Die Halterner Kinder- und Jugendbewegung bricht ihre Arbeit ab

mlzKein Nachwuchs

Die Kinder- und Jugendbewegung ist endgültig Geschichte. Sprecher Jonas Zajonz verkündete im Rathaus, das Projekt lasse sich nicht verwirklichen.

27.03.2019, 14:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach gut zweijähriger Arbeit hat sich die Kinder- und Jugendbewegung Haltern aufgelöst. Einer der Initiatoren, Jonas Zajonz, erklärt auch warum: „Das Projekt der politischen Mitwirkung lässt sich leider nicht verwirklichen, uns fehlen die Mitstreiter.“ Abitur, Studium, Wohnortwechsel: Das sind die drei Kriterien, die einen kontinuierlichen Einsatz vereiteln. „Unsere Gruppierung ist aus dem Alter herausgewachsen, wir haben leider unsere Ziele nicht erreicht und müssen die Arbeit abbrechen“, bedauert er. Aber die Zeit des ehrenamtlichen Engagements sei nicht umsonst gewesen, „wir haben viel gelernt.“

Begleitung fehlt

Jonas Zajonz, Student in Bonn, war zuletzt stellvertretender sachkundiger Bürger im Ausschuss Generationen und Soziales. Ausschuss-Vorsitzende Beate Pliete bedauert den Rückzug: „Wir Parteien hätten eine aktive Kinder- und Jugendbewegung sehr begrüßt.“ Sie dankt für das Engagement und betont, dass die Politiker großen Respekt vor der Arbeit der Jugendlichen gehabt hätten.

Beate Pliete ist überzeugt, dass eine Kinder- und Jugendbewegung nur mit einer hauptamtlichen Begleitung kontinuierlich funktionieren kann. Denn die Fluktuation sei durch die berufliche Orientierung nach dem Schulabschluss verständlicherweise hoch.

„Engagement willkommen“

Bürgermeister Bodo Klimpel sieht ein, dass sich das gut gemeinte Engagement der Jugendlichen bedingt durch Schule, Ausbildung und Studium vielfach schwer realisieren lasse. „Ich begrüße es allerdings sehr, wenn sich junge Menschen grundsätzlich ehrenamtlich engagieren. Egal, ob im Sportverein, in der Kirchengemeinde und in der Jugendarbeit oder auch zum Beispiel in der Kommunalpolitik“, erklärte er auf Anfrage der Halterner Zeitung. Grundsätzlich biete sich über die Arbeitsgemeinschaft Jugendarbeit (AG 78), in der sich alle, die in der Kinder- und Jugendarbeit aktiv sind, zusammengeschlossen haben, eine gute Gelegenheit, sich einzubringen. „Gleichzeitig werbe ich ausdrücklich dafür, dass sich Jugendliche gerne auch in demokratischen Parteien engagieren sollten. Dort sind sie stets willkommen, denn sie bilden eine wichtige Basis für die künftige Arbeit, auch hier bei uns in Haltern am See“, betonte er.

Hohe Motivation

Im Dezember 2015 formierte sich eine kleine Gruppe junger Halterner mit dem Ziel, ein Jugendparlament oder einen Kinder- und Jugendbeirat in Haltern zu gründen, im Januar 2016 folgte die FDP mit dem Antrag, ein solches Gremium fest zu installieren.

Jonas Zajonz und Felix Koch stellten zwei Monate später hochmotiviert ihre Pläne und Vorstellungen zur Gründung eines Jugendforums in den politischen Gremien vor. Politik und Verwaltung begrüßten das Engagement. Sie legten Wert darauf, dass Diskussionen und Einsatz auch tatsächlich von Kindern und Jugendlichen selbst bestimmt werden.

Unter dem Dach der AG 78

Alle Überlegungen mündeten schließlich darin, die Kinder- und Jugendbewegung (wie sie sich letztlich nannte) unter das Dach der Arbeitsgemeinschaft 78 (ein Kreis der Halterner Jugendverbände) zu stellen. Den Initiatoren Felix Koch, Dariusch Rimkus, Nele Graf und Jonas Zajonz ging es letztlich um nachhaltige Mitwirkung, nicht unbedingt um ein eigenständiges Gremium. Sie waren also einverstanden mit der Regelung. Seitens der Verwaltung wurde der KiJuBe sowohl logistische als auch finanzielle Unterstützung zugesagt.

„Das war die richtige und passende Beteiligungsform für uns“, sagt Jonas Zajonz. AG 78-Vorsitzender Patrick Dülge hatte noch kürzlich gegenüber der Halterner Zeitung betont, die Intergration habe sich bewährt: „Zumal die Mitglieder der KiJuBe dies ebenfalls begrüßen und befürworten und aus Sicht der Kinder und Jugendlichen kein Kinder- und Jugendbeirat gewünscht ist.“ Eine intensive und kreative Beteiligung an kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen könne gut unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft erfolgen.

Doch schon im Mai 2018 kündigten die jungen Halterner an, dass eine regelmäßige Arbeit nicht möglich sei. Man wolle sich stattdessen auf punktuelle Aktionen beschränken. Jetzt ist das Kapitel ganz geschlossen. Bis zum nächsten Versuch.

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