in die Gerichtsmedizin geschickt und dort untersucht.

Einen Monat später wurden erste Ergebnisse gemeldet. Der Schädel lag offenbar 30 bis 40 Jahre lang im Wasser. Er stammt mit großer Wahrscheinlichkeit von einer weiblichen Jugendlichen, die möglicherweise aus dem asiatischen Raum stammt. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen ergaben sich nicht. Es bleibt weiter unklar, wie der Schädel in den Kanal geraten ist.

Top 2: Zeugnisübergabe an Halterner Schulen mit viel Abstand

„Dieser Jahrgang wird mit Abstand unvergesslich bleiben“, sagt Schulleiter der Halterner Realschule Frank Cremer. Denn Abstand war das richtige Stichwort bei der Zeugnisübergabe für die Abschlussklassen an der Realschule.

Ebenfalls das Gymnasium, Berufskolleg und die Hauptschule haben im Juni ihren Abschluss auf besondere Art gefeiert – und mit besonders viel Abstand. Dadurch sind die kreativsten Ideen entstanden.

Für einen Gänsehaut-Moment sorgten die Abiturienten bei ihrer Zeugnisübergabe: Sänger und Band hatten „Don’t Stop Believin‘“ einzeln eingespielt und zur Videocollage zusammengesetzt – denn vor Ort durfte nicht gesungen werden. Über eine Leinwand wurde das Video abgespielt.

Top 3: Großbrand im Naturschutzgebiet – Torffläche in Flammen

Am 3. Juni war ein Feuer auf einer drei Hektar großen Torfgebiet-Fläche in Lavesum ausgebrochen – das entspricht einer Fläche von vier Fußballfeldern. Das Gebiet – ein Naturschutzgebiet – befindet sich in einem 15 Hektar großen Waldgebiet zwischen der Merfelder Straße und der Autobahn 43. Schon von Weitem war der dichte Qualm über den Baumkronen zu erkennen.

Der Torf erschwerte die Löscharbeiten. Das Wasser konnte nur schwer zum Brandherd vordringen. Ein Forstmulcher hat daraufhin eine Schneise durch den Wald gezogen, um zu verhindern, dass sich das Feuer noch weiter durch den Wald fressen kann. Mit Erfolg: Am späten Nachmittag konnte die Feuerwehr das Feuer unter Kontrolle halten.

Halterner Gesichter und ihre Geschichten im Juni 2020

In dieser Bilderstrecke sind die Gesichter des Monats mit den Geschichten zusammengefasst, die sie im Juni 2020 bewegt haben.

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Juni 2020: Halterner Gesichter und ihre Geschichten

Alles rund um den See im Juni: Digitales Festival und See-Rettung

Digitales Lake-Stream-Festival ist ins Wasser gefallen. Die Idee von Jan Ribicki und Jan Schmeling: 22 DJ‘s nach Haltern holen für ein dreitägiges Festival an der Stadtmühle, das es aber nur online zu hören und zu sehen gibt. Daraus wurde jedoch nichts. Das Festival musste Samstagnacht abgebrochen werden und wurde für Sonntag untersagt. Ruhestörung und betrunkene Partygäste vor Ort waren der Grund.

Zwei Kinder fast ertrunken. Der 13. Juni 2020 war ein dramatischer Tag für Stephan Komorowski. Als er am Silbersee III spazieren geht, hört er Hilferufe. Ein 5-jähriger Junge liegt leblos am Ufer. Der Lehrer zögert nicht lange, rennt mit Sohn und Hund ans Wasser und beginnt die Reanimation. Kurz darauf sind Rettungssanitäter eingetroffen. Dem Jungen und seiner Schwester, die ebenfalls in Gefahr war, geht es gut.

Modernste Technik für die Wasserrettung. Seit Ende Juni ist bei der DLRG Haltern eine Drohne im Einsatz. Sie ist bis zu 70 Stundenkilometer schnell, darf bis zu 120 Meter aufsteigen und hat eine Reichweite von fünf Kilometern. Damit werden der DLRG neue Einsatz- und Rettungsmöglichkeiten eröffnet.

Blaulicht im Juni 2020 in Haltern: Heu-Selbstentzündung und Absturz

Am 6. Juni musste die Feuerwehr zu einem Großeinsatz nach Westrup ausrücken: Eine Scheune hatte spät abends Feuer gefangen. Das Gebäude, in dem Heu gelagert wurde, hatte sich selbst entzündet. Dazu kann es kommen, wenn der Wassergehalt zu hoch ist. Die Feuerwehr konnte mit einer Wasserwand ein Übergreifen der Flammen auf das nebenstehende Wohnhaus verhindern.

Ein 49-jähriger Pilot aus Haltern ist am 17. Juni mit seinem Flugzeug in der Nähe vom Saarland abgestürzt. Der Halterner ist dabei ums Leben gekommen. Nach ersten Erkenntnissen gingen die Ermittler laut Polizei davon aus, dass die Maschine in der Luft in mehrere Teile zerbrach.

Über die Autorin
Volontärin
In der Grafschaft Bentheim aufgewachsen, während des Journalismus-Studiums in NRW verliebt. Danach über 2 Jahre in Kanada gelebt und jetzt wieder zurück im Lieblingsbundesland. Seit 2020 Volontärin bei Lensing Media
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Anne Schiebener

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