Der Sythener Bestattungswald wird am 23. Februar offiziell eröffnet

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Der Bestattungswald in Haltern-Sythen wird am 23. Februar eröffnet. Carl Otto Graf von Westerholt lädt interessierte Bürger ab 11 Uhr zum Tag des offenen Waldes in den Linnert ein.

Sythen

, 15.02.2019, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele trauernde Angehörige haben lange auf diesen Termin gewartet: Mit einem Tag des offenen Waldes wird am kommenden Samstag (23. Februar) die Ruhestätte Natur im Halterner Ortsteil Sythen offiziell eröffnet. Damit sind Urnen-Bestattungen künftig auch im Linnert möglich. Das hat Carl Otto Graf von Westerholt als Betreiber und Eigentümer des Waldes am Freitag mitgeteilt. „Wir sind froh, dass wir den Bestattungswald endlich eröffnen können“, sagte er. Das Genehmigungsverfahren hatte sich bis zum vergangenen November hingezogen.

Ökumenischer Gottesdienst um 11 Uhr

Mit einem ökumenischen Gottesdienst um 11 Uhr beginnt der Tag es offenen Waldes. Danach werden Besuchern Führungen angeboten, bei denen Carl Otto Graf von Westerholt und seine Mitarbeiter das Konzept der Ruhestätte vorstellen. Auch ein Mustergrab ist zur Besichtigung angelegt. Bei Bratwürstchen und Getränken soll Gelegenheit zum „lockeren Gespräch“ geboten werden. Die Jagdhornbläser des Hegerings Marl begleiten die Veranstaltung musikalisch.

Keine Eingriffe in die Natur

Seit Januar waren die Arbeiten im Gelände im Linnert im Gange. Der städtebauliche Vertrag zum Haltern-Sythener Bestattungswald bezieht sich auf eine insgesamt 20 Hektar große Fläche nahe dem Schloss Sythen. Zunächst allerdings sollen lediglich 2,5 Hektar Wald im nördlichen Bereich zwischen Sythener Straße, Reiherhorst und Im Linnert als Ruhestätte genutzt werden. Wie Carl Otto Graf von Westerholt vor Ort erklärte, seien keine besonderen Eingriffe in die Natur notwendig gewesen.

Der Sythener Bestattungswald wird am 23. Februar offiziell eröffnet

Seit Januar wurden Sträucher zurückgeschnitten und Totholz im Bestattungswald entfernt. Grobe Eingriffe in die Natur gab es aber nicht. © Ingrid Wielens

Zusätzliche Wege wurden nicht angelegt. Zur allgemeinen Verkehrssicherheit seien lediglich Brombeersträucher und Farn zurückgeschnitten sowie Totholz entfernt worden. „Wir haben aufgeräumt“, so der Graf. Die Ruhestätte müsse schließlich begehbar sein. Eine neue Arbeitsstelle wurde auch geschaffen: Marcel Last wird sich künftig um die Pflege der gesamten Anlage kümmern.

Keine baulichen Anlagen

Ein Trauerhaus oder eine Toilettenanlage sind auf dem Waldgelände nicht vorgesehen. Die Auflagen des Kreises Recklinghausen schließen bauliche Anlagen aus, weil sich die Ruhestätte in einem Landschaftsschutzgebiet befindet. Ein kleines Büro soll in der Mühle eingerichtet werden. Der Wanderparkplatz am Reiherhorst dient als Treffpunkt bei Bestattungen.

Einige der insgesamt 227 als Ruhestätte ausgewiesene Bäume sind bereits mit Nummern versehen. An den Farben der Schilderränder ist zu erkennen, ob es sich um eine Basis-, Familien- oder Gemeinschaftsruhestätte mit sechs, neun oder zwölf Ruheplätzen handelt.

Der Sythener Bestattungswald wird am 23. Februar offiziell eröffnet

Ortstermin in Sythen (v.r.): Carl Otto Graf von Westerholt, Andreas Neumann (Graf Westerholtsche Verwaltung/Liegenschaften), Marcel Last (Ruhestätte Natur Haltern-Sythen) und Förster Ole Busch. © Ingrid Wielens

Der Preis für die Ruhestätte bewegt sich zwischen 550 (ein Basisgrab) und 9900 Euro (Familiengrab mit zwölf Plätzen). Auch die Lage und die Wuchsform des Baumes sind hier entscheidend. Mit Ausnahme des Basisgrabs (25 Jahre) werden die Ruhestätten für eine Dauer von 98 Jahren angelegt.

Erste Bestattungen sollen nun zügig möglich sein

Der Einzugsradius des Bestattungswaldes wird auf 20 bis 25 Kilometer geschätzt. Pro Jahr rechnet man mit 145 Bestattungen. Mit den ersten soll zügig begonnen werden, wie Carl Otto Graf von Westerholt versicherte. Wie berichtet, hatten zahlreiche Hinterbliebene Urnen zur Aufbewahrung in Bestattungsunternehmen gegeben, weil die Eröffnung ursprünglich schon für Herbst 2018 angekündigt worden war.

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