Die Stadt will den Wohncontainer für Flüchtlinge am Bahnhof bald aufgeben

mlzFlüchtlingssituation

Es ist eine Frage der Zeit, wie lange die schäbigen Container noch an der Annabergstraße nahe des Bahnhofs stehen. Hier wohnen alleinstehende Flüchtlinge, sie warten auf den Umzugstermin.

Haltern

, 17.03.2019, 12:28 Uhr / Lesedauer: 1 min

Derzeit bauen die Stadtwerke im Auftrag der Stadt neben ihrer Verwaltungszentrale an der Wasserwerkstraße ein zweites Haus für 44 Flüchtlinge. Das zweistöckige Gebäude ist im Rohbau fertig, die Außenwände sind gedämmt, die Fenster eingebaut. Aktuell werden die Installationsarbeiten durchgeführt. „Nach dem jetzigen Baufortschritt gehen wir davon aus, im Spätsommer hier die ersten Flüchtlinge unterbringen zu können“, sagte Helmut Lampe, Fachbereichsleiter Ordnung und Verkehr bei der Stadt Haltern, am 14. März im Ausschuss Generationen und Soziales. Spätestens dann will die Stadt die beiden gemieteten Container an der Annabergstraße schließen und zurückgeben.

730 Flüchtlinge

In einem ersten Bauabschnitt entstanden an der Wasserwerkstraße bereits zehn Wohnungen. Die im August 2018 bezogene Unterkunft verfügt neben den Wohnungen über Wasch- und Trocken-, Technik- und Gemeinschaftsräumen. Im Gemeinschaftsraum finden Deutschkurse statt.

Wie Helmut Lampe mitteilte, leben derzeit 730 Flüchtlinge in Haltern, 232 davon befinden sich im laufenden Asylverfahren oder sind abgelehnt. 400 Personen wohnen in städtischen Flüchtlingsunterkünften wie am Lorenkamp oder in einer der 16 von der Stadt angemieteten Privatwohnungen.

Wohnungssuche

Die meisten Zufluchtsuchenden wollen raus aus den Unterkünften und erhoffen sich eine Chance auf dem freien Wohnungsmarkt. Sie werden dabei vom Caritasverband, dem Asylkreis, dem städtischen Sozialamt und ehrenamtlichen Familienpaten unterstützt. „So gelingt es immer wieder mal, dass Einzelpersonen oder Familien die Wohnungssuche erfolgreich abschließen“, stellte Helmut Lampe fest. Immerhin sei das mehr als 330 Menschen gelungen, was in seinen Augen als Erfolg gewertet werden könne.

Keine Zuweisungen

In der Verteilerstatistik für Personen mit einer Wohnsitzauflage hat die Stadt die Quote zu 87,5 Prozent erfüllt. Viele NRW-Gemeinden liegen deutlich unter diesem Wert, sodass die Stadt in nächster Zeit voraussichtlich nicht mit weiteren Zuweisungen zu rechnen hat. Im Laufe des Jahres verzeichnete die Stadt lediglich vier Zuzüge im Rahmen von Familienzusammenführungen.

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