Deutsche Glasfaser: "Keine Knebel-Verträge"

Antworten zum Ablauf

Der Ausbau des Glasfasernetzes in Haltern geht weiter. Die Deutsche Glasfaser hat sich bemüht, alle Antragsteller vorab umfassend zu informieren. Dennoch melden sich immer wieder Neukunden, weil sie den Ablauf nicht ganz verstanden haben. Wir stellen deshalb noch einmal Fragen und Antworten zusammen.

HALTERN

, 21.08.2017, 16:09 Uhr / Lesedauer: 3 min
Glasfaserkabel können Highspeed-Surfen im Internet ermöglichen, Telefonate und Fernsehprogramme übertragen und bilden das Rückgrat der modernen Kommunikationsnetze. Der Glasfaser-Ausbau läuft gerade in Sythen auf Hochtouren.

Glasfaserkabel können Highspeed-Surfen im Internet ermöglichen, Telefonate und Fernsehprogramme übertragen und bilden das Rückgrat der modernen Kommunikationsnetze. Der Glasfaser-Ausbau läuft gerade in Sythen auf Hochtouren.

Vor dem Start der Tiefbauarbeiten findet eine Hausbegehung statt. Wie kann der Hauseigentümer einen Termin vereinbaren?

Die Besuche durch die Deutsche Glasfaser können spontan erfolgen oder werden telefonisch angekündigt. Ist der Hauseigentümer nicht da, wird eine Karte mit Rückrufnummer zur Terminvereinbarung hinterlassen.

Wo ist der beste Platz für den Hausübergabepunkt?

Es ist wichtig, dass der NT (Network Termination) und der Router möglichst nah an den Endgeräten in den Wohnräumen installiert werden. Dazu stehen 20 Meter Glasfaserkabel zwischen Hausübergabepunkt (HÜP) und NT und damit ab Wohnungseingang zur Verfügung. In Mehrfamilienhäusern wird der Generalunternehmer der Deutschen Glasfaser den Hausübergabepunkt im Keller in einem Gemeinschaftsraum installieren. Der NT wird an jedem Wohnungseingang angebracht.

Wer legt die Rohre im Gebäude?

Das Leer-Rohr zum Hausübergabepunkt wird durch die Deutsche Glasfaser verlegt. Der Weg im Haus vom HÜP zum NT ist vom Hauseigentümer/Mieter „barrierefrei“ vorzubereiten, sodass im Rahmen der Montage nur noch das Glasfaserkabel durch die vorbereiteten Kabelkanäle oder Kabelschächte gezogen werden muss. „Handwerkliche Arbeiten werden von der Deutschen Glasfaser nicht ausgeführt“, sagt Jennifer Epp (Marketing-Koordinatorin) ausdrücklich.

Wie gelangt das Glasfaserkabel bis zum Haus?

Gegebenenfalls muss ein kleines Loch an der Hauswand gegraben werden, um das Kabel durch eine Bohrung ins Haus zu führen. Grundsätzlich wird das Kabel vom Bürgersteig aus unterirdisch Richtung Haus „geschossen“. Die notwendige Bohrung durch die Hauswand erfolgt vom Keller/Erdgeschoss aus. Die Verbindung zwischen zwei Räumen oder Stockwerken kann durch ein weiteres Bohrloch geschaffen werden. Dieses sollte einen Durchmesser von zwölf Millimeter haben. Es muss vom Hausbesitzer vorbereitet werden.

Wer trägt die Kosten, wenn ein längerer Leitungsweg vorbereitet werden muss?

Diese individuellen Kosten trägt der Hauseigentümer. Auch wenn es Fragen zu Anschluss-Möglichkeiten gibt, muss der Hauseigentümer diese auf seine Kosten mit einem Techniker klären.

Kann der alte Router verwendet werden?

Der Router (Netzwerkgeräte, die Netzwerkpakete zwischen mehreren Rechnernetzen weiterleiten können) stellt die dritte Komponente des Glasfaser-Hausanschlusses dar. Hier hat der Kunde die Möglichkeit, direkt einen passenden Router mit zu bestellen. Wer sein altes Gerät verwenden möchte, sollte auf die Hinweise der Deutschen Glasfaser im Internet achten.

Behält ein Vertrag seine Gültigkeit, wenn sich bei einer Hausbegehung herausstellt, dass es keine Möglichkeit eines Glasfaser-Anschlusses gibt?

Jennifer Epp betont: „Wir machen keine Knebelverträge.“ Wenn im Haus keine Lösung für einen Anschluss gefunden wird, wird das im Hausbegehungs-Protokoll vermerkt. Wenn dieses vom Eigentümer oder Mieter nicht unterschrieben wird, ist der zuvor abgeschlossene Vertrag ungültig. Erst durch die Unterschrift unter das Protokoll wird ein Vertrag rechtsgültig. „Niemand muss für etwas zahlen, das er nicht nutzen kann“, erklärt Jennifer Epp.

Wo ist ein Anruf möglich, wenn es weitere Fragen oder Probleme gibt?

Es gibt die Service-Hotline, Tel. (02861) 89 06 00. Außerdem sind alle Informationen auf der Internetseite gebündelt.

Und wie geht der Ausbau voran?

Der Glasfaserausbau in Sythen geht gut voran. „In Sythen sind bereits 65 Prozent der Tiefbauarbeiten erledigt, davon 90 Prozent von der Stadt abgenommen. Hier werden ab Mitte September die ersten von insgesamt 765 Kunden angeschlossen und aktiviert“, gab Jennifer Epp (Marketing-Koordinatorin) auf Anfrage einen Zwischenbericht. Seit Juli wird auch in Lehmbraken gebaut. Hier sind knapp 40 Prozent der Tiefbauarbeiten abgeschlossen. Nach und nach beginnen die Arbeiten auch in den anderen Ortsteilen. So starten die Baukolonnen Mitte September in Lavesum. Die Ortsteile Hamm-Bossendorf, Lippramsdorf-Freiheit, Bergbossendorf, Lippramsdorf-Mitte, Flaesheim und Hullern folgen.

Wie viele Anschlüsse wird es in den Ortsteilen geben?

Insgesamt werden in den genannten Ortsteilen 6028 Hausanschlüsse vorbereitet und davon 2984 aktiviert. Laut Jennifer Epp wird in Haltern-Stadtmitte der Ausbau des Glasfasernetzes frühestens im Frühjahr 2018 beginnen. Hier werden weitere 7310 Hausanschlüsse vorbereitet und davon 2219 aktiviert.

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Die Deutsche Glasfaser weist erneut darauf hin, dass der Leitungsweg vom HÜP (Hausübergabepunkt) bis zum NT (Network Termination) am Tag der Installation vom Eigentümer oder Mieter so vorbereitet sein muss, dass der Monteur lediglich die Glasfaserleitung zuglastfrei einziehen kann. Mögliche Leitungswege sind Leer-Rohre, Kabelschächte oder Bohrlöcher. Das Baubüro von Deutsche Glasfaser, an der Rochfordstraße 1, bleibt weiterhin für Fragen zum Baufortschritt geöffnet. Auch wer noch einen Vertrag abschließen möchte, kann sich im Baubüro beraten lassen. „Denn auch während der Bauphase können Neukunden vom Erlass der Baukosten profitieren“, erklärte Jennifer Epp.

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