Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Haltern stark gesunken

mlzKriminalitätsstatistik

Viele Bürger sorgen sich um ihre Sicherheit. Ob sich ihr Gefühl mit den neuesten Zahlen aus dem Polizeialltag auf einen Nenner bringen lässt, zeigt ein Blick in die Kriminalitätsstatistik.

Haltern

, 13.02.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei nimmt das Sicherheitsempfinden der Bürger ernst. Das macht Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen bei der Vorstellung der neuesten Kriminalitätsstatistik im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Recklinghausen deutlich. Dabei zeigt der Bericht, dass Zahlen und „gefühlte Sicherheit“ nicht immer übereinstimmen müssen.

Häufig nämlich äußern Bürger ihre Sorge, dass sich Kriminalität und Gewalt stetig ausbreiten. Die Statistik des Polizeipräsidiums Recklinghausen für das Jahr 2018 aber beweist, dass die Gesamtzahl der gemeldeten Straftaten insgesamt gesunken ist - auf den tiefsten Stand seit 38 Jahren. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen. Das gilt auch für die meisten Angaben aus Haltern am See. Ihren Erfolg führt die Polizei auch auf ihre Präventionsarbeit zurück.

Die Gesamtkriminalität ist rückläufig

Die Gesamtzahl der Straftaten ist zwischen 2017 und 2018 von 2418 auf 2079 gesunken. Sie erreicht ihren niedrigsten Wert seit zehn Jahren. Die Zahl der Sexualdelikte sank im gleichen Zeitraum um einen Vorfall auf 21. Die darin enthaltenen Vergewaltigungen gingen von fünf auf drei Delikte zurück.

Etwa ein Drittel der erfassten Sexualstraftaten entfielen auf die Delikte des sexuellen Missbrauchs, teilt die Polizei mit. Seit 2017 zählt auch die sexuelle Belästigung als Straftatbestand hinzu. Früher lief sie lediglich unter Beleidigung.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist gesunken

Am deutlichsten ist der Rückgang bei den Diebstahlsdelikten auf 880 (-196 Taten). Für die Halterner besonders erfreulich ist die Nachricht, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche 2018 auf 50 Fälle gesunken ist. Im Jahr davor waren es noch 158. Auch die Zahl der Ladendiebstähle ist zurückgegangen, von 62 auf 43. Nur die Taschendiebstähle haben zugenommen, von 43 auf 45.

Während auch die Vermögensdelikte in Haltern (Betrug, Fälschung, Untreue, Unterschlagung) um 139 Taten auf 298 sowie die Straßenkriminalität (u.a. Raub und Körperverletzung auf der Straße, Fahrraddiebstahl, Sachbeschädigung von Kfz) um 44 Taten auf 721 gesunken sind, stieg die Gewaltkriminalität um 14 Fälle. Die Polizei fügt aber hinzu, dass drei Viertel der insgesamt 82 erfassten Taten im Jahr 2018 aufgeklärt werden konnten.

Besonders positiv für die Halterner ist die gesunkene Zahl der Fahrraddiebstähle auf 234. Im Jahr 2013 war mit 539 gemeldeten Fällen ein Höchstwert erreicht worden. Gefühlt hat in den vergangenen Jahren fast jeder Halterner schon einmal ein Rad durch Diebstahl verloren.

„Die Furcht, Opfer einer Straftat zu werden, ist in den Köpfen vieler Menschen fest verankert. Durch Berichte in der Presse, aber auch in den sozialen Medien, sind Kriminalfälle ständig präsent - manchmal über Tage hinweg. Die statistische Wahrscheinlichkeit, von einer Straftat betroffen zu sein, liegt oft weit niedriger, als die Menschen meinen und fühlen“, sagt Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen.

Polizei klärt versuchten Mord auf

Zu den herausragenden Ermittlungserfolgen der Polizei Recklinghausen gehört dabei die Aufklärung eines versuchten Mordes an einem 60-jährigen Künstler. Das Opfer wurde im April von einem 40-jährigen Halterner in der Recklinghäuser Innenstadt mehrfach mit einem Messer in den Rücken und Nackenbereich gestochen. Die Polizei stellte den Täter wenig später am Hauptbahnhof Recklinghausen. Er wurde mittlerweile vom Bochumer Schwurgericht unbefristet in die Psychiatrie eingewiesen.

Pfarrhaus-Bande soll auch Pater James übefallen haben

Die Aufklärung einer Diebesserie durch die sogenannte Pfahrrhaus-Bande, die Geistliche in mehreren Städten der Region bedroht und wertvolles Inventar hatte mitgehen lassen, sorgte für größeres Aufsehen.

Die monatelange akribische Ermittlungsarbeit der Polizei war dagegen weniger spektakulär. Nach 30 Einbrüchen in ganz NRW wurde ein Trio festgenommen. Es soll auch für den Überfall auf Pater James im Februar 2018 in Haltern am See verantwortlich sein, bei dem der indische Priester geschlagen und gefesselt wurde.

Bei der Festnahme fanden die Ermittler Diebesgut, Uhren und Schmuck mit christlichen Symbolen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bochum ging das festgenommene Trio in Untersuchungshaft. Die Tat in Haltern ist in der Anklageschrift vermerkt.

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