Die Bürger sollen über die Pläne für den Silbersee II entscheiden

mlzSilbersee II

Die Pläne für den Silbersee II mit vier jährlichen Großveranstaltungen und mehr Parkplätzen haben heftige Reaktionen bei den Bürgern ausgelöst. Ihre Meinung ist bald ganz besonders gefragt.

Sythen

, 21.10.2019, 17:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für den Silbersee II, die jährlich für das Badeparadies vier Großveranstaltungen mit bis zu 15.000 Besuchern und eine Erweiterung der Parkplätze von 950 auf 2500 vorsehen, stoßen vor allem bei den Bürgern in Sythen auf Kritik. Die Politik hat nun zwar den Weg für die frühzeitige Offenlegung dieses Konzepts frei gemacht, gleichzeitig aber betont, dass sie den Weg des Verfahrens kritisch begleiten wird.

Eine Entscheidung könne nur mit Rücksicht auf die Interessen der Bürger, vor allem der von den Plänen direkt betroffenen Anwohner im Ortsteil Sythen, getroffen werden. So lautete in einer Ratssitzung kurz vor den Herbstferien der Tenor der Diskussion.

Festivals in Sythen

Freibadverein erteilt Eventagentur eine Absage

Auch an den Vorstand des Vereins Freibad Sythen ist eine große Eventagentur mit dem Vorschlag herangetreten, auf dem Gelände am Mosskamp in Sythen regelmäßig größere Raves (Veranstaltungen mit elektronischer Musik) und andere Festivals zu veranstalten. Es sei ein guter finanzieller Erlös zu erwarten und die Gewinnbeteiligung könne die Kasse des gemeinnützigen Vereins aufbessern, erklärten die Eventmanager. Der Freibadvorstand hat der Agentur eine Absage erteilt, denn die verantwortlichen Ehrenamtlichen sprachen sich einstimmig dagegen aus, die Anwohner des Freibads noch mehr zu belasten. Zwei größere, vereinseigene Veranstaltungen im Jahr (das Familienfest „Ein Dorf rettet sein Freibad“ und die „Karibische Nacht“) sind genug, ist sich der Vorstand sicher. Die bisherige gute Nachbarschaft zwischen Freibad und Anwohnern soll nicht aufs Spiel gesetzt werden.

„So wie dieses Konzept jetzt aussieht, werden wir es in Sythen nicht akzeptieren“, erklärte der Sythener CDU-Ratsherr Bernd Ostrowski. Die Bürger in Lehmbraken würden durch den Erholungsdruck bereits jetzt „über Gebühr belastet.“

Für die WGH regte Dr. Hans-Ulrich Mast an, die Erhöhung der Parkplatzanzahl nicht mit den vier geplanten Massenveranstaltungen zu verbinden, die der Gaststätte „Treibsand“ am Silbersee eine wirtschaftliche Basis bescheren sollen.

Auch die SPD ist gegen die Genehmigung der Großveranstaltungen. Es sei nicht Aufgabe der Politik die Wirtschaftlichkeit eines Privatbetriebs zu sichern. Die SPD trage deshalb nur die Öffentlichkeitsbeteiligung des Konzepts mit, sagte Beate Pliete.

Die Ratsmehrheit stimmt für die Offenlegung der Pläne

Die Mehrheit der Ratsfraktionen stimmte für das Verfahren zur Offenlegung der Pläne. Nur die Grünen lehnten auch dieses ab. „Wir sind gegen dieses Konzept, denn es ist auf keinen Fall tragbar“, begründete Anette Fleuster die grundsätzliche Ablehnung ihrer Fraktion.

Für die Stärkung des Treibsandes hat sich Michael Rogge von der Stadtraum-Architektengruppe Düsseldorf ausgesprochen, die sich im Auftrag der Stadt mit der Planung für den Silbersee befasst.

Die Parkplätze sollen in einem Waldstück gegenüber dem Kalsandsteinwerk an der Straße Am Vogelsberg entstehen.

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Nun wird es wohl von der Reaktion der Bürger abhängen, wie die Pläne am Silbersee umgesetzt werden. Während der Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung haben sie die Möglichkeit, ihre Anregungen und ihre Kritik mitzuteilen.

Die Halterner Zeitung wird den Termin für die Offenlegung der Pläne am Silbersee rechtzeitig bekanntgeben.
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