Der „Wünsche Wagen“ erfüllt todkranken Menschen einen letzten Wunsch

mlzBesuch in Haltern

Der „Wünsche Wagen“ war in Haltern. Der Arbeiter Samariter Bund (ASB) nutzt das besondere Fahrzeug, um todkranken Menschen einen letzten Wunsch zu erfüllen. Wir durften hinein schauen.

Haltern

, 22.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die letzte Fahrt ging zum Tina Turner Konzert nach Hamburg, die nächste zu Starlight Express nach Bochum. Am Samstag machte der „Wünsche Wagen“ des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) Station in Haltern. Mit diesem Fahrzeug hat es eine besondere Bewandtnis: Es erfüllt todkranken Menschen einen letzten Wunsch.

„Wünsche Wagen“ wird durch Spenden finanziert

Koordinatorin Birgit Bäumer-Borgmann hatte den Wagen auf der Lippstraße gegenüber dem Friseursalon „Haar Zwei Ooh“ geparkt. Denn dessen Inhaberin Heike Uekötter und ihr Team unterstützten an diesem letzten Adventssamstag mit einem „Charity-Cut“ das ASB-Fahrzeug, dessen Einsatz ausschließlich durch Spenden finanziert wird.

Seit fünf Jahren gibt es „Wünsche Wagen“ beim ASB. „Inzwischen sind wir bundesweit unterwegs“, so Birgit Bäumer-Borgmann. „In Nordrhein Westfalen sind an drei Standorten vier Fahrzeuge stationiert.“ Das Fahrzeug, das am Samstag in Haltern stand, kam vom ASB Regionalverband aus Münster.

Ehrenamtliche Fahrer und Begleiter im Einsatz

Noch einmal das Meer sehen, die Lieblingsband erleben oder ein Spiel des Lieblingsvereins im Stadion sehen, das sind einige der Wünsche, die die ausschließlich ehrenamtlichen Fahrer und Begleiter des Wagens ihren Gästen erfüllen.

„Es kann aber auch sein, das jemand nur noch einmal seinen Garten zuhause sehen möchte, wenn er im Hospiz untergebracht ist, oder zur Hochzeit seiner Tochter fahren möchte, die Wünsche sind sehr unterschiedlich“, sagt Birgit Bäumer-Borgmann.

Der „Wünsche Wagen“ erfüllt todkranken Menschen einen letzten Wunsch

So sieht der Wünschewagen von Innen aus. © Jürgen Wolter

Zur Besatzung des „Wünsche Wagens“ gehören normalerweise neben dem Fahrer noch ein Rettungssanitäter und eine Pflegefachkraft. Das Fahrzeug ist gezielt auf die Bedürfnisse der Gäste abgestimmt.

Dazu zählen spezielle Stoßdämpfer, eine transportable Pflegeliege, eine Rundumverglasung für einen Panoramablick, eine Musikanlage und ein harmonisches Lichtkonzept mit „Sternenhimmel“. Außerdem ist eine komplette notfallmedizinische Ausrüstung an Bord, mit Beatmungs- und Absaugmöglichkeit und einem Defibrillator.

Der „Wünsche Wagen“ erfüllt todkranken Menschen einen letzten Wunsch

Heike Uekötter von Haar Zwei OoH (l.) lässt sich von Projektleiterin Birgit Bäumer-Borgmann den „Wünsche Wagen“ zeigen. © Jürgen Wolter

„Die ehrenamtlichen Helfer werden speziell geschult“, so Birgit Bäumer-Borgmann. „Es kann ernst, nachdenklich, traurig aber auch fröhlich zugehen auf den Fahrten, es wird geweint und auch gelacht. „Ihr kamt heute Morgen als Fremde und geht jetzt als Freunde“, sagte kürzlich eine junge Frau nach einer Fahrt“.

Bei der Wünschewagenfahrt kann jeweils ein Angehöriger im Fahrzeug mitfahren. Anmeldungen sind möglich beim ASB Münsterland unter der Telefonnummer (0251) 2897270 oder per E-Mail: wünschewagen@asb-muenster.de.

Dritter Charity-Cut

Heike Uekötter veranstaltete am Samstag bereit ihren dritten Charity-Cut. Die Erlöse der ersten beiden Aktionen gingen an das Lea-Drüppel-Theater und an die Förderung der Tumorforschung durch den Rotary-Club Dülmen. Am Samstag sorgten außerdem André Haggeney und Marian Kuprat für Live-Musik im Salon „Haar zwei OoH“.

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