Die Band Virus D macht im Sinne von Bandgründer Torsten Schmidt, der im September 2019 starb, weiter. © Virus D
Nach Torsten Schmidts Tod

Die Halterner Kultband „Virus D“ lässt bald wieder von sich hören

Die von Torsten Schmidt gegründete Band „Virus D“ gibt es immer noch. Sie arbeitet im Sinne des verstorbenen Bandgründers weiter und lässt bald von sich hören.

Als Musiker Torsten Schmidt im September 2019 starb, konnten sich die Mitglieder seiner Band „Virus D“ eine Zukunft nicht vorstellen. Doch es gibt sie, ganz im Sinne von Torsten Schmidt.

„Wegen der Corona-Pandemie ist lange nichts passiert, weil wir nicht gemeinsam proben konnten“, sagt Schlagzeuger Bernd Feller. „Aber tatsächlich: Uns gibt es immer noch.“ Er erzählt, was die Musiker gerade machen.

Die Aufnahmen für die CD „Neuland“ (Bellaphon Records) sollen jetzt weitergehen. Vier Songs wurden bereits 2020 veröffentlicht, weitere sollen demnächst folgen. „Alte und neue Songs sind reichlich vorhanden und die Band arbeitet zurzeit via Skype an den Arrangements“, berichtet Bernd Feller.

Andreas Mohr übernimmt nun die Hauptstimme

Erstmalig soll ein Duett mit einer Sängerin eingespielt werden. Der Song wurde noch von Torsten Schmidt geschaffen. Der Bandgründer und Vollblutmusiker (im eigentlichen Beruf Lehrer in Haltern und Dorsten) wollte ihn immer mal aufnehmen, kam aber nicht mehr dazu.

Die Hauptstimme in der Band wird jetzt als Nachfolger von Torsten Schmidt Perkussionist und Sänger Andreas Mohr, der schon auf der CD „Spurensicherung“ (1999) einige Songs eingesungen hat, übernehmen. „Er hat auch im letzten Jahr von Torsten Schmidt bei Livekonzerten schon einige Gesangspassagen von ihm übernommen und war ein Wunschkandidat von Torsten“, sagt Bernd Feller. Von daher gehe die musikalische Arbeit in seinem Sinne weiter.

Nun hofft die Band, dass die Impfungen rasch voranschreiten und sie wieder gemeinsam im Wulfener Proberaum zusammenkommen kann. Danach soll es wieder ins Tonstudio von Thomas Erkelenz nach Gelsenkirchen gehen.

Zur Band gehören: Bernd Feller (Schlagzeug), Andreas Mohr (Gesang, Percussion), Uwe Brunn (Gitarre), Thomas Kersting (Bass), Kalli Wälter (Keyboards) und Karsten Blechinger (Gesang).

Spurensicherung“: ein bedeutungsschwerer Titel

Torsten Schmidt gründete 1983 die Band „Virus D“. Bis 2001 spielte die Formation (mit den Jahren in wechselnder Besetzung) zahlreiche Konzerte, unter anderem auch in Frankreich, lieferte Filmmusiken für den Westdeutschen Rundfunk, ging als Landessieger beim Bundesrockpreis hervor, sie tourte durch die ehemalige DDR, veröffentlichte CD’s und machte 1989 bei den Bergleuten mit der Rockrevue „Erst stirbt die Zeche“ in der Dortmunder Westfalenhalle Furore. „Spurensicherung“, die zunächst letzte CD, trug einen bedeutungsschweren Titel: Die Band löste sich auf.

„2011 baten uns Bergleute, Virus D neu zu beleben“, erzählt Bernd Feller, Bandmitglied von Anfang an. 2012 trat Virus D beim 1. Niederrheinischen Bergmannstag und der Schließung des Bergwerks West auf. Es folgten zahlreiche Konzerte im gesamten Bundesgebiet. Torsten Schmidt erlag im September 2019 einer schweren Erkrankung.

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Elisabeth Schrief
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