Disko-Drama von Haltern: Corona schiebt Prozess in die Verlängerung

Stadtmühle Haltern

Zeugen fehlen, die Richter müssen improvisieren. Der Prozess um das Disko-Drama von Haltern, bei dem ein Türsteher aus Olfen ein Auge verloren hat, wird deutlich länger dauern als geplant.

Haltern, Olfen

, 18.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die beiden Angeklagten müssen mit ihren Verteidigern Jens Tuschhoff (l.) und Thomas Schwieren länger auf das Urteil warten.

Die beiden Angeklagten müssen mit ihren Verteidigern Jens Tuschhoff (l.) und Thomas Schwieren länger auf das Urteil warten. © Jörn Hartwich

Der Prozess um das Disko-Drama von Haltern, bei dem ein Security-Mitarbeiter aus Olfen ein Auge verloren hat, geht in die Verlängerung. Grund ist unter anderem das Corona-Virus.

Als die Richter am Essener Landgericht am Dienstag den Sitzungssaal betraten, war der Wartebereich vor der Tür verwaist. Gleich zwei Zeugen waren nicht erschienen. Einer ist nicht auffindbar, der andere hat sich selbst in Quarantäne begeben.

Zeuge war ein Tag in Tirol

Der Mann hatte dem Gericht telefonisch mitgeteilt, dass er in der letzten Woche einen Tag in Tirol in Österreich war. Belegen lässt sich das allerdings nicht. Es gibt keine Buchungsbestätigung.

Ein Risiko wollten die Richter natürlich trotzdem nicht eingehen. Sie warten nun die 14-tägige Quarantäne-Zeit ab und wollen ihn dann erneut laden.

Ein anderer Zeuge ist offenbar untergetaucht. Er hat ohnehin nur eine Meldeadresse bei der Caritas, doch dort hat er seine Post nicht abgeholt. Der Versuch, ihn von der Polizei suchen zu lassen, ist fehlgeschlagen.

Prozess verzögert sich

Für die beiden angeklagten Brüder aus Haltern heißt das: Der Prozess wird nicht – wie ursprünglich geplant – in dieser Woche zu Ende gehen, sondern wahrscheinlich erst Ende Mai. Ihnen wird vorgeworfen, den Sicherheitsmann aus Olfen im August 2019 so schwer verletzt zu haben, dass der 48-Jährige sein linkes Auge verlor. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

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