Die Brandruine an der Münsterstraße weicht nun einem neuen Projekt

mlzBrandhaus Münsterstraße

Am 8. Mai 2019 brach im Haus an der Münsterstraße 30 ein verheerendes Feuer aus. Ein 63-Jähriger starb. Die Brandruine ist unbewohnbar, sie steht seither leer. Aber jetzt gibt es Bewegung.

Haltern

, 27.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Drei-Parteien-Haus an der Münsterstraße wurde am 8. Mai 2019 zu einem tragischen Unglücksort. Im Dachgeschoss brach ein Feuer aus, bei dem der 63 Jahre alte Bewohner starb. Seine Wohnung wurde komplett zerstört, aber auch die darunter liegenden Eigentumswohnungen waren nach den Löscharbeiten nicht mehr bewohnbar. Die mit Lehm gefüllten Decken des alten Hauses hatten sich mit dem Löschwasser vollgesogen und waren entsprechend schwer geworden.

Das Haus an der Münsterstraße wurde 1904 erbaut und 2019 bei einem Feuer zerstört.

Das Haus an der Münsterstraße wurde 1904 erbaut und 2019 bei einem Feuer zerstört. © Elisabeth Schrief

Daraufhin wurden die gewaltigen Stützbalken an dem Haus angebracht, die später wieder entfernt werden konnten. Nach den Absicherungs- und Aufräumarbeiten stand das Mehrfamilienhaus dann monatelang leer.

Eine Sanierung des Hauses ist nicht möglich

Ende 2019 kaufte das Bauunternehmen Mertmann aus Haltern-Lippramsdorf die 1905 erbaute Immobilie und entwickelte neue Pläne. Seit dieser Woche ist ein Abbruchunternehmen aus Haltern damit beschäftigt, das Haus zu entkernen. Anschließend wird das Haus abgerissen. Nach Auskunft von Senior-Chef Werner Mertmann ist eine Sanierung nicht möglich. Stattdessen wird an der Münsterstraße ein Mehrfamilienhaus mit Eigentumswohnungen entstehen. Das rund 500 Quadratmeter große Grundstück reicht von der Münsterstraße bis zum Breitenweg.

Die Brandruine von der Rückseite: Das Grundstück reicht bis zum Breitenweg.

Die Brandruine von der Rückseite: Das Grundstück reicht bis zum Breitenweg. © Elisabeth Schrief

Mit dem Abriss geht ein Zeugnis Halterner Geschichte verloren. Diese Geschichte reicht bis zur Jahrhundertwende zurück. Zu jener Zeit gingen die Brüder Adolf, Ludwig und Karl Zahn als Stuckateure auf Wanderschaft. In Haltern blieben sie hängen.

Mit dem Hausbau beginnt eine Firmengeschichte

Adolf Zahn baute 1904 das dreigeschossige Haus an der Münsterstraße und im Hinterhof eine Werkstatt. Das Haus hatte hohe Decken mit reicher Stuckverzierung.

Zahn hatte zwei Töchter, Hedwig und Hertha. Hertha heiratete den evangelischen Pfarrer Kunz und blieb in dem Haus wohnen. Als der Vater im Krieg fiel, endete die Firmengeschichte an der Münsterstraße. Karl Zahn gründete als Steinmetz eine Firma an der Römerstraße; Ludwig Zahn eröffnete ein Fliesengeschäft an der Weseler Straße.

Später wurde das Haus verkauft und in drei Eigentumswohnungen aufgeteilt. Die drei übrigen Bewohner, die beim Brand unverletzt blieben, konnten und wollten nicht zurück. Sie haben jeweils ein neues Zuhause gefunden und wurden von der Versicherung entschädigt.

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