Die Stadt Haltern hat Platz für neue Flüchtlinge - nur nicht im Briten-Camp

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Die Stadt hat die dramatische Lage an der türkisch-griechischen Grenze im Blick und hält Wohnraum für neue Flüchtlinge frei. Ins Britencamp ziehen aber erst einmal wieder Soldaten ein.

Haltern

, 09.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Haltern hat nach dem Flüchtlingsaufnahme-Gesetz ihre Quote zu 95 Prozent erfüllt. Sie müsste noch weitere acht Personen aufnehmen - zusätzlich zu den zwölf Personen, die im Januar zugewiesen wurden. Gegenwärtig leben 750 Menschen aller Generationen in Haltern, die vor Krieg und Gewalt geflüchtet sind. Über die Hälfte hat inzwischen private Wohnungen finden können. „Diese gute Entwicklung zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales, im Ausschuss Generationen und Soziales. Eine große Hilfe bei der Integration sei der Asylkreis, der Fachdienst für Integration und Migration des Caritasverbandes sowie die mehr als 100 ehrenamtlich tätigen Familienpaten.

Haltern stellt sich auf weitere Zuweisungen ein

Ob angesichts der dramatischen Lage an der türkisch-griechischen Grenze mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen ist, vermag Helmut Lampe nicht zu sagen. „Nicht die Kommunen sind Herr des Verfahrens, Entscheidungen werden auf Bundes- und Landesebene getroffen“, erklärt er dazu. Der Bundestag hatte sich mehrheitlich gegen die sofortige Aufnahme von 5000 besonders Schutzbedürftigen ausgesprochen und stattdessen den Wunsch nach einer „europäischen Koalition der Vernunft“ zum Ausdruck gebracht. Die Halterner Verwaltung ist in jedem Fall auf weitere Zuweisungen eingestellt.

Zwar hat die Stadt damit begonnen, das ehemalige Gesundheitsamt an der Schmeddingstraße leer zu ziehen. „Doch für den Fall der Fälle bleibt es verfügbar. Heir können 20 alleinstehende Männer untergebracht werden“, referierte Lampe im Ausschuss.

Am Lorenkamp enger zusammenrücken

Die Stadt hat außerdem Häuser an der Rekener Straße in Lavesum und an der Thiestraße in Sythen angemietet. 20 Geflüchtete könnten hier unterkommen. Darüber hinaus gibt es freie Kapazitäten am Lorenkamp in Haltern. Zumindest für einen überschaubaren Zeitraum wäre eine engere Belegung zumutbar, so Lampe. Für eine Großfamilie wäre Platz im alten Stadtwerkegebäude, das die Stadt eigentlich an das Versorgungsunternehmen zurückgeben wollte.

Als Reserve gibt es zusätzlich das ehemalige britische Camp am Stockwieser Damm in Sythen. Es wurde gut zwei Jahre als Landesunterkunft für Flüchtlinge genutzt und wurde Haltern als kommunaler Flüchtlingsstandort überlassen. Hier stehen 80 Plätze zur Verfügung. Allerdings nicht in den nächsten zwei Monaten. Die Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, braucht die Gebäude vorübergehend für die Unterbringung von Soldaten, die an einer Truppenübung teilnehmen.

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