Diakonie schließt ambulantes Pflegebüro in Haltern - das sind die Gründe dafür

Diakoniestation Haltern

50 Halterner werden von den Mitarbeitern der Diakonie in Haltern ambulant gepflegt. Künftig sollen sie von anderen Städten aus versorgt werden. Das Büro in Haltern schließt Ende Oktober.

Haltern

, 13.09.2019, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diakonie schließt ambulantes Pflegebüro in Haltern - das sind die Gründe dafür

Die Diakoniestation - Ambulante Pflege in Haltern schließt ihr Büro zum 31. Oktober 2019. © Ilka Bärwald

Ab dem 1. November werde es keine eigene Diakoniestation für Ambulante Pflege in Haltern mehr geben, teilte der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Recklinghausen, Dr. Dietmar Kehlbreier, am Freitag mit. Die bisherigen 50 Patienten werde man jedoch weiterversorgen, nur nicht mehr vom Standort Haltern aus. Stattdessen soll die Betreuung von den Diakoniestationen in Marl, Oer-Erkenschwick und Datteln aus organisiert werden.

Mitarbeiter bereits informiert

Alle anderen Angebote des Diakonischen Werkes in der Evangelischen Kirchengemeinde Haltern sind von der Schließung des Verwaltungsstandortes der Diakoniestation nicht betroffen. Schuldner- und Wohnberatung, Frühförderung, die Ambulante Jugendhilfe und das Ambulant betreute Wohnen bleiben in Haltern angesiedelt.

Man habe am Freitag (13. September) die neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Haltern informiert. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben“, versicherte Dietmar Kehlbreier. Sie würden auf andere Standorte verteilt. Möglicherweise müssten die Patienten der ambulanten Pflege in Haltern sich an andere Bezugspersonen und andere Zeiten gewöhnen, das seien aber die einzigen Veränderungen, betont Christa Stüve, ebenfalls Geschäftsführerin des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Recklinghausen.

Bei neun Mitarbeitern für 50 Patienten sei man bei Urlaubs- oder Krankentagen schon an Belastungsgrenzen gestoßen, erklärt Christa Stüve die Hintergründe der Entscheidung. Die Mitarbeiter seien 24 Stunden, sieben Tage die Woche im Einsatz gewesen. „Wir hoffen nun, durch die Zusammenarbeit der Diakoniestationen im Kreis solche Situationen besser auffangen zu können.“

Selbstkritische Töne

„Im Grunde ist es ein Scheitern“, sagt Geschäftsführer Dietmar Kehldreier selbstkritisch. Man habe über mehrere Jahre versucht, in einem wachsenden Markt mitzugehen, am Standort Haltern proaktiv neue Mitarbeiter zu gewinnen. Das sei leider nicht gelungen.

„Uns ist sehr wichtig, dass die Mitarbeiter bei uns bleiben“, betont Ulrike Arentz, Bereichsleiterin Ambulante Pflege der Diakoniestationen. Unter ihnen seien viele, die schon seit Jahren in Haltern arbeiteten. Man hoffe, dass ihnen trotz der Neuordnung auch künftig lange Fahrtstrecken erspart blieben. Man könne nun aber zum Beispiel Flaesheim mit Ahsen zusammen versorgen, das sei bisher so nicht möglich gewesen, so Ulrike Arentz. In Datteln betreut die Diakonie 200 Menschen in der Ambulanten Pflege, in Oer-Erkenschwick und Marl sind es jeweils 130. Die betroffenen Halterner Patienten würden schriftlich über die Neustrukturierung informiert.

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